Start für Bürgerdebatte über Kulturhauptstadt-Bewerbung

Im Tietz und anderswo soll ab jetzt regelmäßig über die Chemnitzer Titelaussichten diskutiert werden. Zum Auftakt war die Resonanz noch verhalten.

Ohne Live-Klaviermusik, Stehtische und Buffet wäre der Anlass kaum aufgefallen: Im Foyer des Tietz zu beiden Seiten der versteinerten Baumstämme hängen seit dem gestrigen Donnerstagnachmittag an acht Säulen Banner mit Informationen zur Chemnitzer Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025. Zur Eröffnung dieser neuen Dauerausstellung hatte das im gleichen Haus untergebrachte Kulturhauptstadtbüro zur ersten öffentlichen Diskussion "After Work", also nach der Arbeit, eingeladen. Doch es waren nur einige wenige kulturinteressierte Chemnitzer gekommen, um sich mit dem Leiter der Bewerbung der Stadt, Ferenc Csák, und seinen Mitstreitern zu unterhalten.

Die Veranstaltung sei Auftakt für eine Reihe öffentlicher Gesprächsrunden zu den Bewerbungsinhalten in den nächsten Monaten, kündigte Csák an. Schließlich sei Chemnitz seit genau sechs Tagen offizieller Kandidat für den Titel, den eine internationale Jury Ende 2020 vergibt. "Die Kulturstiftung der Länder hat unsere Bewerbung angenommen", verkündete Csák.

Jetzt müsse die Stadt noch die nächste Hürde nehmen und am 12.Dezember aus den insgesamt acht Bewerbern für die zweite Runde ausgewählt werden. Dann winkten Chemnitz nach bereits sicheren 800.000 Euro vom Freistaat weitere 20 Millionen Euro aus Dresden und 30 Millionen Euro vom Bund. Man arbeite aber auch schon an einem "Plan B", um trotzdem einen Teil der Kulturhauptstadt-Pläne verwirklichen zu können, sollte Chemnitz den Titel verpassen. Doch schon allein der Bewerbungsprozess bringe die Stadt weiter, so Csák.

Momentan sei er aber optimistisch, dass Chemnitz zumindest die zweite Runde erreicht. Und auch um das Interesse der Einwohner für die Bewerbung mache er sich keine Sorgen. Denn von den 1500 ersten Exemplaren des offiziellen Bewerbungsbuchs "Bid Book", die im Kulturhauptstadtbüro im Tietz kostenlos zu haben sind, seien innerhalb einer Woche bereits 500 vergriffen.

Weitere öffentliche Diskussionen über die Chemnitzer Kulturhauptstadt-Bewerbung sind geplant am 7. November beim Kulturausschuss ab 16.30 Uhr im Rathaus, Raum 118, am 14. November ab 17 Uhr im Tietz-Foyer und am 15. November ab 17 Uhr zur Einwohnerversammlung Mitte-West in der Schloßteichhalle.

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