Stadtgeflüster : Die schönste Ziege kommt aus Chemnitz

Ein Modelwettbewerb der anderen Art, ein Treffen der sportlichen Jungs und eine Begegnung mit dem Papst in Rom.

Simone Pitsch (Foto), Direktorin der Chemnitzer Medicampus-Schule für Gesundheitsberufe, hat mit ihren Kollegen einen wirklich ungewöhnlichen Wettbewerb gewonnen. Bei der Wahl zur schönsten Ziege fuhr das Team einen Sieg ein. Und das kam so: Seit 15 Jahren wird beim Wildbachfest im erzgebirgischen Steinbach ein viehischer Schönheitswettbewerb organisiert. Und so eroberten auch diesmal wieder 42 Vierbeiner den grünen Laufsteg an einer Raststätte in dem Ort und stellten sich der Wertung durch das Publikum. Neben Fellträgern der gastgebenden Ziegenhirten wagten auch gehörnte Schwanzträger aus Arnsfeld, Ansprung, Großrückerswalde, Neudorf, Niederlauterstein, Mildenau und eben aus Chemnitz den tierischen Aufmarsch. Denn erstmals war Anne-Doris Steffens dabei. Die Chemnitzerin suchte mit ihrer Ziege Heidi die Herausforderung. "Mit unserem Arbeitsteam vom Medicampus feierten wir im vorigen Jahr Weihnachten in der Wildbachgaststätte", erinnerte sie sich. "Beim Stöbern im Gästebuch stießen wir auf Berichte vom Ziegentreffen." Da reifte der Entschluss. 2018 sollte das Team der Gesundheitsfachschule dabei sein. "Also schafften wir eine Meckerliese an", so Anne-Doris Steffens. Und die stand ganz fix im Rampenlicht. Denn das Publikum wählte die scheinbar unbeeindruckte Ziege zur schönsten. Vielleicht lag das an den leuchtend pinkfarbenen Stutzen, für die die Medicampus-Mitarbeiter zu Stricknadeln gegriffen hatten. "Wir haben die Ziegenstrümpfe nämlich selbst gestrickt", so Direktorin Simone Pitsch. (mit chrh)

David Bergner, Cheftrainer des Chemnitzer Fußballclubs, war dabei, als seine Jungs untreu wurden: Am Donnerstag drehte es sich bei den Regionalligisten nämlich mal nicht um die schwarz-weiße Kugel, sondern um viel kleinere Bälle. Beim vom Steuer- und Rechtsberatungsunternehmen Eureos und der Chemnitzer Wirtschaftsförderung CWE organisierten Golfturnier in Klaffenbach sollten die Kicker nicht das Tor treffen, sondern die Löcher an der Fahne. Und nicht nur die Fußballer gingen ihrer Sportart fremd. Auch die Niners-Basketballer versuchten sich in der für sie ungewöhnlichen Disziplin. Es sei eine wunderbare Gelegenheit, Chemnitzer Sportler mit Unternehmern zusammen zu bringen, freuten sich CWE-Chef Sören Uhle und Steuerberater Ralph Bartmuß anschließend. Für die Fußballer vom CFC war es schon die zweite Gelegenheit in dieser Woche, sich außerhalb des Kunstrasens als Mannschaft näher kennenzulernen. Bereits am Mittwoch hatte João Grincho, Inhaber der Trattoria "Da Nino", die Jungs auf seine Restaurantterrasse eingeladen und mit Pizza und Pasta verwöhnt. "Ich möchte die Spieler wie in den vergangenen Jahren auch unterstützen", erklärte er seine Einladung. Die Sportler durften ordentlich bei Nudeln und Co. zuschlagen. "Die Kohlenhydrate werden auf dem Platz ja abtrainiert", meinte Trainer David Bergner.

Peter W. Patt (Foto), Landtagsabgeordneter, ist zurück von einer besonderen Reise. Er begleitete fast 900 junge Sachsen zur Ministrantenwallfahrt nach Rom. Mehr als 30 der Gläubigen kamen, wie ihr erwachsener Begleiter, aus Chemnitz. Sie gehörten zu 90.000 vorrangig deutschen und österreichischen Ministranten und Mitreisenden, die Papst Franziskus zur Audienz empfing. "Und wir Sachsen haben auf dem Petersplatz ein unvergessliches Bild abgegeben", verkündete Peter W. Patt nun stolz. "Denn wir waren mit leuchtend neongelben Sonnenschirmen angereist." Die mussten die jungen Papstbesucher auch aufspannen, denn in Rom herrschten zum Zeitpunkt des Besuchs 38 Grad Celsius. "Zum Glück spendete die Feuerwehr immer mal eine Regendusche und andere Helfer verteilten Getränke", lobte Patt die Organisatoren. Der Papst selbst bat die Ministranten, darunter auch die Sachsen, an seinen Audienzstuhl und wanderte durch die Reihen der Wartenden, machte Selfies und probierte Sonnenbrillen der Jugendlichen auf. "Dabei sind wir aber nicht wegen des Personenkultes hingefahren", so Patt, "sondern wegen unseres Glaubens." Er selbst ließ die jüngeren Gemeindemitglieder am Audienzstuhl vor. Schließlich habe er bei vorangegangenen Reisen schon die Päpste Benedikt und Johannes Paul getroffen.

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