Warum die Kunstturnhalle größer wird

Das Gebäude im Sport- forum wird für 1,6 Millionen Euro saniert und erweitert. Die Trainerin verknüpft mit den Bauarbeiten vor allem ein Ziel.

Stufenbarren, Schwebebalken, Sprunganlage: Die neuen Geräte für die Chemnitzer Spitzenturnerinnen um Pauline Schäfer und Sophie Scheder sind schon gekauft und warten im Lager auf ihren Aufbau. Das sagte Trainerin Gabi Frehse vom TuS Altendorf, während sie am Mittwoch mit Baubürgermeister Michael Stötzer im Sportforum die Ausbaupläne für die kleine Kunstturnhalle erläuterte.

Denn bevor die Geräte, die internationalem Wettkampfniveau entsprechen, installiert werden können, muss Platz geschaffen werden. Das Gebäude, Baujahr 1976, wird um zehn Meter für den Einbau einer Sprunggrube verlängert. Dort, im neuen Herzstück der Turnhalle, können relativ gefahrlos neue Übungen einstudiert werden. "Die sind nötig, um international konkurrenzfähig zu bleiben", betonte Gabi Frehse. In der kleinen Kunstturnhalle trainieren 15 Sportlerinnen des Bundeskaders sowie zehn Athletinnen des Landeskaders.

Bevor die Turnerinnen ab Februar 2019 bessere Bedingungen bekommen, müssen sie sich zunächst einschränken. Während der Bauarbeiten, die nächste Woche beginnen, trainieren sie in der benachbarten Spielhalle. "Dort können wir ein Drittel der Halle nutzen. Montags und freitags wird das Training nach Leipzig verlegt", sagte Gabi Frehse. Für die Erweiterung des Gebäudes wird eine Wand zur benachbarten alten Werferhalle abgebrochen und versetzt sowie das Dach in diesem Bereich angehoben, damit die Sportlerinnen mehr Platz nach oben haben. Zudem wird das mehr als 40 Jahre alte Gebäude modernisiert. Die Fassade wird saniert und erhält eine Wärmedämmung, Lüftungsanlagen und Elektroinstallationen werden erneuert sowie ein moderner Sportboden eingebaut. Die Dämmung sei besonders wichtig, um so viel Energie wie möglich zu sparen, sagte Stötzer. Denn in der Turnhalle sei eine Temperatur von 24 Grad Celsius vorgeschrieben. Damit sollen gute Bedingungen für die Sportlerinnen gewährleistet werden. "Die Hände der Turnerinnen müssen warm bleiben", erklärte der Bürgermeister. Das ist etwa wichtig für das Greifen der Stange am Stufenbarren, zum Beispiel nach einem Salto.

Die Kosten für die Bauarbeiten betragen 1,6 Millionen Euro. Davon fließen 900.000 Euro als Fördermittel von Bund und Land aus dem Budget für den Leistungssport. Erfolge wie die von Weltmeisterin Pauline Schäfer und der Olympiamedaillengewinnerin Sophie Scheder seien hilfreich, um an diese finanzielle Unterstützung zu kommen, betonte Stötzer.


Weitere Arbeiten im Sportforum - Stadion wird ab 2019 saniert

Im Sportforum werden derzeitweitere Bauvorhaben geplant oder bereits verwirklicht. So erhält momentan die Leichtathletikhalle ein neues Dach, sagte Baubürgermeister Michael Stötzer.

Vorbereitet wird außerdem die Erneuerung des Hauptstadions, die ausschließlich mit Eigenmitteln finanziert wird. Die Sportstätte soll ab dem kommenden Jahr umfassend saniert werden. Auch der Turm wird dabei rekonstruiert.

Vorgesehen ist ebenfalls die Sanierung der Großen Kunstturnhalle, in der die Herren trainieren. Sie befindet sich gegenüber der kleinen Halle. Da für die Bauarbeiten jedoch noch keine Fördermittel genehmigt seien, könne auch noch kein Termin für den Baubeginn genannt werden, erläuterte Stötzer. Auf keinen Fall werde die Sanierung der großen Turnhalle beginnen, bevor der Umbau der kleinen Einrichtung abgeschlossen ist, so der Baubürgermeister am Mittwoch. (hfn)

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