Waldenburg entwickelt sich zum Mekka für Hochzeitspaare

Die Stadt hat einen beliebten Hochzeitsort in der Region zu bieten. Was für den Tourismus in der Kommune positiv ist, bedeutet zugleich für eine Frau viel Arbeit.

Waldenburg.

Romantik ist nicht das erste, was man mit Verwaltungsbeamten verbindet. Aber Angela Richter kann man einen Sinn fürs Romantische nicht absprechen. Seit einem Vierteljahrhundert traut sie in Waldenburg Paare. "Als ich anfing, hatten wir 13 Trauungen im Jahr", sagt sie. Inzwischen sind es zehnmal so viele. Etwa 130 Ehen werden jährlich in der Töpferstadt geschlossen. Zum Vergleich: In den größeren Städten Meerane und Glauchau waren es im Vorjahr rund 100. Für die kleine Waldenburger Verwaltung ist das eine Herausforderung. Von Mai bis Oktober wird hier nahezu fast jedes Wochenende geheiratet. Zum Teil auch unter der Woche. "Ich habe noch zwei Kolleginnen, die mich vertreten, damit ich auch mal einen freien Samstag habe", sagt Richter.

Aber es ist nicht nur die Anzahl der Hochzeiten, sondern auch die Erwartungshaltung. "Die Leute haben andere Ansprüche als vor 20 Jahren", so Richter. Dass ihre Veranstaltungen ein gewisses Niveau haben, ist ihr aber auch selbst wichtig. "Wir legen sehr viel Wert darauf, dass alles passt, die Paare und Gäste sich wohl fühlen. Es soll schließlich einer der schönsten Tage im Leben werden." So bietet die Stadt immer eine musikalische Live-Begleitung an. Richter: "Ich will, dass es perfekt läuft, von der Sitzordnung bis zum festlichen Charakter." Das sei durchaus eine stressige Aufgabe. "Aber merken darf das von der Hochzeitsgesellschaft niemand."

Dass Waldenburg ein kleines Mekka für Heiratswillige ist, macht Richter vor allem an den vorhandenen Räumen fest. Das Schloss, das Badehaus im Grünfelder Park und die Kirche in Franken gelten als beliebte Trauungsorte. Hinzu kommt das Rathaus. "Ob pompös, romantisch oder festlich, da ist eigentlich für jeden was dabei", so Richter. Die mit Abstand meisten Paare zieht es ins Schloss.

Dass in Waldenburg eine so rege Heiratsnachfrage herrscht, freut Angela Richter - trotz aller Arbeit. "Wir bekommen öfter Karten, in denen sich die Leute für die schöne Veranstaltung bedanken." Und nicht zuletzt haben die Hochzeiten einen touristischen Effekt. "Viele Gäste schauen sich um, was es hier noch alles gibt, und kommen oft wieder."

Ein besonderes Highlight sind seit 2005 die Mittsommernachtshochzeiten. Erst am Mittwoch hat Richter am späten Abend wieder zwei Paare im Badehaus getraut - in der kürzesten Nacht des Jahres. "Das war wieder eine tolle Nacht, zumal das Wetter bestens mitgespielt hat." Bei den aufwendigen Vorbereitungen helfen ihr engagierte Freunde und Familienmitglieder. Dass sie schon eine Weile im Hochzeitsgeschäft ist, wurde ihr vor kurzem wieder klar. "Ich traute ein junges Paar, die Braut sagte mir, dass bereits ihre Eltern bei mir geheiratet hatten." Angela Richter selbst trägt seit 29 Jahren einen Ehering und feiert nächstes Jahr Perlenhochzeit. Ein paar Jahre später können das auch die ersten Paare, die Richter unter die Haube brachte.

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