Unfall bei Heizhausfest: Dampflok fährt zu weit und entgleist

Das Museumsfahrzeug kam aus der Lausitz und steckt jetzt in Hilbersdorf fest. Die Schadenshöhe ist noch nicht zu beziffern. Über die Ursache des Unglücks wird spekuliert.

Der Unfall ist zum Start des dreitägigen Heizhausfestes auf dem Gelände des Sächsischen Eisenbahnmuseums passiert: Eine historische Dampflok- dem Anschein nach mit drei Personen auf dem Führerstand besetzt - kommt nicht rechtzeitig zum Stehen. Sie fährt über die Schienen hinaus bis auf den angrenzenden Auto-Parkplatz und entgleist. Einen Prellbock, der die Lokomotive hätte aufhalten können, gab es an dieser Stelle offensichtlich nicht. Das Fahrzeug der Baureihe 231019 blieb schließlich zur Hälfte auf dem Schotter des Parkplatzes und zur anderen Hälfte auf dem Schienenende stehen. Neben der Lok sei auch ein Auto beschädigt worden.

Sven Liebold, Vorstandsmitglied des Vereins, bestätigt den Vorfall, der am Freitagabend passiert ist. Das wichtigste sei, dass niemand verletzt wurde, so Liebold. Er spricht von einem Rangierunfall. Die Höhe des Schadens sei noch nicht abschätzbar. Die Ermittlungen laufen, bestätigt auch ein Sprecher der Bundespolizei. Das historische Fahrzeug steht weiterhin auf dem Museumsgelände, so wie es nach dem Unfall zum Stillstand kam. Obwohl dieser noch vergleichsweise glimpflich ausgegangen ist, fuhr Besuchern ein Schreck in die Glieder. Beobachter vermuteten zunächst, dass es sich um Dreharbeiten für einen Film handeln könnte. Die Lok kam aus Cottbus, sie gehört zum Lausitzer Dampflok-Club, dort war am Sonntag kein Ansprechpartner zu erreichen. Das Fahrzeug wurde 1958 im Lokomotivbau "Karl Marx" in Potsdam-Babelsberg hergestellt.

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Derweil wird über die Ursache spekuliert. Es gebe viele Möglichkeiten, sagt Liebold. Technischer Defekt sei eine davon. Aber auch der Starkregen am Freitagabend könnte Grund gewesen sein, dass die Schienen zu rutschig waren und die Lok deshalb regelrecht über das Ziel hinaus gefahren ist. Die Chemnitzer Polizeidirektion war zwar kurz vor Ort, so ein Sprecher am Sonntag. Da aber niemand verletzt wurde und es sich nicht um öffentlichen Verkehrsraum, sondern um Privatgelände des Museumsvereins handle, sei für die Beamten der Einsatz schnell beendet gewesen.

Erst am Donnerstagabend hatte das Eisenbahnmuseum für Aufsehen gesorgt, als Mitglieder eine Dampflok anheizten. Der dichte, dunkle Rauch zog nicht ab und rief die Feuerwehr auf den Plan. Sie rückte mit sieben Fahrzeugen aus - und dann schnell wieder ab.

Trotz dieses Vorfalls und des Unfalls am Freitag sei das Heizhausfest gut verlaufen, sagt Liebold. Bis Sonntagabend wurden annähernd 9000 Besucher gezählt.

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