Hort-Neubau-Pläne auf Eis - Finanzierung unsicher

Der Burgstädter Stadtrat trifft sich zur Sondersitzung. Es sind Probleme hinzugekommen, die das Bau-Vorhaben gefährden.

Burgstädt.

Eigentlich hätte eine Arbeitsgemeinschaft (Arge) aus Burgstädter Architekten längst mit der Planung für den Bau eines Hortgebäudes mit 80 Plätzen auf dem Gelände des Sportplatzes an der Albertsburg beginnen müssen. Der Stadtrat hatte bereits im November den Zuschlag für 365.000 Euro erteilt. Doch der Auftrag wurde gestoppt, weil noch nicht klar war, ob und welche Fördermittel zur Finanzierung des Projektes kommen, hieß es. Doch das war es nicht allein.

Zwischenzeitlich wurde bezweifelt, ob die Arge überhaupt die Planungen fristgemäß ausführen kann. "Denn ein oder zwei Mitglieder sollen demnächst in Ruhestand gehen", sagte Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler). Neben dem Zeitproblem spielten auch Fragen der Gewährleistung eine Rolle. Gleichzeitig habe ein weiteres ortsansässiges Planungsbüro Interesse an der Planung des Hortneubaus bekundet und eine Bewerbung im Rathaus eingereicht, sagte er. "Deshalb habe ich die Verwaltung angewiesen, den Stadtratsbeschluss vorerst nicht umzusetzen", so Naumann. Die Bewerber sollten eine Studie anfertigen. Dabei sollte nachgewiesen werden, ob der Neubau bis Juni 2018 und im angegebenen Kostenrahmen möglich ist, so Naumann. Denn zum Schuljahresbeginn 2018/19 müsse der Neubau bezogen werden. Ein Arbeitskreis entschied Anfang März über die Studien. Vorgeschlagen wird, dass das Ingenieurbüro für Bauplanung Volker Uhlich den Auftrag in Höhe von rund 355.000 Euro erhält. Der Stadtrat soll in einer Sondersitzung am Mittwoch darüber abstimmen.

Doch einige Stadträte reagieren überrascht: "Ich habe erst aus den Unterlagen erfahren, dass die Arbeit der drei Ingenieurbüros in Frage gestellt wird", sagte Ralf Jerke von den Linken. Er habe in Ausschusssitzungen davon gehört, dass es altersbedingte Schließungen von Ingenieurbüros geben soll. Doch ein betroffener Architekt habe ihm gesagt, dass dies gar nicht problematisch sei. Nur ein Büro gebe seinen Geschäftsbetrieb auf. Doch die anderen Mitglieder der Arge könnten die Arbeit übernehmen, erörterte Jerke. Hinzu komme die plötzliche Bewerbung vom Büro Uhlich. "Aber solange die Hintergründe nicht schlüssig sind, werde ich dem Beschluss nicht zustimmen", fügte Jerke hinzu.

Für Christian Flechsig, Fraktionschef der Freien Wähler, sei wichtig, dass auf alle Fälle der Neubau bis zum Schuljahresbeginn 2018 fertig wird. "Dies hängt mit Ausnahmegenehmigungen für den Hortbetrieb zusammen", erläuterte er. Seine Fraktion habe im Januar - also nach dem Stadtratsbeschluss - erfahren, dass mindestens ein Mitglied der Arge in Ruhestand geht.

Deshalb sei die Verwaltung informiert worden. Zudem sei es jetzt günstiger, zwischen zwei Studien auszuwählen, als im November, als nur eine Bewerbung der Arge vorlag, betonte er. Die Vertreter der CDU und FDP äußerten sich gestern nicht zu den Fragen. Auch der Betreiber der Einrichtung, die Muldentaler Jugendhäuser, sagte nichts und verwies auf die Stadtverwaltung. Die beteiligten Planungsbüros gaben keine Stellungnahme ab.

Das zuständige Landratsamt Mittelsachsen ist indes mit der Bauplanung befasst. "Es gibt Abstimmungen", sagte ein Sprecher. Aber mit dem sogenannten Aufstellungsbeschluss, den der Stadtrat gefasst hat, liege das Verfahren in der Hand der Stadtverwaltung. Jürgen Krabisch vom städtischen Bauamt erläuterte, dass entscheidend der Zeitplan sei. Die Arge habe signalisiert, dass ein Baubeginn vor März 2018 nicht möglich sei. Das Büro Uhlich habe versichert, dass ein Baubeginn im September/Oktober 2017 möglich sei. Der Zeitdruck bestehe deshalb, weil es seine Sondergenehmigung für den Hort gibt, die es erlaube, Räume in der Goetheschule zu nutzen. Diese laufe 2018 aus. Ob der Zeitplan geschafft wird, könne er nicht sagen. "Wir hoffen es stark, das Wetter spielt eine entscheidende Rolle", sagte Krabisch. Fördergeld sei beantragt. Wenn die Mittel nicht genehmigt würden, müsse trotzdem gebaut werden, denn der Hort sei eine Pflichtaufgabe.

Plan war es, einen Container als Zwischenlösung neben der Schule aufzustellen, damit mehr Plätze angeboten werden. "Doch das ist noch ungewiss", sagte Krabisch. Denn das Geld hierfür fehle. Zurzeit gibt es 156 Hortplätze. Für nächstes Schuljahr besteht Bedarf für 158 Plätze. Für 2021/22 werden 204 Kinder erwartet. Befragte Eltern äußerten sich gestern enttäuscht, als sie von den Problemen hören, denn die Doppelnutzung Hort/Schule sei auf Dauer belastend für Kinder und Erzieher, hieß es übereinstimmend.

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