Kugelgürteltier versteckt sich beim Wiegen lieber im Panzer

Drei Wochen alt ist der Nachwuchs im Tierpark. Die Pflegerinnen haben ihn schon oft gesehen, obwohl er sich noch nie richtig blicken ließ.

Selbst als Mutter Piepe auf den gelblichen Panzer des jungen Kugelgürteltiers steigt und an ihm schnüffelt, will es sich einfach nicht zeigen und bleibt in seiner Kugel zusammengerollt. Nur der kurze Schwanz lugt für einen Augenblick heraus. Während seine Mutter fröhlich durch das Gehege flitzt und den Rindenmulch im Tierpark-Gehege nach etwas Essbarem absucht, bleibt das drei Wochen alte Jungtier eingerollt liegen und bewegt sich nicht vom Fleck.

Als die Tierpflegerinnen Stephanie Plade und Stefanie Große dann aber Mutter Piepe zum Wiegen holen möchten, rollt auch sie sich zusammen. Das machen Kugelgürteltiere immer dann, wenn sie Gefahr wittern. Dabei verschließen die Stirnplatte und der Schwanz die Öffnung des Panzers. Das öffentliche Wiegen vor Besuchern gestern Nachmittag ist den Kugelgürteltieren offenbar nicht geheuer gewesen.

Wegen des Panzers ist es nicht leicht, bei den Tieren einen Gewichtsverlust festzustellen, erklären die Pflegerinnen. Die regelmäßige Kontrolle soll dabei helfen, rechtzeitig Krankheiten zu erkennen. Befallen beispielsweise Würmer die Gürteltiere - die eigentlich in Südamerika zu Hause sind -, können sie schnell viel Gewicht verlieren.

Doch bei Piepe und ihrem Nachwuchs ist alles in bester Ordnung. "Das Jungtier wiegt 383 Gramm, was vollkommen normal für sein Alter ist", sagt Stefanie Große. Sie arbeitet seit 2009 im Tierpark und kümmert sich um die Kugelgürteltiere, seit Vater Flitz vor fünf Jahren nach Chemnitz kam. Im vergangenen Jahr hat sich Piepe dazu gesellt. Aktuell ist das Elternpaar getrennt, Flitz muss in einem anderen Gehege leben. Denn Männchen seien dafür bekannt, den Nachwuchs gleichen Geschlechts anzugreifen. Ob es sich bei dem Jungtier wirklich um ein Männchen handelt, weiß keiner sicher. Bisher haben die Tierpflegerinnen nur ein einziges Mal den Nachwuchs für einen kurzen Augenblick nicht in Kugelform gesehen. Da hätten die beiden einen Kringel entdeckt, der ein Zeichen sein könnte, dass es ein Männchen ist, so Große.

Sie erwartet, dass das Tier gemeinsam mit seiner Mutter etwa ab der sechsten Woche durch das Gehege laufen wird. "Es ist immer schön, wenn die Tiere Nachwuchs bekommen. Das heißt ja, wir haben alles richtig gemacht, und sie fühlen sich wohl bei uns", sagt die 27-Jährige.

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