Mittelsachsens Pläne und Konzepte für regenarme Zeiten

Die Talsperren in der Region sind zu reichlich 60 Prozent gefüllt. Doch sichern sie die Trinkwasserversorgung auch über mehrere trockene Jahre?

LIchtenberg.

Den Mittelsachsen wird es laut Landestalsperrenverwaltung in diesem Jahr - trotz langer Trockenzeit im Sommer 2018 - nicht an Trinkwasser mangeln. Und das, obwohl die Talsperren im Landkreis derzeit durchschnittlich nur zu reichlich 60 Prozent gefüllt sind.

Dennoch: "Die Talsperren in Sachsen werden so bewirtschaftet, dass sie mehrere Trockenjahre überstehen können", erklärt Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Eine gute Nachricht gibt es auch: Die Füllstände sind nach den Niederschlägen der zurückliegenden Tage im Vergleich zur Vorweihnachtswoche wieder angestiegen.

Derzeit staut das Reservoir Lichtenberg 5,6 Millionen Kubikmeter Wasser, das sind 49 Prozent des Stauvolumens (vor Weihnachten waren es 5,2 Millionen Kubikmeter), der Speicher Rauschenbach 7,3 Millionen Kubikmeter Wasser, was 65Prozent des Volumens entspricht (vor Weihnachten 6,6 Millionen Kubikmeter), und die Saidenbachtalsperre staut 12,2 Millionen Kubikmeter Wasser, das sind 63 Prozent (vor Weihnachten 11,6 Millionen Kubikmeter). Letztere wird im Verbund mit den Talsperren Neunzehnhain I, Neunzehnhain II und Einsiedel betrieben. Dieses System Mittleres Erzgebirgehat derzeit eine Kapazität von 15,6 Millionen Kubikmeter Wasser (vor Weihnachten 14,7Millionen Kubikmeter), was der Füllmenge von 68 Prozent entspricht.

Der Wasserzweckverband ZWA Hainichen, der auch die Regionen Frankenberg und Mittweida mit Trinkwasser versorgt, bezieht dieses hauptsächlich aus den Talsperren Lichtenberg und Einsiedel. Niederschlag oder Schmelzwasser führen allerdings nicht sofort zum Anstieg der Pegelstände in den Talsperren. Zuerst werden die Bodenspeicher aufgefüllt, die aufgrund der Trockenheit im vergangenen Jahr stark angegriffen sind. Für jede Talsperre gibt es laut Katrin Schöne einen Bewirtschaftungsplan, der auch Trockenperioden berücksichtigt. Auch die Wasserqualität muss stimmen. "Trinkwassertalsperren sollten einen bestimmten Mindestfüllstand haben, um eine bestmögliche Wasserqualität zu gewährleisten. Auch dabei helfen uns unter anderem die Verbundsysteme", erklärt Katrin Schöne.

Doch was passiert, wenn es auch in den kommenden Jahren trocken zugeht? "Davon ist nicht auszugehen. Mehrere solche Jahre in Folge sind sehr unwahrscheinlich", sagt Ulf Winkler, bei der Landestalsperrenverwaltung für das Referat Wassermengenbereitstellung zuständig. Doch er schränkt ein: In den 1960er-Jahren habe es so etwas gegeben. Seither seien Vorkehrungen getroffen worden. Als Beispiel nennt er das Überleitungssystem. Geht einer Talsperre das Wasser aus, können andere Wasser an sie abgeben. Der Klimawandel ist bei der Landestalsperrenverwaltung längst debattiertes Thema. Ulf Winkler kann sich vorstellen, dass das Netz ausgebaut wird. Selbst eine neue Talsperre sei denkbar. Dafür komme im Erzgebirge die Kammregion infrage. (mit geom)

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1Kommentare
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  • 1
    4
    Tauchsieder
    07.01.2019

    Warum "wiederkäut" man dieses Thema, stand doch erst im alten Jahr hier in der Presse, oder gibt es neue Erkenntnisse?
    Wenn nicht dann ist es der alte Senf aus dem alten Jahr, oder man hat keine anderen Themen.



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