Postladen schließt nach 25 Jahren

Das Geschäft in Klaffenbach hat am heutigen Donnerstag zum letzten Mal geöffnet. Auf Kunden kommen nun weitere Wege zu.

Klaffenbach.

Sie hat Briefmarken verkauft, Pakete in die weite Welt verschickt, ihren Kunden die Daumen beim Lottospielen gedrückt und sogar Müllsäcke an die Einwohner verteilt - mehr als 25 Jahre bediente Heidrun Wötzel Kunden in ihrem Post- und Lotto-Laden in Klaffenbach. Doch nun ist Schluss. Ab Freitag bleibt ihr Geschäft im Birkencenter geschlossen. Am heutigen Donnerstag öffnet Heidrun Wötzel den Laden an der Würschnitztalstraße zum letzten Mal.

Sie gehe mit mehr als nur einem weinenden Auge, sagt die 58-Jährige. "Es fällt mir sehr schwer, meinen Laden zuzumachen. Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht." Sie wolle sich nun aber mehr um ihre Gesundheit kümmern. "Die geht vor", betont sie. Bis zum vergangenen Jahr hatte sie ihren Laden ohne Mittagspause von 9 bis 18 Uhr geöffnet, erst danach die Öffnungszeiten etwas eingeschränkt, erzählt sie.

Im September 1993 hatte die gelernte Verkäuferin und Verkaufsstellenleiterin den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Sie eröffnete an der Klaffenbacher Hauptstraße in einem früheren Konsum ihren Laden, später zog sie ins Birkencenter um. In all den Jahren habe sie viele Stammkunden gewonnen, sagt Heidrun Wötzel. Diese seien sogar vom Kaßberg und dem Heckert-Gebiet nach Klaffenbach gekommen. "Die Anteilnahme, die Kunden jetzt zeigen, rührt mich sehr", so Heidrun Wötzel, die selbst in Klaffenbach wohnt. Eine Kundin habe ihr gesagt, dass ihr Geschäft eine Begegnungsstätte gewesen sei und nicht nur einfach ein Laden. Sie selbst sorgt sich nun vor allem um diejenigen Kunden, die nicht mobil sind. "Für sie ist hier auf dem Land vieles nicht so leicht erreichbar", so Wötzel. Einen Nachfolger für sie gebe es noch nicht.

Das bestätigt die Deutsche Post. Das Unternehmen sucht noch nach einem neuen Partner aus dem Einzelhandel in Klaffenbach, der in seinem Geschäft auch Postdienstleistungen anbieten will. "Bedauerlicherweise hat sich diese Suche bislang als nicht erfolgreich herausgestellt", so ein Sprecher der Post. Kaufleute könnten sich jederzeit auf der Internetseite der Deutschen Post bewerben, fügt er hinzu. Kunden, die auf der Suche nach einem neuen Geschäft sind, in dem sie etwa ein Paket aufgeben können, werden ebenfalls im Internet fündig. Doch das wird auf jeden Fall mit einem größeren Aufwand verbunden sein. Die Online-Suche bietet als nächste Filiale ein Geschäft im mehr als zwei Kilometer entfernten Hutholz an, dann folgen zwei Neukirchner Läden.

Kunden bedauern, dass Heidrun Wötzel ihren Laden schließt. "Das ist ein großer Verlust für uns Harthauer, Klaffenbacher und Neukirchner Einwohner", sagt Claus-D. Härtel, Sprecher der Bürgerinitiative Harthauer Runde. Dadurch entstehe ein weiteres Versorgungsloch im Süden der Stadt, kritisiert er.

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