Ex-Freundin vergewaltigt: Mann steht vor Gericht

Der Angeklagte fuhr mit dem Opfer stundenlang durch Deutschland

Vor dem Landgericht muss sich aktuell ein junger Mann verantworten, der am 17. Januar seine Ex-Freundin - sie hatte sich am Tag zuvor von ihm getrennt - entführt und vergewaltigt hat. Der 26-Jährige gab die Tat zu. Nach der Trennung fuhr er zunächst in seine Wohnung, trank dort zwei Flaschen Wein und fuhr später wieder zur Ex-Partnerin. Weit nach Mitternacht drang er gewaltsam, mit einem Messer bewaffnet, in die Wohnung ein und zwang die 24-Jährige, in sein Auto zu steigen. Ziellos fuhr er mit ihr durch mehrere Bundesländer, obwohl er kurz vorher aufgrund einer Alkoholfahrt seinen Führerschein verloren hatte. Bei einem Stopp an einem Waldstück vergewaltigte er die junge Frau. Noch vor Mitternacht wurde er schließlich verhaftet.

Das Geständnis des Angeklagten ersparte seinem Opfer eine Aussage vor Gericht. Bei der Verhandlung am Montag wurde indes die Psychotherapeutin der jungen Frau gehört. Sie sagte, ihre Patientin leide an einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Sie sei verschüchtert und reagiere vermeidend. So habe sie Schwierigkeiten, allein in ihrer neuen Wohnung zu sein. Die Frau werde jetzt eine ambulante Akutthe- rapie machen, an die sich eine Langzeittherapie anschließen werde, so die Psychotherapeutin.


Eine weitere Psychotherapeutin sprach über den Angeklagten, den sie begutachtet hat. Er verfüge über eine gute intellektuelle Leistungsfähigkeit, sei ruhig und zurückhaltend und weise keinerlei Anzeichen für psychische Erkrankungen auf. Besonderheiten seien seine Zurückgezogenheit, Schwierigkeiten im Umgang mit Konflikten und die Angewohnheit, Verantwortung auf andere zu schieben. Der Angeklagte wuchs bei seinen Großeltern auf. Durch ihre Erziehung wirkten manche Ansichten des jungen Mannes "aus der Zeit gefallen", so die Expertin. Außerdem machte sie deutlich, dass sie bei der Tat nicht von einer Affekthandlung ausgehe, vor allem weil der Angeklagte gesagt habe, ihm sei schnell klar gewesen, dass er sich der Polizei stellen müsse. Angeklagt ist der 26-Jährige wegen der besonders schweren Vergewaltigung, Nötigung, Freiheitsberaubung sowie Körperverletzung. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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