Chemnitzer Oberbürgermeisterin lobt Engagement der Bürger

Chemnitz.

Ein Jahr nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Deutschen hat die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig das Bürgerfest und weitere Veranstaltungen als «die stärkste Antwort» auf die damaligen Ereignisse bezeichnet. Sie sei dankbar dafür, dass so viele Chemnitzer Bürger, Gastronomen und Veranstalter die Stadt mit in ihre Hände genommen hätten, sagte sie am Sonntag. «Und ich bin froh, dass die Chemnitzer das annehmen, denn das ist die stärkste Antwort, die man an diesem Wochenende geben kann», sagte die SPD-Politikerin.

An diesem Montag jährt sich zum ersten Mal der Tod eines 35-Jährigen, der am 26. August 2018 am Rande des Stadtfestes erstochen wurde. In der Folge hatte es Demonstrationen rechter Kräfte und fremdenfeindliche Übergriffe gegeben. Am vergangenen Donnerstag war ein Syrer unter anderem wegen gemeinschaftlichen Totschlags zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Was voriges Jahr passiert sei, sei ein schlimmes Verbrechen gewesen. Die Stadt habe auch großen Schaden genommen durch die Bilder, durch die Vereinnahmung durch rechte Kräfte. «Eine Antwort zu geben, dass so viel mehr zeigen, wie sie miteinander leben wollen und dass sie das anders wollen, das ist ein ganz starkes Zeichen, was von den Bürgern ausgeht», sagte Ludwig.

Von Freitag bis Sonntag fand als Ersatz für das abgesagte Stadtfest erstmals ein Bürgerfest statt. Parallel dazu organisierte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein Sommerfest unter anderem mit Sängerin Annett Louisan («Das Spiel») und in der Konzertreihe «Am Kopp» spielte die Rockband Donots.

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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    5
    d0m1ng023
    26.08.2019

    Warum muss denn die "Stadt" immer alles auf die Beine stellen und organisieren? Damit Steuergelder in Feste verschleudert werden?

    In anderen Großstädten werden solche Veranstaltungen und Stadtteilfeste auch hauptsächlich von ehrenamtlichen Privatpersonen und Unternehmen/Verbände veranstaltet und gefördert. Die Stadt ist nur für die Sicherheit und Bereitstellung/Absicherung der Locations zuständig

    Musst doch nur mal nach Dresden schauen, wo die BRN (Bunde Rep. Neustadt) hauptsächlich von ansässigen Gewerbetreibende und den Anwohnern auf die Beine gestellt wird. Und die BRN ist nicht gerade klein und unbekannt.

    Leipzig, Berlin... überall wird sowas privat gefördert und veranstaltet.

  • 6
    3
    Blackadder
    26.08.2019

    @Eichelhäher: Es geht hier im Artikel um eine Rede der OB, also gehört Kritik genau hier her. Es wundert mich, dass Sie das nicht so sehen, schließlich sind Sie doch als Ehrenamtlicher in die Bresche gesprungen, die eigentlich die Stadt hätte leisten müssen. Danke für Ihr Engagement!

  • 3
    2
    Einspruch
    25.08.2019

    Blackadder,im zweiten Absatz haben Sie ja sowas von Recht, Da kann man nur grün geben.

  • 18
    10
    Eichelhäher65
    25.08.2019

    Immer wieder nur negative Kommentare ! Was ist denn nun richtig, Bürgerfest machen oder leere Innenstadt beklagen und zulassen, dass sich wieder Leute am Jahrestag zusammentun, die man besser nicht sehen will ?!
    Ich habe mich als Ehrenamtliche beteiligt und fand es gut. Beteiligung hätte etwas besser sein können. Aber besser als keine. Kommentare zur Bürgermeisterin gehören an andere Stelle und sind jetzt nicht angebracht.

  • 17
    3
    698236
    25.08.2019

    wenn ich stadtoberhaupt bin, sollte ich mich, nein muss ich positionieren. politisch abtauchen geht dann nicht mehr. das verstehen chemnitzer demokraten und bürger nicht. das ist in der wahrnehmung totalversagen. macht macht arrogant und uneinsichtig! insbesondere wenn entscheidungen geliefert werden müssen. schade, das macht blind und unsensibel macht. das verlangen nach demut und rücksicht fehlt.

  • 27
    13
    Blackadder
    25.08.2019

    @grigri: Dies ist eine Demokratie. Hier werden Bürgermeister gewählt oder abgewählt, des Amtes enthoben von irgendwem, dem ihre Aussagen nicht passen, werden sie nicht.

    Jetzt zu Frau Ludwig: Sie waren im gesamten letzten Jahr für diese Stadt, als sie die am meisten gebraucht hätte, eine einzige Enttäuschung. Schön, dass andere versuchen, die Stadt wieder bunt und lebenswert zu machen, denn Sie tun dazu ja leider nichts. Ich hoffe auf gute Kandidaten für den OB Posten im nächsten Jahr.

  • 18
    23
    grigi
    25.08.2019

    "Vereinnahmung rechter Kräfte".. wenn Frau Ludwig das wirklich so gesagt hat, gehört Sie ihres Amtes sofort enthoben !!!



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