Stadtgeflüster: Chemnitzer Stimmenimitator dreht für das Fernsehen

Wozu ein Schauspieler Stars verlocken soll, wie ein Stück Chemnitz nach Leipzig kam und wo ein Buchhändler mitbestimmt.

Philipp Richter, Schauspieler und Musiker aus Chemnitz, hat ein großes Ding am Laufen. Er will in der ab kommender Woche laufenden zweiten Staffel der Show "Zart am Limit" mitmischen. In die Talkreihe beim Sender ZDF-Neo lädt sich Gastgeberin Laura Karasek Prominente zum Quatschen ein. Und damit die Unterhaltungen nicht bierernst ablaufen, kommt der Chemnitzer ins Spiel. Richter ist nämlich nicht nur ein Bühnen- und TV-erprobter Musiker und Darsteller, sondern auch Stimmenimitator. Seine Aufgabe in der Show soll es sein, mit möglichst lustigen Dialekten den Gästen der Sendung Witze zu erzählen. Die müssen dabei so lange wie möglich ernst bleiben. Was nach kleiner Spielerei beim Kindergeburtstag klingt, kann für Richter das große Sprungbrett bedeuten. "Mir geht es dabei aber nicht nur um die Karriere", so der Chemnitzer. "Es war für mich schon eine Riesenehre, nun mit so einem tollen Team zu drehen." In Frankfurt/Main liefen am Dienstag die Aufnahmen. In einer Online-Nachricht verneigte sich Richter danach vor Moderatorin Laura Karasek. "Laura ist nicht nur die Tochter des großen Literaturkritikers Hellmuth Karasek, der für mich einer der prägenden Menschen im Kulturbereich war." Sie selbst sei eine famose Schriftstellerin, Rechtsanwältin und Fernsehmoderatorin mit Humor.

Ralf Schulze (Foto), Chef der C3-Veranstaltungsbetriebe, hatte lange mit Behördenvertretern und Mitveranstaltern um Durchführungsbedingungen gerungen, dann kam die Vorgabe von der Stadt: Alle Veranstaltungen in der Stadthalle, der Messe und im Wasserschloß Klaffenbach werden in den kommenden Wochen vorsichtshalber abgeblasen. Und doch war Schulzes Team vor wenigen Tagen mitten in der Zukunftsplanung. Denn irgendwann sollen die Veranstaltungshallen ja wieder voller Menschen sein. Deshalb besuchte ein C3-Team am Dienstag die in den neuen Bundesländern erstmals durchgeführte Messe "Locations!" - trotz Corona-Sorge wurde diese in Leipzig durchgezogen. Die Vertreter der C3 präsentierten dort das derzeit im Chemnitzer Herzen entstehende Carlowitz-Congress-Center. "Die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt standen bei der Messe im Fokus", so C3-Sprecherin Yvonne Buchheim. "Deshalb nutzten wir die Präsentationsmöglichkeit, um den Veranstaltern mit kurzen Vorträgen unser besonders nachhaltig gestaltetes Congress-Center vorzustellen." Auch eine andere Chemnitzer Einrichtung sorgte dort für Aufsehen.

Thomas Waldheim, Marketingmanager der Eventhalle Kraftverkehr, hatte die Chemnitzer Halle, in der zu DDR-Zeiten Busse repariert wurden, zur "Locations!"-Messe nach Leipzig mitgenommen. Wie das möglich war? Mit Hilfe einer Idee des Haus-Regisseurs Matthias Lässig. Der hatte sich überlegt, einen Teil der Konzert- und Konferenzhalle in Form eines Messestandes nachzubilden. Dafür wurden Fotos von der bunt ausgeleuchteten Industriearchitektur des Kraftverkehr-Atriums gemacht und auf Messebauwände projiziert. Schon war die 3000 Quadratmeter große Halle auf handliche 20 Quadratmeter geschrumpft - und transportabel. Weil aber nicht nur industriehistorische Mauern das Augenmerk der großen deutschen und europäischen Veranstaltungsorganisatoren auf Chemnitz richten sollten, hatten die Kraftverkehr-Betreiber einen ihrer besten Stimmungsmacher mit nach Leipzig gebracht: Matthias Mazze Wiesner, der Ende April sein nächstes Album in der Chemnitzer Eventhalle an der Fraunhoferstraße präsentieren möchte, war mit seiner Gitarre zur Messe gefahren und rührte direkt am Stand, ganz locker vom Hocker, musikalisch die Werbetrommel für Chemnitz.

Klaus Kowalke (Foto), Inhaber der Buchhandlung Lessing und Kompanie, ist derzeit einer der gefragtesten Literaturexperten in Deutschland. Denn er gehört gleichzeitig drei Jurys an, die über wichtige Buchpreise abstimmen. In wenigen Tagen soll der Gewinner des Sächsischen Verlagspreises offiziell bekannt gegeben werden. Diese Auszeichnung vergeben das Wissenschafts- und das Wirtschaftsministerium gemeinsam. Kowalke entscheidet mit anderen Buchkennern darüber, welcher in Sachsen ansässige Verlag den mit 10.000 Euro dotierten Preis absahnt. Gleichzeitig ist sein Urteil aber auch bei der Wahl des besten deutschen Sachbuches gefragt. Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ermittelt diesen Preisträger derzeit und zeichnet ihn im Juni in Berlin aus. Insgesamt 42.000 Euro an Prämien werden dabei ausgeschüttet. Und dann gibt es ja noch die Suche nach dem diesjährigen Eupl-Preisträger. Der putzige Name ist eine Abkürzung für den Literaturpreis der EU, mit dem seit 2009 außerhalb ihrer Länder noch weitgehend unbekannte Schriftsteller europaweit berühmt gemacht werden sollen. Ohne Kowalkes Expertise geht es auch in dieser Abstimmung nicht. Er schlägt mit seiner Jury den für Deutschland nominierten Preisträger vor. Aus den 28 Ländern der Europäischen Union werden jedes Jahr insgesamt zwölf Autoren gekürt.

Sören Metzger (Foto), Immobilienmakler bei Realis Chemnitz, wurde jetzt zum neuen Direktor des Unternehmernetzwerkes BNI "Georgius Agricola" gewählt. Vor zehn Jahren hatten etwa 20 Firmenchefs aus Chemnitz und Umgebung die Ortsgruppe, englisch: Chapter, gegründet. Seitdem haben sie sich gegenseitig Umsätze in Höhe von fast zehn Millionen Euro vermittelt. Unter dem Begriff Business Network International (BNI) wurden die Treffs für Firmenchefs einst 1985 in den USA aus der Taufe gehoben.


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