Ein Bildhauer und seine Verbindung zu Chemnitz

Im Schloßbergmuseum sind Werke von Volker Beier zu sehen. Die Ausstellung zeigt, was dem Künstler die Zeit in der Stadt seiner Kindheit und Jugend bedeutet.

Schloßchemnitz.

Zum ersten Mal zeigt das Schloßbergmuseum eine Personalausstellung mit Werken von Volker Beier. Unabhängig von dieser Schau, ist ein Werk von ihm freilich immer dort zu sehen. Das Museum hat vor fast 20 Jahren das im Jahr 2000 gegossene Eisenrelief "Chemnitz" erworben. Stadttypische Details von Agricola bis zum Steinernen Wald und Werkzeugmaschinenbau sind in diesem Werk zu finden. Die jetzige Ausstellung zeigt rund 150 Arbeiten Beiers, darunter etliche seiner markanten Werke. Mehrere seiner unverwechselbaren Porträtköpfe sind zu sehen, darunter der der Schriftstellerin Helga Meier, der von Gerhard Meyer, dem langjährigen Intendant der städtischen Bühnen in Chemnitz, und der vom Gewichtheber Gerd Bonk.

Die in einer Vitrine gezeigten Medaillen widmen sich unter anderem dem Komponisten Richard Wagner, dem Reformator Martin Luther und dem Rechenmeister Adam Ries. Doch seit jeher beschäftigen Beier auch Menschen seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Zu sehen ist das bei der Plastik "Fleischermeister". Vorbild für das 1967 entstandene Werk war ein Karl-Marx-Städter Fleischermeister. Die Ausstellung ist eine Teilretrospektive, denn zwei wesentliche Arbeitsgebiete sind in der Schau nicht vertreten: die zahlreichen von Beier gestalteten Münzen und die von ihm entworfenen Brunnen, von denen 28 Stück in öffentlichen Räumen von Berlin bis Plauen, von Porta Westfalica bis Lauchhammer zu sehen sind.


Chemnitz allerdings nimmt im Leben und Werk von Volker Beier, der heute im erzgebirgischen Leukersdorf lebt, einen besonderen Platz ein. Kein Zufall: Beier ist auf dem Kaßberg aufgewachsen und hat seine erste künstlerische Ausbildung in Chemnitz beim Maler Hans Richter bekommen. Später hat Beier am bekanntesten Denkmal der Stadt mitgearbeitet. Er gehörte zu dem Künstlerkollektiv, das die Schrifttafel hinter dem Karl-Marx-Monument gestaltet hat.

Abgerundet wird die Ausstellung durch einige überraschende Arbeiten. So ist ein vierteiliges Portugal-Relief zu sehen, das bei einem Arbeitsaufenthalt, initiiert von der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft, an der Algarve entstanden ist.

Die Ausstellung von Volker Beier ist bis 26. Mai im Schloßbergmuseum Chemnitz zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 14 bis 21 Uhr.

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