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Spielleute wie die der Gruppe "Heiter bis Folkig" mit Christine Rauscher, Christian Reiter und Laurin Scheiderer (von links) unterhalten das Publikum beim Historienmarkt. Am gestrigen Eröffnungstag lobten Kunden und Händler die Atmosphäre auf dem Schlosshof.

Foto: Toni Söll

Historienmarkt: Lob für die Neuauflage

Anders als im vorigen Jahr haben sich Besucher und Händler am Eröffnungstag im Wolkenburger Schloss wohlgefühlt. Nur eine Maßnahme der Stadt sorgt für Kopfschütteln.

Von Laura Kaiser
erschienen am 11.05.2018

Wolkenburg. Die Zeltlager sind aufgebaut, die ersten Schaukämpfe ausgetragen, die Hammerschläge des Schmiedes schallen durch den Schlosshof, überall wird gebrutzelt und gebacken: Der Historienmarkt "Reise durch die Zeit" im und um das Wolkenburger Schloss hat gestern nach seiner Premiere 2017 zum zweiten Mal seine Tore geöffnet. Veranstalterin Uta Dietrich von der Agentur Udi-Events zeigte sich am frühen Nachmittag optimistisch: "Ich denke, wir knacken heute noch die 500-Besucher-Marke." Bis Sonntag hofft sie auf 2000 Kunden und Schaulustige.

Da im Vorjahr während der vier Tage nur 1000 Besucher gezählt wurden und es Kritik an fehlenden Parkplätzen sowie am Eintrittspreis gab, wurde das Konzept verändert: Geparkt werden kann nun direkt am Festgelände, der Eintritt für Gäste in Kostüm und am Abend wurde reduziert und enthält nun den Museumsrundgang. Das Lager der Vereine, die das Leben vom Frühmittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg nachstellen, und einige Händlerstände finden sich direkt am Parkplatz. Und im Schlosshof warten vor allem gastronomische Stände und Musikdarbietungen.

Jana Gündel aus Wildenfels, die mit Kindern und Enkeln zum ersten Mal beim Historienmarkt war, zeigte sich von der der Liebe zum Detail begeistert. "Und der Eintritt ist angemessen, da man auch das Schloss besuchen kann", sagte sie. Einen Parkplatz zu erwischen, sei zwar nicht so leicht gewesen, doch sie habe sich gewundert, dass nicht mehr Besucher gekommen waren. Ein Besucher aus Annaberg-Buchholz schätzte indes diese entspannte Stimmung: "Ich möchte heute nicht auf dem sicher überlaufenen Mittelaltermarkt in Wolkenstein sein." Mit Freundin Katrin war er zum ersten Mal in Wolkenburg. Die Chemnitzerin ergänzte: "Ich hätte gar nicht gedacht, dass das Schloss so schön ist, vor allem die Bibliothek und der Festsaal haben uns beeindruckt."

Die Entscheidung, das Schlossmuseum in das Mittelalterspektakel zu integrieren, ging offenbar auf: "Wir haben deutlich mehr Besucher als im vergangenen Jahr, ich bin heute Morgen förmlich überrollt worden", so Reinhard Iser, Vorsitzender des Schloss-Fördervereins.

Um noch mehr Besucher anzuziehen, würde dem Schloss generell eine Busverbindung aus Limbach-Oberfrohna guttun, gab Dagmar Vogel von der Gaststätte "Schloss-Oase" zu bedenken, die solche Kritik oft von Besuchern höre. Auf Unverständnis bei Schlossmuseum und Marktveranstaltern traf, dass ein Teil des Schlosses im Innenhof kurzfristig eingerüstet worden war. "Damit hätte man bestimmt eine Woche warten können", sagt Iser, der auch Mitarbeiter des Fachbereichs Kultur in der Stadtverwaltung ist. Für die Markt-Veranstalter bedeutete das, dass der Zugang zum Stromanschluss zunächst eingezäunt war. "Trotz allem haben wir einen schönen Markt hinbekommen", ist sich Uta Dietrich sicher.

Das bestätigten Evelyn und Peter Müller aus Grüna. "Eine schöne Atmosphäre, man kann sich nicht beschweren." Sie loben Theo, den Reimesprecher, der mit Humor durch das Programm führt, und die Rauchwurst, die es im Schlosshof gibt. "Schade, dass es so wenige Besucher sind. Vielleicht liegt es am Männertag?", überlegten sie. Händler Uwe Helm von der Messerwerkstatt stellte andere Überlegungen an: Zum einen sei das Interesse an Historienmärkten je nach Region verschieden, zum anderen dauere es oft drei oder vier Jahre, bis sich ein neuer Markt etabliert. Der Beerwalder verkauft seit über 20 Jahren selbstgeschmiedete Messer auf solchen Veranstaltungen. "Laufen könnte es besser, aber das Ambiente gefällt mir sehr gut", betonte er.

Zu den Händler, die zum ersten Mal in Wolkenburg dabei sind, gehört auch Henning Schrader mit seiner Bognerey, der vor Ort aus Kiefernholz Pfeile herstellt, die Befiederung mit Hautleim anklebt und und mit Garn an den Pfeilschaft wickelt. 90 Stück will er bis Sonntag vollenden. Dass seine Arbeit die Besucher interessiere, habe er schon am ersten Markttag bemerkt. "Es könnte gut werden", sagte der Bogenbauer aus dem Harz mit Blick auf die weiteren Markttage.

 
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