Wie Pflegeheime Bewohner vor Einsamkeit bewahren wollen

Zum Schutz vor Corona hat das Rathaus Besuchsverbot angeordnet. Doch es gibt Ausnahmen und Hilfe durch moderne Technik.

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77 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    3
    paral
    29.10.2020

    Das Bild: pflegebedürftige Heimbewohner beim skypen, ist sicher sehr selten zu beobachten. Meine zwei engsten Angehörigen, beide über 90, telefonieren nicht . Beim Besuch die Hand halten und eine Umarmung reicht ihnen, sie können nicht mal mehr die ollen Kamellen von früher erzählen. Sie begreifen nicht, warum wir so komisch aussehen und so selten zu Besuch kommen.Ich finde es unmenschlich und zynisch, Besuchsverbote auszusprechen. Das zieht den Zeitpunkt ihres Ablebens erheblich vor. Es geht ja längst nicht mehr um Gesundheitsschutz, sondern um Bevormundung und Disziplinierung.

  • 6
    4
    mops0106
    28.10.2020

    @Einspruch: Fortsetzung:

    Und ältere Menschen, die selbstständig oder betreut im eigenen Haushalt wohnen und gesundheitlich dazu in der Lage sind, das einzuschätzen, sollten auf jeden Fall selbst entscheiden, ob sie Besuch empfangen oder jemanden besuchen möchten. Ich glaube, viele Menschen, die das im Frühjahr vielleicht noch mitgemacht haben, werden sich jetzt nicht mehr an private Besuchsbeschränkungen halten.

  • 8
    3
    mops0106
    28.10.2020

    @Einspruch:
    Meine Schwiemu war schon lange schwer krank. Dass sie nicht mehr lange leben würde, wussten wir. Beim "Lockdown" im Frühjahr mit Besuchsverbot im betreuten Wohnen/ Pflegeheim habe ich fast jeden Tag mit ihr telefoniert. Sie hat immer geweint, gefragt, wann wir sie besuchen und konnte nicht verstehen, dass wir das nicht dürfen. Sie hat sich dann aufgegeben, ist irgendwann nicht mehr ans Telefon gegangen, so dass wir dann über die Leitung nachfragen mussten. Als dann nach vielen Wochen endlich wieder Besuche erlaubt waren, war es zu spät. Meine Schwiemu ist 3 Wochen im Krankenhaus gewesen; kurz vor ihrem Tod durfte sie mein Mann einmal besuchen. Mein Schwiegervater lebt dort im Heim im Pflegebereich als Schwerstpflegebedürftiger; kann an vielen Tagen auch kein Telefon mehr halten, so dass oft nicht mal telefonischer Kontakt möglich war. Wir empfanden die Regelungen als unmenschlich. Ich hoffe, dass das jetzt besser geregelt wird.

  • 6
    4
    Einspruch
    28.10.2020

    Wenn man Angehörige hat, die nicht wissen, ob sie das nächste Weihnachten noch erleben, dann ist es zumindest bei uns so, dass sie lieber besucht werden möchten. Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen sollte das auch möglich sein.
    Die sind ohnehin schon meist längere Zeit sehr einsam. Mich würde mal interessieren, wie das bei anderen so ist. Geburtstage und z. B Weihnachten zusammen erleben, oder am Telefon vertrösten und dann noch ein paar Monate gerettet haben.

  • 7
    7
    tbaukhage
    28.10.2020

    @OlafF: Und wie beurteilst Du dann den kleinen Teil der Leute hier in D, die sich bewußt nicht an die Regeln halten? Deiner Ansicht nach ja dann als schwach, egoistisch und undemokratisch. Einer solchen Einschätzung würde ich sofort zustimmen und noch "asozial" draufsetzen!

  • 5
    13
    OlafF
    28.10.2020

    Wenn Schweden weiterhin auf Eigenverantwortung setzt und sich die Menschen dort selbst an Regeln halten, so ist dies ein Ausdruck von Stärke, Zusammengehörigkeit und Demokratie. Dies hat man hier jahrelang erfolgreich bekämpft, in dem Wahn es sei zu nationalistisch. Schließlich heißt das Ziel: Globalismus. Wollen wir hingegen die Diktatur von China übernehmen, so senken wir (vielleicht) die Infektionszahlen, aber um welchen Preis? Wenn wir den einzelnen Menschen wieder in den Vordergrund rücken und ihn vor den Folgen von Isolation schützen, so ist dies ein guter Ansatz vor Abstumpfung durch die täglichen "Wasserstandsmeldungen". Ich stimme dem zu: Es ist ein Marathon und kein Sprint.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article218684898/Schweden-Chefepidemiologe-verteidigt-Corona-Strategie-Timing-ist-entscheidend.html

  • 15
    0
    Batonia54
    28.10.2020

    Eine schöne Idee – diese Lösung mit der modernen Kommunikationstechnik. ABER – nicht jedem Pflegeheimbewohner ist es möglich, diese auch zu nutzen. Ein demenzkranker Mensch, wie z. B. meine Mutter, die den Telefonhörer nicht mehr allein abnimmt, wenn es klingelt, vereinsamt immer mehr. Die wenigen Besuche des Ehemanns haben ihr noch etwas Freude gegeben, nun ist seit Wochen wieder alles vorbei. Sehr traurig das Ganze.
    Wann werden endlich die letzten Ignoranten der Epidemie begreifen, wie ernst die Lage ist? Jeder ist sich selbst der Nächste – bis es sein eigenes Umfeld /Familie erwischt?