Scheune im Luisenhof wird saniert

Ein Dorfumbau kann viele Gesichter haben. Eines davon zeigt sich auf einem Areal in Callenberg. Dort arbeitet ein Team an einem besonderen Projekt.

Langenchursdorf.

Wenn es nach Robby Hammer geht, sollte das Projekt Luisenhof nie zu Ende gehen. Seit dem Erwerb des Vierseithofs vor gut neun Jahren bringt der 50-Jährige mit vielen Helfern Schritt für Schritt das idyllische Anwesen im Callenberger Ortsteil Langenchursdorf auf Vordermann - mit Zuschüssen für Dorferneuerung.

Damit diese Gelder genutzt werden können, haben die Macher des Projektes mit Hammer an der Spitze den Verein "Heilpädagogisch-Künstlerisches Therapeutikum Chemnitz" ins Leben gerufen. Und der kümmert sich in Langenchursdorf um geistig Behinderte sowie Menschen mit einer sogenannten Sozialbehinderung.

"Das sind zumeist Kinder und Jugendliche, die ihren Platz in der Gesellschaft verloren haben, die kaum noch in einer anderen therapeutischen Einrichtung unterzubringen sind", nimmt Hammer kein Blatt vor dem Mund. Derzeit seien es fünf Personen, die einen besonderen Betreuungsbedarf benötigen, fast täglich mit Hammer und seiner Familie sowie zehn Sozialarbeitern an der langen Frühstückstafel sitzen. Er wird gemeinsam gegessen, gelacht und über die Aufgaben des Tages gesprochen. Die einen misten den Stall aus, andere bringen Futter auf die Koppel, und andere wie Hammer werkeln seit Wochen an der gegenüber dem Wohnhaus liegenden Scheune herum. "Wir sind gerade dabei, das Dach neu einzudecken", erklärt Hammer, der selbst in einem der vier Arbeitskreise der Arbeitsgruppe des Fördergebietes "Schönburger Land" mitarbeitet. Er kennt daher das Prozedere, um Zuschüsse für Projekte der Dorferneuerung zu erhalten. So gibt's für den Scheunenausbau auf dem Luisenhof beispielsweise 163.000 Euro Fördergeld. Ohne diese Zuschüsse wäre der Luisenhof nicht das, was er heute ist: Denn neben dem grünen Klassenzimmer, das für Bauernhof-Schultage genutzt wird, und der Pension sei auch das Hofcafé beliebt. So beliebt, dass auch gern die Ortsansässigen vorbeischauten. So habe dort zum Beispiel eine Seniorin mit ihren Gästen Geburtstag gefeiert, zu dem die Luisenhof-Betreiber selbst gemachten Bio-Kuchen servierten. "Das Café hat jeden ersten Sonntag im Monat ab 14 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf angenehme Gespräche", sagt der Bauingenieur.

Seit 2014 sind 8,41 Millionen Euro Fördermittel für die Dorferneuerung in den nördlichen Teil des Landkreises Zwickau geflossen. Das erklärte Martin Böhm von der Interessengemeinschaft mit der Muldestadt Waldenburg an der Spitze, die zusammen mit dem Regionalmanagement "Schönburger Land" die Dorfentwicklung in acht Gemeinden und fünf Städten mit insgesamt 63 Ortsteilen vorantreibt. Das Gesamtbudget für den Zeitraum der Förderperiode von 2014 bis 2020 beläuft sich auf rund zwölf Millionen Euro. Neben Privatpersonen und Kommunen können auch Wirtschaftsunternehmen, Vereine sowie Institutionen Förderanträge stellen.

Von dem noch offenen Budget sind 1,8 Millionen Euro für weitere Projekte geplant. So können bis 10. August Förderanträge auch für Landschaftsgestaltung, Ausbau von Gemeindestraßen, Mobilitätskonzepte und Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz eingereicht werden. Auch werden Anträge, die sich mit der Schaffung von Wohnraum durch Gebäudeumnutzung beschäftigen, angenommen. Nicht zuletzt kann Fördergeld für Maßnahmen zur Entwicklung tragfähiger Bewirtschaftungskonzepte für Einrichtungen der Daseinsvorsorge und Soziokultur beantragt werden.

www.region-schoenburgerland.de

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