Chemnitzer Modell: Wie es mit der Strecke nach Aue weitergeht

Weil Schnee und Eis vorerst nicht in Sicht sind, kann die Trasse von Bernsdorf ins Erzgebirge weiter für Straßenbahnen ausgebaut werden. Einschränkungen gibt es nicht nur für Autofahrer.

Altchemnitz/Bernsdorf.

Erst mit einigen Monaten Verzögerung hatte im September die Sanierung der künftigen Straßenbahnstrecke von Chemnitz nach Aue begonnen. Doch nun hat die Modernisierung der 47 Kilometer langen Route des Chemnitzer Modells ins Erzgebirge Fahrt aufgenommen. Auch wegen der derzeit milden Witterung sollen die Bauarbeiten in den Wintermonaten zügig vorankommen, teilt der Bauherr, der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), mit. Eine Winterpause hatte man im Januar im Bauplan zwar vorgesehen, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Sollte das gute Wetter aber anhalten, könne weitergearbeitet werden. Die Bahnen sollen künftig halbstündlich von Chemnitz nach Thalheim und alle 60 Minuten bis nach Aue fahren. Bevor es soweit ist, werden Brücken, Bahnhöfe und Bahnübergänge für die Straßenbahnen fit gemacht.

Einige Fortschritte seien entlang der Strecke bereits sichtbar, erklärt die Sprecherin. Als ein Beispiel nennt sie den Bahnhof Reichenhain, wo eine Verknüpfungsstelle zwischen Bahn und Bus entsteht. Dort sei die Verlegung der Kanäle abgeschlossen. In Einsiedel wird der Haltepunkt am Gymnasium in Richtung der Ortsmitte zu Erfenschlag verlegt. Der alte Haltepunkt sei bereits abgebaut worden. Zudem wurde an verschiedenen Stellen der Trasse das Gleisbett gereinigt.

Zu Behinderungen für Autofahrer und Fußgänger führen Bauarbeiten an zwei Brücken im Stadtgebiet. Bevor die Citylink-Bahnen ins Erzgebirge rollen, müssen die Überführungen neu errichtet werden, weil sich die alten in einem schlechten Zustand befinden. Seit November wird die Eisenbahnbrücke über die Werner-Seelenbinder-Straße gebaut. Deshalb ist die Straße in dem Bereich für Autofahrer voll gesperrt. Sie kann zwischen der Annaberger Straße (B 95) und dem Kreisverkehr an der Fraunhoferstraße nicht durchgängig befahren werden. Für Fußgänger soll es laut VMS ab März ebenfalls kein Durchkommen mehr geben. Die Behinderungen dauern voraussichtlich bis Juni.

Eine weitere Brücke wird ab März an der Olbernhauer Straße in der Nähe des Altchemnitz-Centers erneuert. Auch hier müssen Autofahrer und Fußgänger aufgrund der Bauarbeiten mit Einschränkungen rechnen. Von März bis Juni gelte deshalb für die Olbernhauer Straße im Bereich der Brücke eine Vollsperrung, so die Sprecherin. Wann die Sperrung im März beginnt, sei noch unklar, sagte sie auf Nachfrage.

Entlang der Strecke des Chemnitzer Modells werden auch mehrere Bahnübergänge erneuert. Sie werden wegen des künftigen Halbstundentaktes zwischen Chemnitz und Thalheim mit Halbschranken ausgerüstet. Eine Vollschrankenanlage erhält der Bahnhof in Einsiedel. Entlang der Strecke entstehen fünf neue Haltepunkte, zwei davon in Einsiedel und einer in Erfenschlag an der Grenze zu Einsiedel.

Doch auch wenn die Bauarbeiten, die insgesamt rund 65 Millionen Euro kosten, gut vorankommen: Einen konkreten Termin für den Start der ersten Straßenbahn ins Erzgebirge nennt der Verkehrsverbund noch nicht. Nach wie vor sei es jedoch Ziel des VMS, die Linie im Dezember dieses Jahres in Betrieb zu nehmen, versichert die Sprecherin. Eine genauere Aussage dazu sei entsprechend des Fortschritts bei den Bauarbeiten im Sommer möglich, fügte sie hinzu. Als Ersatz für die derzeit stillgelegte Bahnstrecke hat der VMS Buslinien als Schienenersatzverkehr eingerichtet. Eine Linie verkehrt zwischen Aue und dem Chemnitzer Hauptbahnhof. Mit einer weiteren Verbindung können Fahrgäste von Thalheim über Burkhardtsdorf und Einsiedel bis zur Haltestelle TU Campus fahren.

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