Landkreis gibt weniger Geld für Soziales aus

Rückgang der Anzahl Arbeitsloser entlastet Haushaltskasse

Annaberg-Buchholz.

Noch 2016 hat der Erzgebirgskreis rund 58,2 Prozent seines Budgets für Sozialtransferleistungen ausgegeben. 2017 waren es noch etwa 56,8 Prozent. Oder in Euro ausgedrückt: Die Leistungen für Soziales sanken von 229,2 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 212,4 Millionen Euro 2017. Die Ursachen der geringeren Zahlungen sind laut André Beuthner vom Landratsamt vor allem in den einzelnen Ausgabeposten zu finden.

Den Mammutanteil der Sozialtransferleistungen macht die Grundsicherung für Arbeitsuchende aus. "Und dieser Posten nimmt ab", so Beuthner. Während 2015 noch 149,3 Millionen Euro ausgegeben wurden, so waren es 2016 noch 132,2 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden 119,1 Millionen Euro ausgegeben. Beuthner erklärt das mit der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und der daraus resultierenden geringeren Anzahl Arbeitsloser. Auch die Leistungen für Asylbewerber gingen von 2016 auf 2017 um etwa zehn Millionen Euro auf 26,7 Millionen Euro zurück.

Andere Kosten, die in den Bereich Sozialtransfer fallen, steigen demgegenüber allerdings seit Jahren an. Dazu gehören der Unterhaltsvorschuss, der zunehmend in Anspruch genommen wird, aber auch Jugendhilfeleistungen (2015: etwa 21 Millionen Euro, 2017: mehr als 33 Millionen Euro), Sozialhilfeleistungen sowie Eingliederungshilfen für behinderte Menschen.

Im laufenden Haushaltsjahr wird sich die Summe der Transferaufwendungen übrigens wieder erhöhen. Im Etat des Landkreises sind 237,2 Millionen Euro veranschlagt. Ob das Geld ausgegeben werden muss, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher absehbar. Laut Landratsamt ist in diesem Jahr im Erzgebirgskreis eine deutlich gesunkene Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die Anzahl der Asylbewerber ging auch zurück. Beide Faktoren führen dazu, dass der Landkreis weniger Sozialleistungen aufbringen muss.

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