Brandschutzprobleme: Gasthof droht die Schließung

Mühlaus Bürgermeister hat die Vereine um Hilfe bei der Sanierung gebeten. Doch bisher fehlt die Bereitschaft. Jetzt könnte es eine Lösung geben, aber der Gemeinderat lässt die Chance verstreichen.

Mühlau.

Eigentlich ist der Landgasthof in Mühlau seit knapp zwei Jahren geschlossen, weil ein Pächter fehlt. Nur zu Gemeinderatssitzungen, privaten Vermietungen oder Veranstaltungen im Saal öffnet das Haus. Nun droht die Schließung, weil Brandschutzauflagen seit Jahren nicht erfüllt werden. Zur Gemeinderatssitzung am Mittwochabend sollte dazu ein rettender Beschluss gefasst werden.

Bürgermeister Frank Petermann (Alternative für Mühlau) hatte Mitte November die Einwohner darüber informiert, dass das Bauordnungsamt des Landratsamtes Mittelsachsen bis zum 15. November einen Brandschutznachweis zu erfolgten Sanierungsarbeiten fordert. Als Alternative hätte ein Maßnahmekatalog aus den Auflagen des Brandschutzkonzeptes erstellt werden müssen. Doch die Gemeinde verschob beides, weil das nötige Geld im Haushalt fehlt.

"Beim Umbau der Linde in den Anfängen der 199er-Jahre hat man den Belangen des Brandschutzes noch nicht das nötige Augenmerk geschenkt", sagte Petermann. Die Verkleidung des kompletten Treppenhauses müsse deshalb entfernt und gegen feuerhemmendes Material ausgetauscht werden. Sämtliche Türen zum Treppenhaus, welches als Fluchtweg dient, müssten gegen rauchhemmende und brandschutzgerechte Türen ausgetauscht werden. Zudem müsse der zweite Fluchtweg durch das ehemalige Schlachthaus gewährleistet werden.

"In den vergangenen drei Jahren brauchten wir Geld für den Kita-Neubau, das ist eine Pflichtaufgabe", so der Bürgermeister. Das Objekt Linde sei eine freiwillige Aufgabe und könne nur über frei verfügbare Mittel finanziert werden. Nach ersten Berechnungen würden rund 65.000 Euro gebraucht. Einige Arbeiten könnten in Eigenleistung erfolgen. Der Bauhof mit drei Mitarbeitern könne Aufgaben übernehmen. Doch das allein reiche nicht. Deshalb hatte der Bürgermeister Vereine um Hilfe gebeten. Doch bisher habe keiner seine Bereitschaft erklärt. Für einen Arbeitseinsatz seien etwa sechs Teilnehmer notwendig.

Zur Gemeinderatssitzung bot die Singgemeinschaft Mühlau ihre Hilfe an. Ein Vertreter kritisierte aber auch, dass die Bürger bisher zu wenig über die Hintergründe informiert seien. Der Verein könne sich finanziell an der Sanierung beteiligen. Aber bei einem Jahresbudget von 1000 bis 2000 Euro sei die Summe vergleichsweise gering. Zudem habe sich der Verein bereits bei der Parkettsanierung des Veranstaltungssaales finanziell beteiligt. Die Singgemeinschaft trifft sich jeden Dienstagabend zur Probe in der Linde. Zudem lädt der Chor zu Konzerten ein und nutzt Nebenräume.

Nun erwartet die Gemeinde aber ein zusätzlicher Geldregen. Wie im jüngsten Gemeinschaftsausschuss bekannt wurde, hat Mühlau zu viel Verwaltungskostenumlage an Burgstädt gezahlt. Mühlau und Taura bilden mit Burgstädt eine Verwaltungsgemeinschaft und halten keine vollständigen Gemeindeverwaltungen vor. Burgstädt berechnet den Nachbarorten alljährlich im Voraus die vorläufigen Kosten für Aufgaben, die vom Rathaus erledigt werden. Das Plus von 40.000 Euro könnte jetzt für den Brandschutz verwendet werden. Als erster Schritt sei eine Fristverlängerung bei der Kreisbehörde bewirkt worden, sagte Petermann. Laut Bauamtsleiter Hannes Langen steht jetzt der Termin 15. Januar 2019. Doch der Gemeinderat konnte am Mittwoch noch keinen Beschluss fassen, weil nur fünf der 14 Gemeinderäte anwesend waren. Laut Gesetz ist der Gemeinderat beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte aller Mitglieder anwesend und stimmberechtigt ist. Jetzt wird die Entscheidung in den Januar vertagt. "Die fortdauernde Nichteinhaltung von Auflagen des Brandschutzes kann und will niemand verantworten", sagte Langen. Petermann fügte hinzu: "Wenn etwas passiert, muss ich meinen Kopf hinhalten."

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