Geplantes Eins-Holzkraftwerk wird Thema für Wissenschaftler

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Der Chemnitzer Versorger will Braunkohle durch andere Brennstoffe ersetzen. Doch die Folgen für die Umwelt sind umstritten.

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66 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    cn3boj00
    27.04.2020

    @ acals: Üblicherweise verfolgen Wissenschaftler bei Publikationen das Anliegen, eigene Thesen und Überzeugungen der Öffentlichkeit nahezubringen, zu befördern oder gar zu beweisen. Es ist also nicht anzunehmen, dass die Forscher hier Aussagen machen, wenn sie vom Gegenteil überzeugt sind.
    Um die Diskussion anzufeuern, möchte ich noch einmal auf meine These verweisen, die der landläufigen Lehrmeinung widerspricht, dass das Verbrennen von Holz (und anderer "nachwachsender" Rohstoffe klimaneutral sei. Denn es ist eine Grundvoraussetzung des Funktionierens elememtarer Kreisläufe auf der Erde, dass es genug Biomasse gibt, welche der Atmosphäre immer wieder CO2 entzieht und dafür O2 produziert. Wenn man im Anschluss diesen Prozess durch Verbrennen wieder umkehrt, greift man massiv in die elementaren Kreisläufe ein. So gesehen wäre auch das Verbrennen von Kohle und Erdöl in gewissem Sinne nachhaltig, weil diese ja auch aus Biomasse entstanden sind, die einst CO2 gespeichert hat. In meinen Augen - und es ist einfach nur eine These - brauchen wir den Wald nicht als Brennstofflieferant, sondern als intaktes System welches permanent den CO2-Gehalt der Atmosphäre reduziert und nicht zu zusätzlichem CO2 beiträgt.

  • 3
    2
    bürgerenergie
    26.04.2020

    Diskussion und Meinungsfindung, ja eben. Es wäre sehr wichtig, dass diese nun endlich auch unter den kommunalpolitisch Mitverantwortlichen transparent stattfinden.
    Es ist auch der Freien Presse für den Anstoß dazu zu danken. Warum inhaltliche Aussagen aber dann - von wem auch immer? - gleich wieder mit dem Polemikvorwurf beantwortet werden, das mag verstehen wer will.

    Und gern übernehme ich - in Vertretung ;-) - auch die Antwort auf die Frage zu den Holzpellets: Diese werden - wie der Name sagt - aus Holz hergestellt. Welches Holz dies ist, wie nachhaltig es ist, das entscheidet der Kunde, wie bei allen Produkten. Und da ist es ein himmelweiter Unterschied, ob der Rohstoff aus Südosteuropas Urwäldern, oder als Reststoff aus einheimischen, nachhaltig produzierenden Sägewerken kommt. Auch da gibt es Zertifikate. Bei meinem ersten Kommentar allerdings ging es um die Energieeffizienz solcher Anlagen, die übrigens neben dem Privatbereich auch in Chemnitzer Kitas und Schulen sehr sinnvoll eingesetzt werden.

    @acals: Könnten auch diese Antworten nun dazu beitragen, dass wir zur Diskussion und Meinungsfindung kommen?

  • 1
    5
    acals
    25.04.2020

    Herr Herrmann, könnten Sie der geneigten Leserschaft hier erklären woraus Pellets für die heimische Pelletheizung gemacht werden?

  • 2
    5
    acals
    24.04.2020

    Wenn sich jemand in seiner Dissertation mit einem Sachverhalt beschäftigt, bedeutet dies nicht das er diese oder eine andere Meinung hat. Dazu kommt, eine Kommission muss mit Gutachten belegt den Sachverhalt abnehmen. Noch seriöser - Publikationen in internationalen peer-reviewed Journalen.

    Bis dahin sind auch Ihre Aussahen, Bürgerenergie, nur Meinung uns Polemik, vor allem auf Parteien in Chemnitz bezogen. So viel Zeit die kontroverse wissenschaflliche Diskussion und Meinungsfindung abzuwarten geben sie doch der Sache, oder nicht?

  • 4
    3
    bürgerenergie
    24.04.2020

    Das ist von den Wissenschaftlern der Westsächsischen Hochschule Zwickau korrekt dargestellt. Diese haben eben einen Gesamtblick und blenden nicht gewisse Aspekte aus. Genau dies aber tut ein Kraftwerksbetreiber ganz selbstverständlich, wenn er sich - berechtigt oder unberechtigt - viel vom so billigen Brennstoff Holz verspricht. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen ist das nachvollziehbar, nicht aber die weit verbreitete, unreflektierte Unterstützung (AfD) oder naive Gutgläubigkeit der meisten anderen Parteien in der Chemnitzer Kommunalpolitik. Es wäre zu wünschen, dass nun endlich auch mehr Stadträt*innen hinterfragen, wie das konkret funktionieren soll und was an den Bedenken der Wissenschaftler dran ist.

    Hinzu kommt, dass ein für den DAUERBETRIEB vorgesehenes HolzheizKRAFTwerk im Gesamtenergiesystem einer Großstadt nur sehr ineffizient betrieben werden kann; mit Jahresnutzungsgraden von max. 70% bis 75%. Dies aber ist mit der wertvollen Biomasse Holz unvertretbar! Das kann jede effiziente, kleine Holzheizung (Pellets zum Teil mit Brennwerttechnik, Hackschnitzel) effizienter! Aber deren Betreibern will die eins ja schließlich auf dem Holzmarkt auch gern Konkurrenz machen. Immerhin ist man ja hauptsächlich regionaler Gasverkäufer. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. ;-)

  • 8
    5
    cn3boj00
    24.04.2020

    Endlich mal jemand der hier Klartext spricht. Dass das Verbrennen von Holz klimaneutral sein soll ist eine der netten kleinen Lügen der Forstwirtschaftslobby. Nicht nur die oben angeführten Argumente, wie der Transportaufwand, der gern vergessen wird, und der Umstand, dass neben Treibhausgasen auch andere Schadstoffe erzeugt werden, sind bedenklich. Sondern auch die Argumentation, dass Holz als "nachwachsender" Rohstoff nur das CO2 abgibt, das es vorher gespeichert hat, ist klimatologisch bedenklich.Denn es ist eine wichtige Voraussetzung für die Herausbildung eines biologisch verträglichen Klimas, dass eben genug Pflanzengrün da ist, welches CO2 bindet. Wenn dieses bei Verbrennung freigesetzt wird, erreicht man einen Zustand in der Atmosphäre, wie er eben ohne den Wald wäre. Wenn jedes Jahr 50 km² Wald abgeholzt werden sollen, müsste man 50 Jahre früher anfangen, jedes Jahr 60-70 km² neu aufzuforsten, damit das entstehende CO2 sofort wieder absorbiert werden kann. Da dies nicht geschieht, ist ein Holzschnitzelkraftwerk einfach eine völlig fatale Anlage. Ich hoffe der Eins gehen die Lichter auf.