Film ab: Junge Chemnitzer suchen in der Stadt nach Liebe

Ein Ensemble aus der Musikschule hat den Jugendkunstpreis Sachsens gewonnen. Die Mitglieder wurden aber nicht für ihre ungewohnte Musik geehrt.

Sie experimentieren mit Klängen und Geräuschen. Normalerweise. Nun aber haben die Jugendlichen des Ensemble C der Musikschule einen Preis für ein Video gewonnen. Dabei hatten sie sich auf die Suche nach Liebe in der Stadt gemacht.

Wer ins Klassikkonzert geht, hört meist Werke von Komponisten, die vor hunderten von Jahren gelebt haben. Wer dem Ensemble C zuhört, bekommt was Neues auf die Ohren. Die 11- bis 21-Jährigen schaffen Klänge und Geräusche, interpretieren und komponieren. Mit Klängen und einem Film begeisterten sie nun die Jury des Sächsischen Jugendkunstpreises. Der Wettbewerb stand unter dem Motto "Wo ist die Liebe?".


Ihren Erfolg fuhren die Chemnitzer in der Kategorie Fotografie und Film ein. Im Frühjahr hatten sie ein Video aufgezeichnet, in dem sie sich passend zum Motto auf die "Suche nach dem C" machten. "Den Titel kann man verschieden interpretieren", so Martin Kunze, Schlagzeuger und Regisseur des Videos. Er selbst taucht in dem Streifen gar nicht auf. Er stand hinter der Kamera. Den Titel des Films könne man auf Tonlagen in der Musik beziehen, aber auch auf das Initial der Heimatstadt des Ensembles. In ihrem Film begeisterten die Musiker mit einer Spurensuche in und Liebeserklärungen an ihre Stadt. Unter anderem stellten sie die Bronze-Pinguine, das Tietz und den Springbrunnen im Stadthallenpark in den Mittelpunkt.

Worte verloren sie in ihrem zweiminütigen Clip nicht, wohl aber setzten sie mit Tönen Klangpunkte. Was für ungeübte Musikhörer nach einer Instrumentenprobe klingen könnte, sind bewusst gesetzte Musikakzente. "Mit ihren Interpretationen haben die jungen Musiker schon beim Mozartfest und dem Europäischen Nachbarschaftsfest begeistert", zeigte sich Ensemble-Leiter Andreas Winkler stolz.

In ihrem Grußwort betonte die Schirmherrin, Staatsministerin Petra Köpping, die politische Bedeutung von Mitgefühl und Liebe als Basis eines guten Miteinanders. Die Chemnitzer Ensemblemitglieder verstehen sich instrumental schon mal bestens. Nur bei der Verwendung des Preisgeldes in Höhe von 150 Euro gingen die Meinungen auseinander. Es werde gespart, hieß es da. "Nö, das Geld gibt es direkt als Lohn auf die Hand", hielt Musiker Alex Florian Lingath entgegen.

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