Welle der Hilfsbereitschaft nach Feuer auf Kita-Gelände

Am Campus der Uni wurde über Nacht ein Schuppen angezündet. Bis zum Frühling wird neues Spielzeug benötigt.

Der Brand eines Schuppens erregt gemeinhin kein großes Aufsehen. Im Falle des nächtlichen Feuers, das vor zweieinhalb Wochen am Rande des Uni-Campus an der Reichenhainer Straße Polizei und Feuerwehr auf den Plan rief, liegen die Dinge allerdings etwas anders. Denn die Holzhütte, die dort mitten in der Nacht in Flammen aufgegangen war, befand sich auf dem Gelände eines Kindergartens - es handelte sich um das Spielgerätedepot der Kindertagesstätte "Krabbelkäfer". Es wurde vollständig Raub der Flammen - einen Tag vor Heiligabend.

"Eine Kollegin, die in der Nähe wohnt, hatte mich sofort informiert", schildert Kerstin Tittmann, die Leiterin der Kita. Am Mittag des 23. Dezember habe sie sich dann selbst ein Bild vom Schaden gemacht. "Ich war schockiert, als ich das gesehen habe. Zum Glück konnte das Feuer schnell gelöscht werden, sodass die Flammen nicht auf Bäume oder den Kindergarten übergreifen konnten."

In dem erst vor wenigen Jahren errichteten Schuppen waren neben Sandspielzeug, das in der kalten Jahreszeit nicht benötigt wird, auch Roller, Dreiräder, Tretautos sowie robuste Spiel- und Baufahrzeuge für Kinder untergestellt. "Die waren so wunderbar stabil und hätten den Kindern bestimmt noch viele Jahre Freude bereitet", so Tittmann. Besonders ärgerlich: Auch vier nagelneue Laufräder - eine Spende zu Weihnachten - wurden durch das Feuer vor ihrem ersten Gebrauch zerstört. Der Schaden beläuft sich auf insgesamt rund 14.500 Euro.

Das Rathaus kündigte an, bis zum Beginn der Gartensaison werde ein großer Teil der Spielgeräte neu angeschafft sein. Zusätzlich haben Elternrat und Förderverein einen Spendenaufruf gestartet. Für den 25.Januar ist in der Kita zudem ein Kuchen- und Spielzeugbasar geplant. "Die Erlöse werden für die notwendigen Neuanschaffungen verwendet", sagt Franziska Klimant, die Vorsitzende des Elternrats.

Erste konkrete Unterstützungsangebote sind bereits eingegangen. "Wir sind total begeistert, wie viele Menschen uns schon Hilfe angeboten haben", freut sich Kita-Leiterin Tittmann. "Der Zusammenhalt hier ist einfach genial." Nicht zuletzt Mitarbeiter und Studierende der TU Chemnitz hätten sich gemeldet - viele der knapp 150 Kinder, die in der Kita betreut werden, haben Eltern, die an der Uni arbeiten oder studieren. "Der Krabbelkäfer ist eine der Kooperationskitas unserer Universität", erläutert Isabell Höfner vom Familienservice der Uni.

Die Ermittlungen der Polizei dauern unterdessen an. Abgesehen von Graffiti-Schmierereien sei die Einrichtung von Kriminellen zuvor weitgehend verschont geblieben, sagt Kerstin Tittmann. "Üblicherweise muss man hier ja damit rechnen, beobachtet zu werden", verdeutlicht sie und verweist auf die vielen Wohnheime ringsum. Einen Tag vor Weihnachten aber habe es dort naturgemäß kaum mögliche Zeugen gegeben.

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