Heideschänke - Rathaus widerspricht Abrissgerüchten

Es gibt Befürchtungen, das Ausflugslokal am Zeisigwald könnte dem Erdboden gleich gemacht werden. Das ist wohl falsch - gleichwohl geht in dem Haus eine Ära zu Ende.

In sozialen Netzwerken fand die Nachricht schnelle Verbreitung und sorgte für Verwirrung. Angeblich soll das Ausflugslokal Heideschänke an der Eubaer Straße vor dem Abriss stehen, damit Platz wird für den Bau von mehreren Eigenheimen. So recht glauben mochte die Neuigkeit kaum jemand. "Fake News", heißt es in den Kommentarspalten.

Und tatsächlich gibt es derzeit keine Bestätigung von offizieller Seite. Aus dem Rathaus heißt es lediglich, dass dem Baugenehmigungsamt keine Anzeige zum Abbruch der Heideschänke vorliege. Theoretisch wäre ein solcher Abriss wohl möglich, weil der Gebäudekomplex an der Grenze zwischen den Stadtteilen Hilbersdorf und Adelsberg nicht unter Denkmalschutz steht. Immerhin kann die Stadtverwaltung bestätigen, dass auf dem Grundstück der Bau von drei Einfamilienhäusern genehmigt worden sei - allerdings nicht auf dem Areal, wo sich das Ausflugslokal selbst befindet, sondern östlich davon.

Dennoch gehen in der Heideschänke die Lichter aus. Der Gastronom, der das Haus seit 2012 betrieben hatte, hat das Restaurant bereits geschlossen. Derzeit werden alle beweglichen Installationen und Einrichtungsgegenstände beräumt. "Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt", berichtet der Betreiber. Anfangs habe man den Gaststättenbetrieb mit einer rollenden Woche gestartet, doch dann die Öffnungszeiten mehr und mehr zurückfahren müssen. Seit einem Jahr war die Heideschänke nur noch samstags und sonntags geöffnet. Auch damit ist jetzt Schluss. Mindestlohn und die immer schwierigere Suche nach Personal hätten ihm den Rest gegeben, sagt er.

Dabei waren er und seine Partnerin vor sieben Jahren mit großen Ambitionen gestartet. Man habe einen unbefristeten Mietvertrag unterschrieben, "weil wir glauben, dass die Heideschänke wieder zu einem richtig schönen Ausflugsziel werden kann", hieß es damals. Die Pacht war niedrig gestaltet, weil die Gewinne des Restaurantbetriebes in den Erhalt des Hauses fließen sollten. Das habe zuletzt aber kaum noch funktioniert, weil sich immer mehr und immer größere Mängel an der Gebäudesubstanz aufgetan hätten, so der Betreiber.

Die Heideschänke hatte seit ihrer Eröffnung 1908 schon einige Pächter kommen und gehen sehen. Binnen eines Jahrhunderts war das Gebäude mal Restaurant, Lazarett oder Großraumdiskothek. Was nun aus dem Gebäudekomplex werden soll, ist fraglich. Die Eigentümer leben nach Angaben des letzten Betreibers nicht in Deutschland.

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