Welche Elektrofahrzeuge wo frei parken dürfen

Nutzern stromgetriebener Autos können laut Gesetz Privilegien gewährt werden. Doch die gibt es auch in Chemnitz nicht überall - und nicht alle profitieren davon.

"Freie Presse"-Leser Wolfgang Zschoch war verunsichert. Muss er für seinen kleinen Hybrid-Flitzer auf städtischen Parkplätzen nun Parkgebühren bezahlen oder nicht? Ja, meinten die Politessen, die er auf dem Parkplatz am Tietz ansprach. Die Parkgebühren gälten auch für sein Auto, erklärten sie ihm. Aber hatte der Stadtrat nicht erst im Herbst beschlossen, dass für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge auf den städtischen Parkflächen im Stadtzentrum keine Gebühren zu zahlen sind?

Ja, allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung. Denn die seit 2017 geltende und nun bis Ende kommenden Jahres erneut verlängerte Befreiung von der Parkgebührenpflicht gilt nur für solche Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, deren Nummernschild am Ende ein "E" aufweist. Dieses sogenannte E-Kennzeichen wird laut Elektromobilitätsgesetz allerdings nur für reine Elektrofahrzeuge, für sogenannte Plug-in-Hybride und für Brennstoffzellenautos vergeben, nicht aber für "Vollhybride" wie das Auto von Wolfgang Zschoch. Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge zeichnen sich dadurch aus, dass sie über einen externen Ladeanschluss verfügen, mit dem ihre Batterie aufgeladen werden kann. Das Erteilen des E-Kennzeichens an diese Fahrzeuge ist zudem an Voraussetzungen geknüpft. Das Auto darf höchstens 50Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen bzw. muss eine Reichweite von mindestens 40 Kilometern im rein elektrischen Fahrbetrieb aufweisen.

Mit dem kostenfreien Parken für E-Fahrzeuge will die Stadt die Elektromobilität in der Region fördern. Die Regelung werde täglich von etwa 15 bis 20 Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen in Anspruch genommen, heißt es aus dem Rathaus.

In privaten Parkhäusern gibt es derlei Privilegien eher selten. "Aus technischen Gründen" unterscheide man nicht zwischen den einfahrenden Automodellen, heißt es etwa vom Unternehmen Apcoa, das unter anderem die Parkhäuser "Galerie Roter Turm" und "Rathaus-Passagen" betreibt. Daher könnten Elektroautos dort auch nicht kostenfrei abgestellt werden. Allerdings gebe es in den beiden Parkhäusern die Möglichkeit, E-Fahrzeuge an insgesamt vier Ladesäulen während des Parkens aufzuladen. "Die entsprechenden Lade- sowie Parkkosten richten sich nach den ausgewiesenen Tarifen des jeweiligen Standorts", sagte eine Sprecherin.

Parkgebühren hin oder her: Auf sein Hybrid-Auto lässt Wolfgang Zschoch nichts kommen. "Was Besseres gibt's in meinen Augen nicht", meint er. Vor allem den sparsamen Verbrauch schätze er, erzählt der Chemnitzer. "Im Schnitt verbrauche ich mit dem Auto auf 100 Kilometern zwei bis drei Liter weniger."

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