Designer bringen Chemnitz in Mode

Ideenwerkstatt im Glas-Oberdeck, Schlagerparty im Elektronikmarkt und Tellerauktion im Business-Village.

Doreen Thierfelder, Harry Hengst und Babette Sperling, allesamt Designer, zeigten am Samstag, dass Chemnitz ganz groß in Mode kommt. Sie trafen sich zur Ideenfabrik im Oberdeck der Möbelgalerie Tuffner und fachsimpelten über ihre neuesten Entwicklungen. Fest steht: Es sind nicht nur die Frauen, die in der Stadt auf Fashionjagd gehen können. Bei der großen Modenschau, die am Nachmittag im gläsernen Aufbau des Möbelhauses über die Bühne ging, wurde gezeigt: Auch die Herren müssen nicht grau in grau aus dem Haus gehen, wenn sie sich in die Entwürfe der Chemnitzer Modemacher werfen. Kinder erst recht nicht. Insgesamt 15 Designer und Künstler, Musiker und Kunsthandwerker zeigten bei der Ideenwerkstatt, wie kreativ ihre Szene aufgestellt ist. Und wurden viel beachtet. Denn trotz kaiserlichem Frühlingswetter strömten die Besucher ins Haus am Walkgraben, erhaschten die Sonne aber nicht nur durch die Glasfronten, sondern auch im Innenhof. Dort gab es zur Stärkung vegane Waffeln. Die Models selbst mochten es deftiger. Sie trafen sich nach der Schau zum gemeinsamen Abschlussgrillen.

Andreas Lebbing, Frontmann der Gruppe Wind, machte mit seinen Mädels Julia Breuer und Carolin Frölian Station in Chemnitz. Am Freitag griffen sie vorm Euronics-Elektronikmarkt im Altchemnitz-Center zu den Mikros. "Wir bringen euch nur das Beste vom Besten", schmeichelten sie sich beim Publikum ein - eine kleine Anspielung auf das aktuelle Album des Trios. Die Bandgeschichte, immer mal in anderer Besetzung, gibt ja auch eine Menge Stoff her. Gleich mehrfach waren die Wind-Leute beim europäischen Gesangswettbewerb ESC dabei. Ende der 1980er-Jahre erreichten sie mit dem unter anderem von Ralph Siegel produzierten Song "Lass die Sonne in dein Herz" sogar Platz zwei beim Grand Prix. Bis heute ist das Lied das bekannteste der Band. 30 Jahre später hüpfen nun Lebbing und die Sängerinnen Julia Breuer und Carolin Frölian über die Bühnen. In Chemnitz nahmen sie dann auch Platz, zückten die Stifte und entschuldigten sich mit vielen, vielen Autogrammen für ihre halbstündige Verspätung - Tourstress eben.


Thorsten Hoter, Leiter der Chemnitzer Delphin-Apotheke, kann seinen Küchenschrank neu einräumen. Er schlug am Donnerstagabend bei der neunten Auflage der Teller-Auktion des Vereins "Tellerlein deck dich" immer wieder zu. Gleich vier Porzellanmodelle sicherte sich der Apotheker. Darunter auch den prominentesten Teller: Auf dem hatten sich die Musiker der Band "Boss Hoss" verewigt. Bei der Marke von 850 Euro fiel der Hammer von Auktionator Ansgar B. Heickmann. So viel Geld erzielte nur ein weiteres Geschirrteil, nämlich der bemalte Teller von der Künstlerin Anke Rudloff. Insgesamt wurden neun Teller versteigert, darunter Modelle des langjährigen Chemnitzer Generalmusikdirektors Frank Beermann, des Sportlers Stev Theloke und des Gewichthebers und neuerdings Musikers Matthias Steiner. Auch dessen Porzellanstück ging für eine straffe Summe weg. 700 Euro nahm Heickmann dafür entgegen. Insgesamt kamen bei der Versteigerung - Treff war diesmal im Business-Village an der Beckerstraße - 5.000 Euro zusammen. Das Geld wird für gesunde Kochprojekte und Ausflüge mit bedürftigen Kindern eingesetzt. Insgesamt wurden neun Teller versteigert, manche öffentlich, manche still und heimlich.

Jörg Weiser (Foto) ist neuer Präsident des Verbandes Sächsischer Carneval (VSC), der Dachorganisation aller Karnevalsvereine des Freistaats. Der 52-Jährige stammt aus Elterlein bei Annaberg, wohnt seit einiger Zeit in Chemnitz und ist seit gut fünf Jahren als Mitarbeiter im Kulturmanagement für das Veranstaltungs- und Kulturforum "Stadtpark" in Frankenberg tätig. "Dem Karneval bin ich schon seit 1988 treu", erzählte Weiser. "Dem VSC gehöre ich seit 26 Jahren an." Als Vorstandsmitglied war er dort zuletzt auch für die Pressearbeit verantwortlich. Gewählt wurde Weiser nun ausgerechnet am 1. April - kein Scherz. Vertreter von 101 Karnevals- und Faschingsvereinen aus Sachsen gaben ihre Stimme ab. Weiser tritt die Nachfolge von Günter Bührichen an, der dem Verband 18 Jahre vorstand und nun zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. (fa)

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