Streit um Straße in Wolkenburg - Fronten sind verhärtet

Auf der Ortsdurchfahrt ist es wegen der abgesackten Fahrbahn eng. Zu einer Reparatur konnten sich Behörden und Anwohner bislang nicht durchringen. Nun wird ein Vorschlag erneut geprüft.

Wolkenburg.

Warnbaken dienen meistens dazu, eine Baustelle für eine begrenzte Dauer abzusichern. In Wolkenburg sind sie hingegen zumindest gefühlt zu einem Dauerzustand geworden. Im Juni 2015 hatte starker Regen dazu geführt, dass die Fahrbahn der Straße Schloßberg an der Ecke Mühlenstraße absackte. Die Ursache war eine marode Stützwand. Seitdem gehören die Warnbaken zum Ortsbild dazu. Zwei Fahrzeuge kommen an jener Stelle kaum aneinander vorbei.

Eigentlich sollte der Missstand 2017 behoben werden. Der Zeitpunkt war günstig, denn der Schloßberg war im vergangenen Jahr wegen des Neubaus einer Stützmauer auf Höhe des Schlossparks ohnehin gesperrt. Doch nach Angaben des zuständigen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) war ein Ausbau der Straße nicht möglich, weil Anwohner, die für das Projekt ein Teil ihrer Grundstücke zur Verfügung stellen müssten, ihre Zustimmung verweigerten.

Am Dienstag kommender Woche befasst sich nun der Technische Ausschuss des Limbach-Oberfrohnaer Stadtrates mit dem Bauvorhaben. Denn die Stadt kommt für die Kosten des Fußwegbaus sowie die Erneuerung der Straßenbeleuchtung an jener Stelle auf. Zu diesem Zweck soll eine Vereinbarung mit dem Lasuv geschlossen werden. Der Kostenanteil der Stadt wird mit etwa 175.000 Euro angegeben.

Bedeutet das, dass Bewegung in die Sache gekommen ist und ein Termin für den Baubeginn feststeht? Nein, teilt das Lasuv auf Anfrage mit. Ein Termin könne genauso wenig genannt werden wie die Gesamtkosten des Vorhabens. Der Grund: Noch immer habe es keine Einigung mit den Anwohnern gegeben. Nach Angaben einer Sprecherin läuft inzwischen ein sogenanntes Plangenehmigungsverfahren. Dabei wird Anwohnern die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Am Ende entscheidet die Landesdirektion, inwiefern ein Kompromiss gefunden werden kann oder ob das Vorhaben abgelehnt wird. Eine dritte Möglichkeit wäre die Enteignung der privaten Eigentümer - für einen solchen Schritt sind die rechtlichen Hürden allerdings hoch.

Die Lage ist kompliziert, weil ein Fußweg ohne die Flächen der Privatleute nicht gebaut werden kann. Die Straße ist zu schmal, als dass die Fahrbahn noch weiter verengt werden könnte. Anwohner verstehen nicht, warum der Fußweg von der Muldenbrücke gesehen auf der rechten Seite entstehen soll. "Dann würde der Abstand zu unserem Haus nur noch anderthalb Meter betragen", erklärt eine Betroffene. Zudem fürchtet sie, dass Niederschlagswasser verstärkt auf ihr Grundstück laufen könnte, falls das Projekt umgesetzt wird.

Sie schlägt vor, den Fußweg auf der anderen Seite anzulegen - wenn überhaupt. Eigentlich sei er verzichtbar. "Hier geht kaum jemand entlang", sagt die Wolkenburgerin. Sie verweist darauf, dass weiter oberhalb trotz der Baumaßnahme im vergangenen Jahr ein Fußweg fehlt - Passanten müssen durch den Schlosspark laufen. Ein Fußweg-Bau auf der anderen Straßenseite ist aber ebenfalls nicht ohne Weiteres möglich, weil sich dort ein Felsen befindet. Diese Variante hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bereits im vergangenen Jahr als "nicht praktikabel" verzeichnet.

Der Stadtrat und Landtagsabgeordnete Jan Hippold (CDU) hat sich als Vermittler eingeschaltet. Er hat mit den Anwohnern gesprochen und war auch bei einem Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten dabei. "Die Positionen sind verhärtet", räumt Hippold ein. Nach seinen Angaben sollte das Lasuv noch einmal prüfen, ob der Fußweg nicht doch auf der Seite des Felsens angelegt werden kann. Weil eine Antwort bislang ausgeblieben sei, habe er sich nun an das Wirtschafts- und Verkehrsministerium als übergeordnete Behörde gewandt, berichtet Hippold. Er hofft nach wie vor, dass eine einvernehmliche Lösung möglich ist. "Noch habe ich nicht aufgegeben."

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