Was Chemnitzer Lehrer zur Kopfnoten-Debatte sagen

Nach einem Urteil des Dresdner Verwaltungsgerichtes steht nun die Frage im Raum, ob die Kopfnoten abgeschafft werden sollen. An Chemnitzer Schulen fällt die Antwort eindeutig aus.

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    1
    tbaukhage
    07.11.2019

    @cn...: Meine Kritik hat doch nichts mit Ihrer Meinung oder der von irgend jemand anderem zum Thema Kopfnoten zu tun. Ich kritisiere eine Diskussion, die an dem eigentlichen Fakt - dem Urteil eines Gerichtes - vorbeigeht.
    Ein Gericht urteilt, dass Kopfnoten und Beurteilungen einer gesetzlichen Basis bedürfen. Kultus weigert sich permanent, dieser Forderung nachzukommen.
    Aber statt sich Gedanken über die Demokratieverweigerung von Kultus zu machen, diskutieren hier einige über den Sinn, Unsinn oder die Objektivität der Kopfnoten.

  • 1
    0
    Haju
    07.11.2019

    Es diskutieren Schüler, Eltern, Lehrer und Politiker. Nicht befragt werden die Unternehmen (die sich mancher sicher als staatsmonolithisch wünschen würde). Einem Schüler mit schlechten Kopfnoten könnte aber sehr wohl mit eben diesem gedient sein, wenn er dann ein Unternehmen findet, das die Kopfnoten eher kritisch sieht und keinen besonderen Wert darauf legt.
    Eine Kopfnote 5 in Betragen sagt ja auch tatsächlich weniger aus, als z.B. die verbale Bewertung: „mobbt aus politisch-religiösen Mutmaßungen heraus gegen Lehrer und Schüler“.
    Ich selbst habe gerade in einem ganz anderen Medium (anderes Bundesland) jemand, der von einer „größten Pädophilen-Organisation“ sprach, erfolgreich (mit Löschung seiner Kommentare) aus der Diskussion heraus“gemobbt“. Ich war dabei besonders kreativ (Mitarbeit Note 1 für mich) gegenüber diesem Betragen (Kopfnote 5).

  • 2
    1
    cn3boj00
    06.11.2019

    Gut, zumindest einer hier ist der Meinung, dass man keine eigene Meinung haben darf. Interessant, das lässt tief blicken.

    Noch etwas zur Sache: Zu den Kopfnoten heißt es in §18 der Schulordnung zum Beispiel:
    "Betragen umfasst Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft, Zivilcourage und angemessenen Umgang mit Konflikten, Rücksichtnahme, Toleranz und Gemeinsinn sowie Selbsteinschätzung."
    Als Bewrtungskriterium heißt es dann weiter:
    "1. sehr gut (1), wenn Betragen, Fleiß, Mitarbeit oder Ordnung des Schülers vorbildlich ausgeprägt ist;
    2. gut (2), wenn Betragen, Fleiß, Mitarbeit oder Ordnung des Schülers stark ausgeprägt ist;..." usw.
    Nun verrate mir doch mal jemand, wie ein Lehrer einschätzt, ob etwa die Zivilcourage samt dem Umgang mit Konflikten eines Schülers (oder gar das heute die Gesellschaft spaltende weil ideologisch besetzte Thema Toleranz) vorbildlich, stark ... unzureichend ausgeprägt ist. Und das so, dass alle Lehrer in Sachsen das auch gleich einschätzen, damit die Note objektiv und transparent wird?
    Ich will Ihre Bemühungen, liebe tbaukhage, ja nicht in Abrede stellen. Und ich übe nicht Kritik an Ihrer Arbeit, das ist ein absolutes Missverständnis. Sie tun ja das, was von Ihnen verlangt wird. Wenn aber der Gesetzgeber zu einem anderen Ergebnis käme wäre das eben auch Demokratie.

  • 1
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    cn3boj00
    06.11.2019

    @tbaukhage Warum so aufgeregt? Ich kommentiere hier einen Artikel, genau so wie Sie. Und habe dabei eine etwas andere Meinung. Darf man das nicht?

  • 7
    2
    tbaukhage
    06.11.2019

    @cn3boj00: Ich mache mir gar nichts zu einfach!!! Ich bin eine von denen, die zusammen mit meinen Kollegen zweimal im Jahr die Beurteilung inklusive der Kopfnoten für jeden Schüler unter erheblichem Zeiteinsatz durchsprechen in dem Bemühen, eine gesamtheitliche und möglichst objektive Einschätzung des Verhaltens abzugeben. Und ich habe kein Interesse daran, dass nach stundenlanger Arbeit und massig Hirnschmalz meine Arbeit und die meiner Kollegen durch eine Eltern- oder Schülerklage vor Gericht hinfällig wird.
    Wenn Sie Kritik üben wollen, dann wenden Sie sich bitte an Kultus, die die Schülerberuteilung per Verwaltungsvorschrift festgelegt haben bzw. an die Gerichte, die stattdessen eine gesetzliche Grundlage verlangen - Danke!
    Entweder Kultus schafft die Beurteilungen ab, dann können wir Lehrer uns viel Arbeit und Kraft sparen und anderweitig den Schülern zu gute kommen lassen oder Kultus erarbeitet eine Gesetzesvorlage, bringt sie im Parlament ein und durch und stellt so eine rechtssichere Basis her. Im übrigen würde das der Demokratie in unserem Ländle mehr als gut tun!
    Jedenfalls wird es ein "Weiter so" im Kultus-Gutsherren-Stiel nach dem Gerichtsurteil nicht geben können.

