Schülerproteste -Bürgermeister lehnt Megaprojekt ab

Klaffenbacher Kinder haben für die Sanierung ihrer Grundschule demonstriert. Der zuständige Dezernent will Pläne lediglich prüfen.

Lautstark mit Trillerpfeifen und bunten Plakaten haben rund 40Klaffenbacher Kinder und Eltern für eine weitaus umfassendere Sanierung der Grundschule in ihrem Stadtteil demonstriert. Vor der Sitzung des Stadtrates am Mittwochnachmittag machten sie vor dem Rathaus auf ihr Anliegen aufmerksam. "Wir wünschen uns gute Lernbedingungen - keine Dauerbaustelle mehr" und "Wir sind die Zukunft - jetzt sinnvoll sanieren" war auf den Plakaten der Kinder zu lesen.

In der Klaffenbacher Grundschule wird derzeit der Brandschutz erneuert. Um Freiheit für den Bau zu bekommen und die Arbeiten zu beschleunigen - unter anderem wird ein zweiter Rettungsweg errichtet - wurde das Gebäude freigezogen. Die 80 Mädchen und Jungen werden seither in der Grundschule in Einsiedel unterrichtet. Klaffenbacher Eltern und der Ortschaftsrat fordern nun, die Zeit, in der die Schule leer steht, zu nutzen und weitere Instandsetzungen in dem Haus anzugehen. "Vor allem Klassenzimmer müssen erneuert werden", fordert Ortsvorsteher Andreas Stoppke. Fenster und Bodenbeläge seien in schlechtem Zustand. Stoppke beklagt einen großen Investitionsstau. Jahrzehntelang sei in der Einrichtung nichts gemacht worden.

Derzeit werden die Klaffenbacher Grundschüler morgens mit einem Bus nach Einsiedel gefahren, nachmittags geht es zurück. "Jede Fahrt dauert 30 Minuten. In Klaffenbach können die meisten Schüler zur Schule laufen", sagt Katrin Opitz vom Elternrat. Sie befürchtet, dass eine weitere Auslagerung auf die Kinder zukommt, wenn die Schule zu einem späteren Zeitpunkt weiter saniert würde. "Das kostet doch auch wieder Geld", sagt sie. Warum plant man solche Vorhaben nicht besser, fragt sie.

Bürgermeister Ralph Burghart sicherte den Klaffenbachern eine Prüfung ihrer Forderungen zu. Zunächst solle eine Liste mit den Mängeln erstellt werden, sagte er. Danach müsse geklärt werden, was in diesem Schuljahr und im Sommer an zusätzlichen Bauarbeiten noch ausgeführt werden könne und ob das Vorhaben durch die Stadt zu finanzieren sei. "Außerdem müssen wir noch Handwerker finden", sagte Burghart. Es sei möglich, dass die Auslagerung der Klaffenbacher Einrichtung über dieses Schuljahr hinaus verlängert wird. Dies sei jedoch abhängig von der Auslastung der Einsiedler Schule im übernächsten Schuljahr. Eine Komplettsanierung des in die Jahre gekommenen Schulgebäudes lehnte Burghart jedoch ab. Das sei ein "Megaprojekt". Man müsse überlegen, "ob man das überhaupt macht".

Ortsvorsteher Stoppke will bis Weihnachten eine Mängelliste vorlegen. "Danach müssen auf Worte Taten folgen", nahm er den Bürgermeister in die Pflicht. Der Ortschaftsrat will sich an der Finanzierung der zusätzlichen Bauarbeiten beteiligen. "Unser Budget von 3000 Euro, mehr haben wir nicht, stellen wir zur Verfügung", so Stoppke.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    cn3boj00
    01.11.2019

    Genau so ist es. Eingemeindung um des eigenen Vorteils willen, und dann fünftes Rad am Wagen. Sämtliche Gebietsreformen haben nur wenigen gedient, der Mehrheit aber nichts gebracht. Es ist schon eine Schande, dass man erst eine Mängelliste erstellen muss, weil man die Mängel nicht kennt!

  • 5
    3
    Steuerzahler
    01.11.2019

    „ Eine Komplettsanierung des in die Jahre gekommenen Schulgebäudes lehnte Burghart jedoch ab. Das sei ein "Megaprojekt". Man müsse überlegen, "ob man das überhaupt macht". Na da ist doch die Katze endlich aus dem Sack! Langsam verrotten lassen und dann schließen. War nicht der Erhalt der Grundschule Bestandteil der Eingemeindung? Trau keinem Politiker und erst recht nicht einer kommunalen Verwaltung! Es ging nur darum, für Chemnitz die Steuerzuweisung abzufassen, nicht um die Klaffenbacher.



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