Zu Konzerten und Kongressen künftig in die alte Klempnerei

Eine weitere Halle macht nun das Event-Zentrum Kraftverkehr komplett. Beim Ausbau mussten die Arbeiter nicht nur an den Brandschutz denken, sondern auch an viel Schnee.

Bernsdorf.

Chemnitz hat eine neue Veranstaltungshalle. Am morgigen Donnerstag wird sie von Extrembergsteiger Reinhold Messner und dessen Chemnitzer Kollegen Jörg Stingl eröffnet. Die Abenteurer plaudern vor geladenen Gästen.

Es ist jedoch nur die offizielle Eröffnung. Denn bereits zur Sportgala "Chemmy" und zu den Feierlichkeiten zum 180-jährigen Bestehen der Sparkasse Chemnitz konnten die Besucher des Event- und Kongresszentrums Kraftverkehr in die neue Halle schauen. Gegossener Betonboden, rostfarben abgespritzte Wände, ausgediente Heizungsrohre mit Industriecharme: Atrium heißt der Komplex, der sich nahtlos an die 2018 in Betrieb genommene, große Veranstaltungshalle an der Fraunhofer Straße anschließt. Investor Andreas Wöllenstein, Inhaber des benachbarten Autohauses, wollte mit dem Ausbau Lücken im Kongressbetrieb der Stadt schließen. "Organisatoren von Messen, Konzerten oder Seminaren mussten sich bisher etwa zwischen der Stadt- oder der Messehalle entscheiden. Nun bieten wir ein Hallenkonzept an, das in den Auslastungsgrenzen genau dazwischen liegt." Für 1450 Besucher ist die große Halle im Kraftverkehr konzipiert. In der neuen, kleineren Halle daneben können nun zusätzlich 450 Menschen zusammenkommen.

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Die Sanierung der wegen ihres gläsernen Daches Atrium genannten Ex-Fabrik stellte Bauingenieur Horst Geilert vor Herausforderungen. "Letztendlich können wir nun eine Dreiteilung der einstigen Autoklempnerei anbieten. Mittels Trennwänden ist es möglich, Tagungsbereiche abzuteilen." An anderer Stelle lassen sich Schiebetüren auffahren, damit die kleine und große Kraftverkehr-Halle zu einer Einheit verschmelzen. Ob Gutachter vom Brandschutz oder die künstlerischen Berater: Alle mussten beim Umbau gehört werden. Da braucht es Wände bestimmter Feuerwiderstandsklassen, dort Büros, die auch als Garderoben für Künstler genutzt werden können. Geilert zeigt auf die Konstruktion über ihm und sagt: "Vor besondere Aufgaben stellte uns auch die Sanierung der Dachflächen." Beide Hallen an der Fraunhofer Straße gehörten in den 1960er-Jahren zu den größten freitragenden Konstruktionen der ehemaligen DDR. "Vergleichbare Fabrikanlagen gab es damals nur in Rostock", so Geilert. "Die Tageslicht einlassenden Glasfronten wollten wir grundsätzlich erhalten." Weil das einst dort verbaute Drahtglas aber weder Kälte noch Wärme abhielt und nicht mehr stabil war, wurde gen Himmel sogenanntes sechsschaliges Polycarbonat eingebaut. Der Vorteil: Es ist lichtdurchlässig und lastenstark. "Im Winter muss das Glasdach eine Schneedecke von mindestens 30 Zentimetern tragen können", so Geilert.

Bevor am Donnerstag Reinhold Messner und Jörg Stingl von ihren Bergerlebnissen berichten, liefen bis zum Dienstag letzte Arbeiten in der Halle. An den Eingängen wurden Schwellen betoniert und eine für die Halle zugelassene 20 Quadratmeter große Bühne aufgebaut.


Dritte Show-Staffel startet

Die Dinnershow "Moments" wird in diesem Jahr zum dritten Mal in der großen Halle des Veranstaltungszentrums "Kraftverkehr" gezeigt. Gestern wurde das Konzept vorgestellt. Abgesehen von der Hausband um Frontmann Mazze Wiesner kommen nun ausschließlich in Chemnitz noch nicht aufgetretene Künstler auf die Bühne, darunter Komikerin Diva de la Kruttke. Showstart ist am 15. November.

Die Laufzeit des Varietés mit Menü wurde wegen der großen Nachfrage auf 30 Shows ausgeweitet. Erwartet werden etwa 20.000 Besucher. (pefr)

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