  • 6
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    cn3boj00
    06.11.2019

    @tbaukhage, leider machen Sie es sich zu einfach. Man kann die Frage nach einer gesetzlichen Regelung nicht von der er Sinnfälligkeit trennen. Denn es macht keinen Sinn, ein Gesetz zu erlassen, in dem etwas geregelt wird was vielleicht keinen Sinn macht. Die Aussage, dass in der Schulordnung alles geregelt sei, scheint auch nicht zu zutreffen, ich zitiere: "...was sich hinter Begriffen wie Zivilcourage oder Gemeinsinn verberge, die beide laut Schulordnung zur Kopfnote Betragen zählen, und wie sich diese angemessen bewerten ließen, werde in der Schulordnung nicht erklärt".
    Deshalb geht meine Auffassung auch eher dahin, dass sich Kompetenzen nicht objektiv in Noten ausdrücken lassen, wie man es scheinen lassen will. Auch Arbeitgeber müssen im Arbeitszeugnis verbal urteilen, und damit wird von vornherein auch eine gewisse Subjektivität verbunden.
    Das allergrößte Problem sehe ich aber in einer nicht bundeseinheitlichen Regelung. Denn unsere Schüler bleiben nicht alle in Sachsen, sondern bewerben sich bundesweit, wie auch hier (hoffentlich!) mehr Bewerber aus anderen Ländern antreten. Wo bitte ist dann noch ein Bewertungsmaßstab? Aber der werte Herr MP sträubt sich ja hartnäckig wie ein kleines Kind gegen einheitliche Vorgaben beim Thema Bildung. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn eine gesetzliche Regelung z.B. Kopfnoten (wenn überhaupt) nur bis Klasse 7 zulässt, aber ab Klasse 8 verbale Beurteilung vorgeschrieben werden.

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    gelöschter Nutzer
    06.11.2019

    "Sie selbst sei der Meinung, sagt sie, dass sich die vielfältigen Kriterien, die den Kopfnoten innewohnen, nicht mithilfe einer einzelnen Ziffer ausdrücken lassen, wie es in Sachsens Schulordnung momentan vorgesehen ist. Sie hält es für sinnvoller, eine Bewertung der Kopfnoten in Form von wenigen Sätzen vorzunehmen, die genauer erklären, worin die Stärken oder Probleme des Schülers liegen."
    Diese Sätze bringen es auf den Punkt.

  • 17
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    Pixelghost
    06.11.2019

    @ tbaukhage „ Und wiedereinmal das große Aneinandervorbeidiskutieren... Das Urteil des Verwaltungsgerichts rügt doch nicht die Kopfnoten, sondern die fehlende gesetzliche Grundlage.“

    Genau so ist das. Aber wie wollen Sie das Menschen erklären, die sich nicht die Mühe machen (hat das nicht was mit Fleiß zu tun?) genau hinzuhören, zu recherchieren und das Urteil oder entsprechende Presseveröffentlichungen dazu zu lesen.

    Leider ist diese Verhaltensweise nicht nur bei diesem Thema vorzufinden, sondern auch bei fast allen anderen und noch komplexeren.

  • 19
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    tbaukhage
    06.11.2019

    ....sorry, von der Maus abgerutscht...
    Im Augenblick sollen die Lehrer Kopfnoten erteilen, verstoßen damit aber gegen ein geltendes Gerichtsurteil. Die nächsten Klagen von Eltern oder Schülern sind also vorprogrammiert. Auch die Forderungen nach einem Worturteil sind fragwürdig, denn, ich zitiere aus einem anderen Erlass von Kultus, "Auf den Halbjahresinformationen und Zeugnissen müssen die Kopfnoten ab dem Schuljahr 2018/19 nicht mehr durch verbale Einschätzungen ergänzt werden." Der Lehrer steht also nun vor dem Dilemma, Kopfnoten erteilen zu müssen, obwohl diese ungesetzlich sind ergänzt durch ein Worturteil, obwohl dieses nicht mehr erteilt werden muss.
    Es geht also garnicht darum, ob Kopfnoten sinnvoll sind oder nicht (ich halte diese ausdrücklich für sinnvoll!), sondern darum, dass Kultus endlich seine Hausaufgaben machen muss, statt ein ums andere Mal gegen die Urteile der Verwaltungsgerichte zu klagen (und nebenbei gesagt immer wieder Steuergelder zu verschwenden).

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    tbaukhage
    06.11.2019

    Und wiedereinmal das große Aneinandervorbeidiskutieren... Das Urteil des Verwaltungsgerichts rügt doch nicht die Kopfnoten, sondern die fehlende gesetzliche Grundlage. Kultus hat bisher Kopfnoten erteilt aufgrund einer Verordnung (Sächsische Schulordnung). Aus dieser gehen nicht nur die Notenabstufung, sondern such die Kriterien dafür hervor. Aber genau das hält das Gericht für nicht ausreichend. Die Diskussion ob Kopfnoten oder nicht würde sich erübrigen, wenn Kultus endlich seine Hausaufgaben machen würde, ein entsprechendes Gesetz formuliert und durch die demokratischen Hürden des Parlaments bringt.
    Ein solches Gesetz wäre auch im Sinne der Lehrer.cDenn im Augenblick sollen sie Kopfnoten erteilen,