Kneiper-Pech: Otto Waalkes im Pub - und keiner hat's bemerkt

Warum Mark Bauer den Auftritt des Komikers verpasst hat und weshalb sich sein Koch wohl noch mehr darüber ärgert.

Mark Bauer, Inhaber des Chemnitzer City- Pubs, ist der Pechvogel der Woche. Während er am vergangenen Sonntag in seiner Kneipenküche brutzelte, ließ es sich Komiker Otto Waalkes in seinem Pub an der Brückenstraße schmecken. Das Blöde war nur: Bauer hat es nicht gemerkt! Otto war nach seinem Auftritt in der Stadthalle dorthin gekommen, um seinen Hunger und Durst zu stillen. "Ich habe derweil meinen Küchenchef vertreten, der sich gerade in Kuba sonnte", grämte sich der Gastronom gestern noch. "Dabei hätte ich so gern ein Foto von Otto gemacht." Am allerliebsten mit dem urlaubenden Küchenchef zusammen: "Denn der sieht verrückterweise genau so aus wie der Komiker. Deshalb nennen wir ihn ja auch mit Spitznamen Otto", erzählte Mark Bauer. "Das wäre ein kurioses Foto geworden." Noch mehr habe sich allerdings Bauers Kellnerin geärgert. Die hatte Otto an dem Tag persönlich bedient - ihn aber auch nicht erkannt. "Mann, sie hat sich fast in den Hintern gebissen, als sie später erfahren hat, wem sie da mit Kilkenny-Bier und Spareribs versorgt hatte", so Bauer. Erst einige Tage später habe er durch Zufall erfahren, dass der Komiker in seiner Kneipe essen war. Der berühmte Ostfriese war übrigens nicht der erste Promi, der in Mark Bauers Pub den Abend nach dem Auftritt ausklingen ließ. "Durch die Nähe zur Stadthalle und zum Hotel Mercure konnten wir in der Vergangenheit auch schon die ganze Truppe der Show Lord-of-the-Dance bewirten", so Mark Bauer, selbst Riesenfan der Tänzergruppe. Auch die Jungs von Motörhead mit dem damals noch lebenden Frontmann Lemmy Kilmister haben nach ihrem Chemnitzer Konzert bis in die Puppen im Chemnitzer Pub die Gläser gehoben.Die hatte Bauer übrigens nicht verpasst.

Tim Kieß, Geschäftsführer des auch in Chemnitz ansässigen Schilderwerkes Beutha, hat eine Vision: "Nie wieder tote Kinder im Straßenverkehr." Und deshalb hat er gemeinsam mit seinem Vater in der vergangenen Woche seinen Bürostuhl gegen die Vordersitze eines alten Traktors getauscht. Mit einer ganzen Traube an Kindern bestiegen sie am Chemnitzer Werk den blank gewienerten Trecker und tuckerten durch die Stadt. "Das war ein tolles Erlebnis, als sich das Motorenrumpeln mit dem Kinderlachen mischte", sagte Tim Kieß nach der Ausfahrt. Im knallbunten Anhänger zuckelten die Traktorfahrer von Verkehrszeichen zu Verkehrszeichen über die Straßen. Der Ausflug hatte einen ernsten Hintergrund: Im Jahr 2014 wurde im Durchschnitt alle 18 Minuten ein Kind von unter 15 Jahren im Straßenverkehr verletzt. Von den rund 28.600 verletzten Kindern verloren nach Angaben der Statistiker des Bundesverkehrsamtes 71 ihr Leben. "Zwar sinkt seit Jahren die Anzahl der durch den Straßenverkehr getöteten Kinder", weiß Tim Kieß, "dennoch ist jedes von ihnen eines zu viel." Deshalb habe er verdeutlichen wollen, was die einzelnen Straßenschilder bedeuten und wo sie herkommen. Unter anderem fuhr der Traktor eine LED-Warnblinkanlage zur besonderen Kennzeichnung von Verkehrsbereichen vor Schulen und Kindergärten an. Kieß erklärte den Kindern den Sinn und Nutzen solcher Anlagen. Direkt an der Schilderpresse im Werk an der Clemens-Winkler-Straße durften die Kinder dann noch ganz nahe ran und zuschauen, wie gerade neue Wegweiser hergestellt wurden.

Ute Kiehn-Dziuballa (Foto), Geschäftsführerin des Vereins Kraftwerk, weilte gemeinsam mit anderen Chemnitzern am 3.Oktober als Ehrengast zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Landeshauptstadt Dresden. Die Einladung war aus dem Schloss Bellevue, unterschrieben von Bundespräsident Joachim Gauck, zu ihr geflattert. Anlass waren ihre Arbeit und ihr Engagement für die soziokulturelle Vielfalt in Chemnitz. Und während sie so auf ihrem Ehrenplatz im Landtag saß und das Festprogramm verfolgte, erlebte sie eine Überraschung. "Da wurde ein wahnsinnig aufwendig produzierter Film gezeigt, in dem sich Tänzer vor den schönsten Kulissen unseres Bundeslandes bewegten", so Kiehn. Und dachte dann: "Moment mal, die Mädels und Jungs kennst du doch?" Na klar, es waren unter ihnen ja auch eine ganze Anzahl an Tänzern, die jeden Mittwoch in Kiehn-Dziuballas Vereinshaus an der Kaßbergstraße proben. "Ich hatte Gänsehaut", sagte sie am Donnerstag - noch immer gerührt. "Ich werde meinen Tänzern wohl nächstens noch ein ganz großes Lob persönlich ausrichten."

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