Erneut Großbrand bei Mühlauer Entsorgungsfirma

Bei Müll-Schredderarbeiten ist es am Donnerstagmorgen zu einem Feuer gekommen. Mehr als 100 Kräfte waren im Einsatz. Bis zum Abend dauerten die Löscharbeiten - wie schon vor zehn Jahren.

Mühlau.

Die Rauchwolke hat man am Donnerstagabend noch von weitem gesehen: Am Morgen war es auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma an der Lindenstraße im Mühlauer Gewerbegebiet zu einem Brand gekommen. 80 Männer der Feuerwehren Burgstädt, Mühlau, Penig und Hartmannsdorf waren seit etwa 7 Uhr im Einsatz, um einen Müllhaufen zu löschen. Auf einer Fläche von etwa 3000 Quadratmetern - so groß wie ein halbes Fußballfeld - hatte sich der Brand ausgebreitet.

Laut Mühlaus Feuerwehrchef Jörg Voigt war es bei Schredderarbeiten zum Brand gekommen. Rund 100 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Landratsamt und Rathäusern waren vor Ort. Brandschutzermittler sollen jetzt herausfinden, warum es zum Feuer gekommen ist. Bis zum Abend lagen keine Ergebnisse vor. "Wir hatten noch einmal Glück", sagte Thomas Schiefelbein, Chef der Entsorgungsfirma Lang mit 50 Mitarbeitern. Es sei keiner verletzt worden. Die Schreddermaschine wurde beim Brand zerstört, der entstandene Schaden liegt bei 350.000 Euro. Das Feuer sei am späten Nachmittag unter Kontrolle gewesen, aber die Rauchentwicklung dauere an. Über Nacht bleibe die Feuerwehr vor Ort, um mögliche Glutnester schnell zu löschen.


"Es befanden sich dort Matratzen, Holz und anderer Sperrmüll, der im Haushalt anfällt", erläuterte Voigt. Firmenchef Schiefelbein sagte, dass dort keine gefährlichen Stoffe gelagert würden. Auf Nachfrage meinte er aber, dass auch Plastik gebrannt hätte. Feuerwehrleute löschten zudem brennenden Restmüll und Autoreifen. "Allerdings stehen die Luftmessungen noch aus", ergänzte Mühlaus Bürgermeister Frank Petermann bei einer Pressekonferenz am Mittag. Die Feuerwehrleute waren mit Atemschutztechnik im Einsatz. Die Rauchwolke zog vom Gewerbegebiet in Richtung Hartmannsdorf, Herrenhaide und Wittgensdorf.

"Wir haben Anwohner gewarnt, Türen und Fenster geschlossen zu halten", sagte Bürgermeister Petermann. Mit Lautsprecherwagen seien die Einwohner informiert worden. "Zum Beispiel wollten Schüler eine Exkursion unternehmen", sagte Ordnungsamtschefin Cornelia Müller. Dies sei untersagt worden. Auch die Hofpause sei verboten worden. Alle Kindereinrichtungen in Burgstädt und Hartmannsdorf seien informiert worden. Laut Einsatzleitung wurde zudem ein Polizeihubschrauber eingesetzt. "Anhand der Luftbilder können wir die exakte Größe des Brandherdes ermitteln", sagte der Einsatzleiter. Genaue Untersuchungen können aber erst nach Abschluss der Löscharbeiten durchgeführt werden, ergänzte er.

Im Gewerbegebiet wurden mehrere Zufahrtsstraßen gesperrt. Schaulustige verfolgten das Geschehen. Allein ein 500 Meter langer Schlauch wurde vom Löschwasserbecken gegenüber der Tankstelle am Beginn des Gewerbegebietes bis zum Einsatzort gelegt. Zudem sei Wasser aus einem nahen Regenrückhaltebecken und aus Hydranten entnommen worden. "Mehrfach musste Schaum nachgeordert werden", sagte Bürgermeister Petermann. Zudem sei die Entsorgung des Löschwassers angelaufen. "Das Wasser muss aufgefangen und von Spezialkräften entsorgt werden, weil es kontaminiert, also verunreinigt ist", so Petermann.

Bei einigen Feuerwehrleuten wie Burgstädts Stadtwehrleiter Lars Döring wurden beim Einsatz Erinnerungen an den Großbrand an gleicher Stelle vor zehn Jahren wach. Am 11. Juni 2009 hatte es in der Lagerhalle des selben Entsorgungsbetriebes schon einmal gebrannt. Dort gelagerter Müll hatte sich entzündet. Bis zu 100 Einsatzkräfte waren mehr als 30 Stunden im Einsatz. "Der Großbrand ist mit dem heutigen vergleichbar", sagte Döring. Dieses Mal sei es noch schwieriger gewesen, weil sich das Feuer im Freien ausweitete.

Das Entsorgungsunternehmen hatte den Schaden 2009 mit reichlich zwei Millionen Euro angegeben, den seine Versicherung bezahlte. Doch auf den Feuerwehreinsatz-Kosten von rund 90.000 Euro blieb die Firma sitzen, weil das die Versicherung nicht übernahm. Deshalb forderte die Stadt Burgstädt, zuständig für den Feuerwehreinsatz, das Geld von der Firma zurück. Dagegen klagte das Unternehmen.

Vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz ist der Fall noch anhängig, sagte Ordnungsamtschefin Müller. Ein Großteil der Kosten soll die Firma bezahlen, weil es sich bei der Lagerhalle um eine Anlage mit besonderem Gefahrenpotenzial handelt. Vom Grundsatz her sei der Stadt Burgstädt Recht gegeben worden, aber eine endgültige Entscheidung stehe noch aus, sagte Müller. Firmenchef Schiefelbein, der erst seit einem Jahr im Amt ist, konnte zum Brand 2009 und dem Gerichtsverfahren nichts sagen.

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