Feuerwehr wehrt sich gegen Unfall-Gaffer

Bei einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 4 ist erstmals ein Banner eingesetzt worden, um Schaulustige abzuhalten. Die sind nicht das einzige Ärgernis für die Retter.

Frankenberg.

Bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn 4 nahe der Anschlussstelle Frankenberg in Richtung Chemnitz ist am Mittwochnachmittag eine 43 Jahre alte Autofahrerin ums Leben gekommen. Ein Kleintransporter - nicht wie am gestrigen Donnerstag gemeldet ein Pkw - war an einem Stauende auf das Auto der Frau aufgefahren. Sie starb noch am Unfallort. Der 19 Jahre alte Fahrer des Transporters wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Etwa zwei Stunden zuvor war ein Lkw nahe der Anschlussstelle von der Fahrbahn abgekommen, gegen die Leitplanke gefahren und umgekippt. Dessen Fahrer blieb laut Polizei unverletzt. Wegen der Bergungsarbeiten bildete sich ein Stau, auf den dann gegen 16.30 Uhr der 19-Jährige mit dem Kleintransporter auffuhr. Die Bergungsarbeiten dauerten bis 3 Uhr am Donnerstagmorgen.

Erstmals setzte dabei die Hainichener Feuerwehr, die mit 15 Kameraden und drei Fahrzeugen im Einsatz war, ein Banner mit der Aufschrift "Nicht gaffen, sondern helfen" gegen Schaulustige ein. "Zum einen dient das dem Schutz der Opfer, zum anderen wollen wir damit auch Mitglieder werben", sagt Wehrleiter Sandro Weiß. Es habe öfters Probleme mit Gaffern gegeben. Die Frankenberger Feuerwehr, die an beiden Unfallorten mit elf Kameraden im Einsatz war, hat noch kein solches Banner. "Aber auch wir denken darüber nach, so etwas anzuschaffen", sagte Wehrleiter Michael Knoth. Denn es gebe immer häufiger Schaulustige, die an den Einsatzstellen langsamer als nötig fahren oder anhalten, um mit Handys zu filmen oder zu fotografieren. "Wir finden es schlimm, dass die Leute so reagieren, auch weil sie damit den Verkehr aufhalten und weitere Unfälle provozieren", so Knoth.

Ein noch größeres Problem für die Retter sei am Mittwoch gewesen, dass im Stau keine Rettungsgasse auf der dreispurigen Autobahn frei war. "Wir mussten uns die Rettungsgasse erst freikämpfen", so Knoth. Danach hätten Autofahrer die freie Spur wieder zugestellt. (jl/luka)

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