Universität soll Platz machen für Technologiefirmen

Wegen der hohen Nachfrage nach Gewerbeflächen will die Stadt die Pläne für den Technologiecampus ändern. Doch es gibt noch weitere Gründe.

Bernsdorf.

Die städtische Wirtschaftsförderung CWE richtet sich auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen ein. Trotz der Wirtschaftskrise in den Jahren nach 2008 seien in Chemnitz zuletzt im Schnitt rund acht Hektar pro Jahr an zusätzlichen Gewerbeflächen vermarktet worden, sagt CWE- Geschäftsführer Sören Uhle. Dieser "sehr zufriedenstellenden Nachfrage" weiterhin Rechnung zu tragen, werde in den kommenden Jahren keineswegs einfach, fürchtet er.

Beispiel Technologie-Campus: Das Gewerbeareal zwischen Fraunhoferstraße und Uni-Campus an der Reichenhainer Straße soll über die Wendeschleife der neu gebauten Straßenbahntrasse hinaus nach Süden wachsen. Die Pläne sehen vor, dass sich dort eines Tages sowohl Technologieunternehmen ansiedeln können als auch Platz zur Weiterentwicklung der Technischen Universität bereitgehalten wird.

Daran soll sich laut CWE prinzipiell auch künftig nichts ändern. Trotzdem beschäftigt sich der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss in der kommenden Woche mit einer Planänderung. Demnach werden sich auf einer etwa drei Hektar großen Teilfläche, die bislang für die Uni reserviert ist, künftig auch technologieorientierte Unternehmen ansiedeln können.

In der Begründung zu der von Baubürgermeister Michael Stötzer unterzeichneten Vorlage wird ausdrücklich auf die dynamische Entwicklung des Technologiecampus verwiesen. So beabsichtige das Fraunhofer Institut, die noch freien Teilflächen unterhalb der Straßenbahngleise vollständig in Anspruch zu nehmen, heißt es. "Die weiteren verbleibenden Flächen des Technologie-Campus erfreuten sich derweil hoher Nachfrage.

Doch auch städtebauliche Gründe spielen bei den Überlegungen eine Rolle. "Die geplante Bebauung entlang der Straßenbahntrasse sollte gleichsam den Auftakt, das Rückgrat und eine Adresse für das neue Forschungsquartier wie auch den neuen Stadteingang, insbesondere für die Nutzer der Tram, bieten", heißt es. Diese besondere Bedeutung müsse sich in der Gestaltung niederschlagen - durch höhere Gebäude und eine einheitliche Baulinie. Das Problem: Laut Rathaus ist derzeit nicht absehbar, wann die für die Uni reservierten Flächen vom Freistaat einmal bebaut werden. Im Interesse des Gesamtstandortes wolle man aber vermeiden, dass zentrale Flächen auf längere, unbestimmte Zeit unbebaut bleiben.

Ein endgültiges Aus für die Uni-Pläne am Standort müsse die Planänderung nicht bedeuten, betont CWE-Chef Uhle. "Sollte es schnelle Entscheidungen zur Bebauung geben, wäre das kein Problem", stellte er klar. Falls nicht, böten sich zu gegebener Zeit andere Perspektiven an - im TU-Umfeld an der Reichenhainer Straße oder aber im benachbarten Teil von Altchemnitz. Dort soll die Gegend rund um den früheren Spinnereimaschinenbau perspektivisch mit dem Technologiecampus verknüpft werden.

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