Chemnitzer Modell: Start verzögert sich erneut

Für die Strecke von der City ins Erzgebirge gibt es noch kein Baurecht

Die Erweiterung des Chemnitzer Modells ins Erzgebirge ist endgültig ins Stocken geraten. Noch immer liegt kein Baurecht für die Modernisierung der Strecke von Chemnitz über Einsiedel nach Aue vor. Diese ist zwingend notwendig, damit die Straßenbahnen künftig im Halbstundentakt das Erzgebirge mit der City verbinden können.

Die Inbetriebnahme der Strecke hatte sich wegen der fehlenden Baugenehmigung immer wieder verzögert. Zuletzt hatte der Bauherr, der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), Anfang 2020 als frühestmöglichen Termin für die Streckeneröffnung genannt. Nun rudert der VMS zurück. Ein genauer Termin für die Inbetriebnahme stehe nicht fest, teilte eine Sprecherin mit. Der VMS gehe momentan davon aus, dass die Bauarbeiten erst im zweiten Halbjahr 2020 beendet werden können, so die Sprecherin weiter. Derzeit liegen die Planungsunterlagen beim Eisenbahnbundesamt in Dresden, so der VMS. Die Behörde ist für die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses und damit für das Baurecht zuständig. Ursprünglich sollten die ersten Straßenbahnen Ende 2018 zwischen Chemnitz und dem Erzgebirge rollen, doch dann kam es zu Verzögerungen bei der Planung.

Der VMS hat währenddessen die bauvorbereitenden Arbeiten an der Strecke, etwa den Bau von Zufahrtsstraßen, weitestgehend abgeschlossen, so die Sprecherin. Derzeit würden die Ausschreibung für die Bauarbeiten sowie die konkrete Planung ihrer Ausführung vorbereitet. Im April sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden und im Juli voraussichtlich beginnen, so die Sprecherin weiter. Doch dafür ist der Planfeststellungsbeschluss nötig.

Da wegen der Bauarbeiten die Zugstrecke zwischen Aue und Chemnitz gesperrt ist, rollen Busse als Schienenersatzverkehr. Nach Kritik wegen fehlender Anschlüsse und verlängerter Fahrzeiten will der VMS am Mittwoch in Einsiedel sein überarbeitetes Konzept für den Schienenersatzverkehr vorstellen. (mit gp)

Die Info-Veranstaltung findet am Mittwoch, 13. Februar, 18 Uhr im Brauhaus Einsiedel, Einsiedler Hauptstraße 144, statt.

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6Kommentare
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  • 9
    1
    Lesemuffel
    10.02.2019

    Wenn man allein die Berichte zur Entwicklung der Infrastruktur zur Kenntnis nimmt, Chemnitzer Modell, Südring, dann bekommt man das kalte Grausen. Ist das einem "der reichsten Länder der Welt" würdig? Wir sollten mal ins Ausland schauen wie dort in kürzester Zeit geplant und gebaut wird. Da müsste nicht ein halbes Menschenleben vergehen, bis mal eine Straßenbahn von Limbach-Oberfrohna nach Chemnitz zuckelt und das dann noch zum Teil ausserhalb der Bebauung.

  • 17
    5
    Zeitungss
    09.02.2019

    @Haecker: Das EBA kann nur bearbeiten was es vorgelegt bekommt. "Wir bauen auf und reißen nieder" und auch umgekehrt, kommt hier weder von der DBAG oder dem EBA, aber vom VMS. Mein Hinweis, ob dort auch einmal was auf Anhieb klappt, war kein spontaner Einfall von mir, sondern schon mehrfach begründet.
    Ich habe immer noch Hoffnung, dass Hr. Dulig (SPD) seine Ankündigung in die Tat umsetzt und den ÖPNV in Sachsen von solchen Vereinen befreit. Bis zur Erfindung dieser Vereine konnte man noch EINFACH durch Sachsen und Deutschland reisen, die Kleinstaaterei zeigt nun ihre Früchte, was auch das Chemnitzer Modell betrifft. Viele Köche verderben den Brei, in früheren Zeiten wurde dieser sogar beherzigt.

  • 14
    0
    Haecker
    09.02.2019

    Woran liegt's? Ich hatte im Sommer an dieser Stelle vorgeschlagen, mit dem Schienenersatzverkehr noch etwas zu warten, erhielt dafür aber nur "rote Daumen".
    Die Strecke wurde erst 2003 - 2005 saniert. Es geht im wesentlichen um einen Ausbau im Bestand. Abgesehen von der Verlegung eines 2.Gleises bis Reichenhain sollen nur die vor 15 Jahren beseitigten Kreuzungsbahnhöfe wieder hergestellt und ein paar neue Haltepunkte errichtet werden. Sollte es am Grundstückserwerb für letztere "klemmen", könnte man diese ja zunächst von der Baugenehmigung auslassen (Weichen sind dort ja nicht vorgesehen). Was macht's, wenn der eine oder andere neue Haltepunkt ein oder zwei Jahre später kommt?
    Über den VMS oder die Bahn AG zu wettern, ist leicht. Aber leuchtet mal jemand beim Eisenbahnbundesamt hinein?

  • 9
    6
    osgar
    09.02.2019

    Mir erschließt sich der ganze Aufwand für diese Strecke nicht.
    Hier fuhr bisher die Erzgebirgsbahn und mit der war man in knapp 20 min. von Einsiedel in Chemnitz auf dem Hbf. Mit dem VMS wird das viel länger dauern. Dann fährt die Bahn den Umweg über die Uni und zuckelt weiter in Richtung Stadtmitte.

  • 14
    1
    Zeitungss
    09.02.2019

    Hier kann man nur noch eine größere Portion LACHEN spendieren und dem VMS eine größere Schaar Berater empfehlen, um wenigstens das Geld nicht verrotten zu lassen. Gibt es beim VMS auch etwas, was auf Anhieb klappt ???? Sachdienliche Hinweise nehmen ……….. .

  • 19
    0
    Steuerzahler
    09.02.2019

    Nur gut dass die Strecke schon gesperrt ist! Da ist wenigstens ein wichtiger Punkt schon abgehakt. Es geht doch vorwärts! Es soll Länder geben, da wird z. B. eine eingestürzte Brücke innerhalb eines knappen Jahres ersetzt. Hoffen wir, dass es die deutsche Bürokratie in der Zeit mit der Genehmigung schafft.



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