Nach Messerstichen: Mann wegen Totschlags vor Gericht

Im April soll der Angeklagte einen Nachbarn lebensbedrohlich verletzt haben. In der Verhandlung gab er sich wortkarg.

Es ist kurz vor Mitternacht am Ostersamstag dieses Jahres gewesen, als Karl Limmich* laut Anklage mit einem Küchenmesser in der Hand in die Wohnung seines Nachbarn gegangen sein soll. Mit Stichen in Oberbauch, Bein und Arm habe er den Mann lebensgefährlich verletzt, lautet der Vorwurf. Seit dem gestrigen Freitag muss sich Limmich deshalb vor dem Landgericht verantworten. Der Staatsanwalt wirft ihm versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Die Rettungskräfte, die in der Nacht zum Ostersonntag in die Jakobstraße auf dem Sonnenberg eilten, müssen einen blutigen Tatort vorgefunden haben. Das Opfer, das zum Tatzeitpunkt 37 Jahre alt gewesen ist, habe durch die Stiche mit der 18 Zentimeter langen Klinge nicht nur eine klaffende Schnittwunde im linken Oberschenkel und eine Wunde am Unterarm erlitten. Lebensbedrohlich seien vor allem die zwei "wuchtigen" Stiche in den Oberbauch des Mannes gewesen, durch die es zu einem Leberdurchstich gekommen sei, so der Staatsanwalt. Nur eine Not-Operation habe das Opfer retten können, sagte er.

Was dem Angriff auf den Mann vorausgegangen ist, wurde am ersten Verhandlungstag nicht deutlich. Der Angeklagte äußerte sich trotz Nachfragen der Richterin nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen und machte lediglich Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen. Laut Staatsanwalt soll das Opfer vor dem Angriff ein Fahrrad repariert haben. Seine Wohnung, in der er die Arbeiten ausführte, soll unverschlossen gewesen sein, so dass sich der Angeklagte leicht Zutritt zu den Räumen habe verschaffen können. Nach der Attacke sei es dem 37-Jährigen laut Staatsanwalt gelungen, dem Angreifer das Messer aus der Hand zu schlagen. Dafür habe das Opfer mit beiden Händen den Arm des Täters gepackt. Das Messer sei auf den Boden gefallen, der Angreifer habe sich bei der Auseinandersetzung den rechten Unterarm gebrochen, so der Staatsanwalt.

Seit der Tat befindet sich der Verdächtige nicht mehr auf freiem Fuß. Zunächst war der gebürtige Annaberger von der Polizei festgenommen worden. Das Amtsgericht erließ wenige Tage später Haftbefehl gegen den 45-Jährigen gelernten, arbeitslosen Heizungs- und Lüftungsbauer. Zur Verhandlung war er aus der Justizvollzugsanstalt Dresden nach Chemnitz gebracht worden. Limmich kündigte an, sich am zweiten Prozesstag Anfang November zu dem Geschehen zu äußern. Dann sollen auch die ersten Zeugen vernommen werden. Ein Urteil soll voraussichtlich Ende November fallen.

*Name von der Redaktion geändert.

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