Vom Tietz bis zum Opernhaus: Hier entsteht das neue Chemnitz

Im Stadtzentrum dürften sich in den kommenden Jahren so viele Kräne drehen wie seit den 1960er-Jahren nicht mehr. Wie ist bei den einzelnen Vorhaben der Stand der Dinge? Ein Überblick.

Zwischen Tietz und Johanneskirche: Gleich zwei neue Viertel sollen in den kommenden Jahren zwischen Tietz und Augustusburger Straße entstehen. Mit Wohn- und Geschäftshäusern, einem großen Einkaufsmarkt und - so zumindest die bisherigen Planungen der Investoren - einem Hotel. Noch für dieses Jahr sind laut Baubürgermeister Michael Stötzer erste archäologische Grabungen geplant, 2019 könnten dann die eigentlichen Arbeiten beginnen. Bislang befinden sich auf den Flächen unter anderem große öffentliche Parkflächen.

Ob sich der Zeitplan halten lässt, daran gibt es allerdings Zweifel. Insbesondere das Areal um die Johanniskirche, das frühere Viertel Johannisvorstadt, gilt als stadtgeschichtlich interessant. Die Grabungen dort, so wird befürchtet, könnten sich unter Umständen länger hinziehen als erwartet. Hinzu kommt, dass am Bebauungsplan noch gearbeitet wird. Er soll Stötzer zufolge im Sommer vorliegen.

Fest steht allerdings schon jetzt: Wenn eines Tages gebaut wird, dann nicht auf dem gesamten Gelände gleichzeitig, sondern abschnittsweise. Aktuelle Überlegungen sähen vor, an der Kreuzung Bahnhof-/Augustusburger Straße und am Tietz zu beginnen, sagte der Baubürgermeister gestern auf einer Baufachtagung im Hotel "Chemnitzer Hof".

Zwischen Schocken und Johannisplatz:Auf der anderen Seite der Bahnhofstraße, zwischen Stefan-Heym- und Johannisplatz, plant der Versorger Eins eine neue Hauptverwaltung zu beziehen. Anliegen ist es, die verschiedenen Verwaltungsstandorte des aus den Stadtwerken hervorgegangenen Unternehmens zusammenzuführen. Zur Bebauung des bislang brachliegenden Areals sollen in den zurückliegenden Monaten sehr unterschiedliche Entwürfe eingegangen sein, heißt es. Wie der Komplex am Ende aussehen wird, entscheidet sich Ende kommenden Monats.

Rund ums Opernhaus: Mit zwölf Hektar Fläche dürfte das Viertel zwischen Brückenstraße, Stadtbad, Theater- und Schillerplatz samt neuer Uni-Bibliothek auf absehbare Zeit zur größten städtebaulichen Baustelle des Stadtzentrums werden. Arbeitstitel: Theaterquartier. Wo derzeit noch große Parkplätze, Plattenbauten und Wäscheplätze zu finden sind, sollen perspektivisch einmal Karrees mit Wohn- und Geschäftshäusern entstehen. Außerdem gibt es Überlegungen, im Umfeld des Opernhauses neue Gebäude für die städtischen Theater zu errichten - einen modernen Ersatz für das modernisierungsbedürftige Schauspielhaus beispielsweise. Laut Baubürgermeister Stötzer werden dazu zwei Varianten geprüft - eine mit Fokus auf den Bereich hinterm Opernhaus, eine mit Orientierung in Richtung Schillerplatz. Wie auch immer sich letztlich entschieden wird: Die Umgestaltung des Quartiers wird nur in Etappen vor sich gehen können. Derzeit wird an einem Bebauungsplan gearbeitet.

Getreidemarkt: Auf dem bislang als Parkplatz genutzten Areal soll ein dreiteiliger Wohn-, Büro- und Geschäftskomplex entstehen, mit Tiefgarage und großem Rewe-Markt im Erdgeschoss. Die eigentlichen Bauarbeiten dürften frühestens im kommenden Jahr beginnen, da das Gelände zunächst von Archäologen untersucht werden soll. In den zurückliegenden Wochen wurden bereits mehrere Bäume gefällt. Für mehrere Bereiche in der Umgebung, insbesondere in Richtung Rosenhof und Theaterstraße, gibt es ebenfalls Überlegungen für eine Rückkehr zu kleinteiligeren Karrees.

Von der Straße zum Boulevard: Insbesondere die vergleichsweise breiten, bisweilen autobahnähnlichen Innenstadtstraßen sollen mittelfristig eine angenehmere Anmutung erhalten. Tenor: Weniger Fahrspuren, mehr Grün, mehr verkehrsberuhigte Streifen. Dazu beitragen wird zum einen die geplante neue Straßenbahnverbindung entlang der Brücken- und Theaterstraße, die im Zuge des Ausbaus des Chemnitzer Modells in Richtung Röhrsdorf und Limbach-Oberfrohna erforderlich wird. Zum anderen sind gezielte Aufwertungen entlang der Bahnhofstraße vorgesehen. Doppelte Baumreihen sollen dort einen boulevardähnlichen Eindruck vermitteln. Finanziert werden soll die Aufwertung nach dem Willen des Stadtrats mithilfe von Geld aus dem Flächenverkauf für Bauvorhaben in der Innenstadt.

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1Kommentare
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    Interessierte
    01.04.2018

    Tolle blühende Landschaften ??
    Und wie lange brauchen die Bäume , bis sie derart blühen ???

    Und raffiniert gemacht ...
    Um bauen zu können , erfindet man eine ´Weg` vom Tietz bis zum Opernhaus , obwohl man auch die Strana entlang gehen kann , also da , wo momentan so viele Läden und Hotels und Restaurants leer stehen ...



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