So feiert Chemnitz in der City: Sonne, Mode, viele Menschen

Mit dem Fashion-Day ist der Frühling in der Innenstadt begrüßt worden. Dabei war unter Händlern und Besuchern auch die Absage des diesjährigen Stadtfestes ein Thema.

Es war ein Besucherrekord: Fast 30.000 Menschen liefen am Samstag allein durch die Galerie Roter Turm. Diese Zahl gab Centermanager Jörg Knöfel bekannt, nachdem der diesjährige Fashion-Day zu Ende gegangen war. Mit insgesamt 10.000 Besuchern in den City-Geschäften hatten die Organisatoren an diesem Tag der Mode gerechnet.

Neue Kollektionen, Varieté-Shows, Livemusik und wärmende Sonnenstrahlen: Davon ließen sich die Besucher in die Innenstadt locken. "Wir sind zum Bummeln und Genießen gekommen", sagte Regina Müller aus Mittweida. "Wir haben in der Vergangenheit schon viel in Chemnitzer Geschäften gekauft und wurden deshalb per E-Mail von Händlern zum Fashion-Day eingeladen." Es sei sinnvoller, mehr solche spezielle Veranstaltungen zu organisieren als das große Stadtfest, reagierte die 56-Jährige auf die Diskussion um dessen Absage in der Vorwoche. Sie hatte davon im Internet gelesen. Centermanager Jörg Knöfel bestätigte später, die Meinung der Kunden auch die vieler Händler sei. "Am heutigen Tag kommen die Besucher zielgerichtet auf Einladung und Marketingoffensive der Gewerbetreibenden in die Geschäfte und bringen die nötigen Umsätze."


Jeder Händler sei zum Fashion-Day für das Programm in seinem Laden weitgehend selbst verantwortlich, erklärte Tilo Morgenstern, Inhaber des Modegeschäftes Blob. Er präsentierte Modenschauen vor seiner Ladentür. Im Modeladen Haydn hatte Inhaber Torsten Sommer ein Casino eingerichtet. Im Schmuckgeschäft gegenüber drehte sich alles um Hochzeiten. "Diese Organisationsweise bringt den Vorteil, dass jeder Unternehmer seine Stammkunden anlockt und diese dann auch die Nachbargeschäfte für sich entdecken", erklärte Tilo Morgenstern. Der Chemnitzer vertreibt italienische Kollektionen, für die er einmal im Monat nach Bologna fährt, um dort Nachschub zu ordern. Der Fashion-Day sei für ihn die Gelegenheit zu zeigen, dass in Chemnitzer Geschäften in Sachen Modetrends keine Langeweile herrsche.


"Mischung aus Groß- und Kleinevents ist die Zukunft"

Sven Hertwig (Foto), Innenstadt-Koordinator für Rosenhof und Rathaus-Passagen, hat den Fashion-Day ins Leben gerufen und koordiniert ihn nun.

"Freie Presse": Herr Hertwig, wenige Tage vor dem Modefest wurde die diesjährige Auflage des Stadtfestes abgesagt. Hatte das Auswirkungen auf Ihre Planungen?

Sven Hertwig: Nein, wir Innenstädter wissen schon länger, dass wir den Besuchern und Kunden der City Entertainment in verschiedenen Varianten bieten wollen und müssen. Wir hatten in diesem Jahr im Vorfeld des Fashion-Days 30 Partnerschaften und Aktionen mit Händlern geplant. Diese sehr gute Entwicklung für dieses Event hatten wir im Blick.

Wo sehen Sie die künftige City-Belebung?

Für die Zukunft sehe ich eine Mischung aus Groß- und Kleinevents. Ich glaube, genau darin liegt der Reiz. Sich nur auf große Veranstaltungen zu konzentrieren, wäre der falsche Weg. Individuelle Formate wie der Brauereimarkt, der Fashion-Day im Frühjahr oder die Modenächte im Herbst können genauso attraktiv für Besucher sein und schaffen ein innerstädtisches Flair, in dem sich viele Menschen wohl fühlen.

Welche Bilanz ziehen Sie nach dem Fashion-Day? Diesmal waren ja auch Gastwirte der neuen Gastromeile eingebunden.

Der Tag war ein sehr guter für die City. Die Geschäfte, Cafés und Restaurants waren gefüllt und es herrschte eine sehr schöne großstädtische Atmosphäre. Damit schätze ich diesen Tag als erfolgreich ein. Gemeinsam mit den Händlern und den Besuchern sollten wir genau an dieser Imagebildung weiter arbeiten. pefr

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