So zufrieden sind die Chemnitzer

Die Stadt hat erstmals ihre Bürger gefragt, wie gut sie leben und wo der Schuh drückt.

Die Stadt Chemnitz hat ihre Bürger erstmals umfänglich nach ihrer Lebenssituation befragt. Die Ergebnisse dieser ersten kommunalen Bürgerumfrage liegen jetzt vor. Sie ist in zehn Themenfelder untergliedert und umfasst nahezu alle Lebensbereiche. Demnach gaben 77 Prozent der Frauen und Männer, die sich an der Umfrage beteiligten, an, mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden zu sein. Den Blick auf die persönliche Zukunft beurteilten 58 Prozent optimistisch. Nach den größten Problemen befragt, wurde die derzeitige Baustellen- und Umleitungssituation auf Chemnitzer Straßen am häufigsten genannt, gefolgt von Sicherheit/Kriminalität und ärztlicher Versorgung. Das Zusammenleben mit Ausländern gaben 33 Prozent als Problem an. Etwas mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer erklärte, dass sie sich tagsüber in der Stadt sicher fühlt, in der Nacht hingegen fühlen sich etwa drei Viertel eher unsicher. Deshalb gaben mehr als 90 Prozent an, dass Polizeipräsenz wichtig ist, 70 Prozent halten den Einsatz von Videokameras für notwendig, die im September in der Innenstadt in Betrieb gehen sollen. 

Restaurant-, Café- und Kneipenbesuche werden von den Chemnitzern am häufigsten genannt, wenn es um ihre Freizeitgestaltung geht. Fast 60 Prozent gaben aber auch an, den Tierpark oder das Wildgatter mindestens einmal im Jahr zu besuchen.

Die Stadt hatte für die Umfrage 6000 Einwohner unterschiedlicher Altersgruppen zwischen 18 und 85 Jahren angeschrieben, die aus dem Melderegister über eine Software per Zufallsprinzip ermittelt wurden. Mehr als 2600 Chemnitzer schickten die Fragebögen ausgefüllt per Post oder im Onlineformular zurück. Dabei ist der Anteil der Über-70-Jährigen überproportional stark vertreten, erklärte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Mittwoch bei der Präsentation der Ergebnisse. Die Umfrage soll jährlich wiederholt werden, um eine Entwicklung ablesen zu können, kündigte Ludwig an. Aus den jetzigen Ergebnissen könne sie keinen akuten Handlungsbedarf in einem bestimmten Themenfeld herauslesen. Allerdings gebe die Umfrage auch Hinweise für die anstehende Debatte zum Doppelhaushalt 2019/20. Darin soll zum Beispiel das größte Chemnitzer Schul-Investitionsprogramm enthalten sein. In der Umfrage war mehr als die Hälfte der Teilnehmer mit dem baulichen Zustand von Grund- und Oberschulen unzufrieden.

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