Höchste Grundstückspreise werden in Kändler verlangt

Auch in Teilen Pleißas sind Flächen teurer als in der Limbacher Innenstadt

Limbach-Oberfrohna.

Wo kann man in Limbach-Oberfrohna für wenig Geld Grundstücke erwerben? Und wo befinden sich die beliebtesten Lagen? Bodenrichtwerte geben Aufschluss darüber. Die "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen dazu.

Was ist ein Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert dient als Richtschnur bei der Wertermittlung eines Grundstückes. Er stellt dabei einen Durchschnittswert für ein Gebiet dar, das je nach Siedlungsstruktur eine gesamte Ortschaft oder auch nur eine einzelne Straße umfassen kann. Der Richtwert bezieht sich nur auf den Wert des Bodens, eine eventuelle Bebauung wird nicht berücksichtigt. Für den Marktwert eines Grundstücks ist der Bodenrichtwert ein wichtiger Indikator, wegen mehrerer Faktoren (zum Beispiel Erschließungsgrad, Lage am Hang) kann es aber zu Abweichungen kommen.

Wo in der Stadt sind Grundstücke am teuersten?

Nicht in der Limbacher Innenstadt, obwohl man das vermuten könnte. Rund um den Johannisplatz gelten Bodenrichtwerte von 65 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt das Zentrum weit unter beliebten Eigenheimgebieten in den Ortsteilen. Am meisten Geld wird für Grundstücke in Kändler bezahlt, nämlich im Bereich Wiesenweg und An den Teichen. Zu jenem Gebiet zählt auch die Fontanestraße, an der das jüngste Eigenheimgebiet der Stadt mit 26 Grundstücken liegt. Wer dort zu Hause ist, wohnt ruhig, ist aber trotzdem schnell in Chemnitz und auf der Autobahn - das dürften die wichtigsten Gründe für die hohen Preise sein. Ähnlich verhält es sich im Rotdorngebiet in Pleißa, das mit relativ neuen Eigenheimen bebaut ist und mit 85 Euro ebenfalls zu den teuersten Straßenzügen zählt.

Wo ist es am günstigsten?

Betrachtet man nur Wohn- und Mischgebiete und klammert Gewerbegebiete, Ackerflächen sowie Grünland aus, so fällt auf, dass in den nordwestlichen Ortsteilen Grundstücke vergleichsweise preiswert sind. Dort sind die Wege nach Chemnitz und zum Teil auch zur Autobahn weiter. So werden in den kleinen Dörfern Uhlsdorf und Dürrengerbisdorf nur 20 Euro verlangt, in Wolkenburg rund ums Schloss 28 Euro, in Kaufungen 37 Euro und in weiten Teilen Bräunsdorfs 40 Euro. In Rußdorf ist die Spanne recht groß: An der Hohen Straße werden nur 37 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, an der Sonnenstraße hingegen 70 Euro. Die günstigsten Grundstücke in der Kernstadt sind an der Windmühlenstraße in Limbach sowie an der Hain- und Lindenstraße in Oberfrohna zu finden, wo jeweils 48 Euro verlangt werden.

Wo gab es die größten Preissprünge?

In allen Gebieten sind die Bodenrichtwerte im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2016 gestiegen. Am markantesten sind die Sprünge in den Bereichen Wiesenweg und An den Teichen in Kändler. Dort kletterten die Preise von 65 auf 100 Euro. Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre festgelegt. Die aktuellen Angaben beruhen auf Daten von 2018 und wurden Ende April dieses Jahres veröffentlicht.

Wie schneidet Limbach-Oberfrohna im Vergleich zu anderen Kommunen in der Region ab?

Als Faustregel kann gelten: Je größer die Stadt, desto höher die Bodenrichtwerte. In Chemnitz müssen für ein Grundstück direkt am Markt 2000 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. Weite Teile des Kaßbergs schlagen mit 140 bis 160 Euro zu Buche. In Mühlau, Hartmannsdorf, Burgstädt und Callenberg sind Grundstücke hingegen günstiger als in weiten Teilen der Limbach-Oberfrohnaer Kernstadt. In Niederfrohna reichen die Bodenrichtwerte von 30 Euro entlang der Limbacher Straße bis 60 Euro im Wohngebiet Am Sonnenhang.

Wie werden die Bodenrichtwerte ermittelt?

Als Grundlage dienen Kaufverträge, die in den vergangenen beiden Jahren abgeschlossen wurden. Für Straßenzüge, in denen es solche Anhaltspunkte nicht gibt, werden die Bodenrichtwerte geschätzt, indem aus dem allgemeinen Trend in einer Region Schlüsse gezogen werden. Wo es Verkäufe gegeben hat wie jüngst an der Fontanestraße in Kändler, bilden die Bodenrichtwerte die Realität also am besten ab.

Wer setzt die Bodenrichtwerte fest?

Zuständig ist der sogenannte Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Zwickau. Das Expertengremium wird vom Landrat für fünf Jahre bestellt, ist aber nach Angaben des Landratsamtes nicht an Weisungen gebunden. jop

Bodenrichtwerte für den gesamten Freistaat sind im Internet unter der Adresse www.boris.sachsen.de abrufbar. Kontakt zur Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Landkreis Zwickau kann per Telefon unter der Nummer 0375 4402-25770 oder per Mail an gaa@landkreis-zwickau aufgenommen werden.

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