Investor plant Wohnanlage neben Hort in Hartmannsdorf

Ein Haus für ältere Menschen soll gebaut werden. Allerdings müssen Planungen noch geändert werden, weil errechnete Mietpreise zu hoch sind.

Hartmannsdorf.

Ein neu in Hartmannsdorf zu errichtendes Quartier für betreutes Wohnen soll perspektivisch 30 Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts und etwa 15 Plätze in einer Tagespflege umfassen. Diese Grundstruktur stellte Betriebsleiter Christian Wagner vom Rudolf-Virchow-Klinikum Glauchau am Donnerstag den Gemeinderäten in Hartmannsdorf vor.

Der Prokurist der bauauftraggebenden Gesundheitseinrichtung skizzierte Grundüberlegungen und sondierte gemeinsam mit Antje Stefan, Assistentin der Geschäftsführung, die Vorstellungen zu diesem Vorhaben bei den Verantwortlichen der Gemeinde. Laut Stefan will das Unternehmen ein Objekt errichten, welches den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einer immer älter werdenden, aber agilen Bevölkerung unter angespannter Personalsituation künftig gerecht wird und den Standort auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern nicht als reinen Zweckbau aufwertet.

"Noch vor einem Jahrzehnt waren diese Einrichtungen so angelegt, dass die Bewohner, dann schon zu- meist alleinstehend, ihre letzten Lebensjahre oft pflegebedürftig verbrachten. Die Räume umfassten etwa 35 Quadratmeter Wohnfläche", so Stefan. Heute würden sich Interessierte, darunter viele Ehepaare, schon viel früher und nicht erst mit Gesundheitseinschränkungen für diese Wohnform entscheiden.

Die Paare würden weiter mitten im Leben stehen, individuell bestimmt den Alltag gestalten. Also sei es Anliegen, den Bewohnern über eine noch lange Lebensetappe zur Seite zu stehen und ein liebenswertes Zuhause zu geben. "Dafür planen wir andere Raumgrößen. Wir gehen von Wohnungen mit durchschnittlich 58 Quadratmetern Wohnfläche, die auch ein oder zwei Schlafzimmer umfassen, aus", so Antje Stefan. Auch kleinere Zuschnitte seien beabsichtigt.

Das Haus würde über Gemeinschaftsräume verfügen, in denen gemeinsam gegessen oder aber auch Familienfeierlichkeiten, etwa zum runden Geburtstag, organisiert werden können. Die erwogene Anzahl der Wohnungen lasse unter wirtschaftlichem Rechnen eine überschaubare Personalstärke zu, welche gehandicapten Bewohnern kompetent zur Seite stehe.

Noch seien aber prinzipielle Planungen nicht abgeschlossen, machte Wagner deutlich. Der Bauherr diskutiere noch den grundlegenden Zuschnitt, also beispielsweise die Anzahl der Geschosse, die Gestaltung des Innenhofes und der Parkflächen. Es stehe aber fest, die vorhandenen Bäume zu erhalten.

"Unsere konzeptionellen Wunschvorstellungen führen indes unter derzeitigen Berechnungen zu einer Kaltmiete von 14 Euro pro Quadratmeter, eine Größenordnung, die vor Ort schwerlich durchsetzbar wäre", begründete Christian Wagner den Fakt, noch keine Planungs- und Gestaltungsdokumente vorlegen zu können. "Wir wollen vielmehr im Januar eine beschränkte Ausschreibung starten, uns von Ingenieurbüros bzw. Architekten bis Mitte 2019 auf Basis unserer Wünsche ein solches Konzept vorlegen zu lassen, mit dem wir bei rund acht Euro Kaltmiete an den Markt gehen können." Zu diesem Betrag müssten Bewohner laut Antje Stefan zudem etwa 100 Euro monatlich obligatorisch für die Pflegekosten bzw. Betreuungspauschale aufbringen. "Während die Ehefrau vielleicht zum Friseur oder zum Einkaufen geht, kann der gehandicapte Partner in der Tagespflege betreut werden", so ihr Vorausblick.

Für die Mitglieder des Bauausschusses gilt der Standort als sehr praktikabel, komme es doch durch die benachbarte Schule und Kita zur Begegnung der Generationen. Die Gemeinde könne ein solches Wohnangebot gut gebrauchen. Die Gemeinderäte regten an, die Nutzung von Pkw durch die noch unternehmungstüchtigen Bewohner zu berücksichtigen bzw. nach Möglichkeiten der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr zu suchen.

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