Duo will Theaterclub wieder zum Brummen bringen

Das ehemalige "Exil" hat neue Betreiber. Die ganze Bandbreite ihres Vorgängers werden sie aber nicht abdecken.

Das Duo Timo Stocker und Thomas Rebsch ist in Chemnitz bekannt. Gemeinsam betreibt es die Spinnerei an der Altchemnitzer Straße, Stocker auch den Club Transit im Südbahnhof. Jetzt kommt eine weitere Aufgabe hinzu: Ab 1. September wollen beide am Schauspielhaus einen neuen Theaterclub eröffnen. Das Lokal hieß bis Juni 2017 noch "Exil", bekochte Schauspieler und Theatermitarbeiter in der Kantine, versorgte Theaterbesucher in den Vorstellungspausen mit Sekt und Häppchen und war gleichzeitig Restaurant und Bar mit eigenen Veranstaltungen. Doch der Inhaber ging in die Insolvenz.

Vorübergehend hatte die Gastronomin Nicole Zeißig die Pausen- und Mitarbeiterversorgung übernommen. Das Restaurant wollte sie nur für Veranstaltungen vermieten. Auf Dauer konnte keine Einigung mit dem Theater gefunden werden, das sich als Verpächter des Lokals einen täglichen Restaurantbetrieb gewünscht hatte. Doch Zeißig war der Überzeugung, dass sich das nicht rechne. Auch der Kantinenbetrieb sei schwierig gewesen, sagte Zeißig damals der "Freien Presse".

Die neuen Betreiber wollen nun auf den Kantinenbetrieb verzichten. Die Besucher des Schauspielhauses sollen aber in den Vorstellungspausen im Foyer versorgt werden. Im Restaurant, das weiterhin den Namen Theaterclub führen soll, wollen Rebsch und Stocker eine Bar und eine Art Bistro mit einer kleinen Auswahl an Speisen betreiben. Geöffnet werden soll ab 17 oder 18 Uhr, sagt Thomas Rebsch. Bei entsprechenden Vorstellungen am Wochenende werde auch schon mittags geöffnet sein.

Kurz vor Ende der vergangenen Spielzeit hätten die ersten Gespräche mit dem Theater stattgefunden, im Laufe des Sommers sei dann die endgültige Entscheidung gefallen. Die Idee, den Theaterclub zu übernehmen, sei von vielen verschiedenen Seiten an sie heran getragen worden. "Wir sind voller Motivation", so Rebsch. Sie wollten diese "wunderschöne Lokalität" wieder mit Leben füllen. Seit rund vier Wochen wird im ehemaligen "Exil" nun saniert und renoviert. "Von Wänden und Fenstern mal abgesehen, bleibt nichts, wie es war", sagt Rebsch. Auch die Küche sei komplett neu. Ebenso werde der Außenbereich umgestaltet. Für die Wochenenden planen die neuen Betreiber auch eigene Veranstaltungen. Die kommen dann zum Teil aus dem Portfolio von Spinnerei und Transit, verspricht Rebsch. Auch bei den Mitarbeitern wird man wohl Gesichter sehen, die schon aus Spinnerei und Transit bekannt sind. "Aber wir werden auch noch bis zu drei neue Leute einstellen müssen", so Rebsch.

War ihm selbst bisher langweilig? Nein, sagt Rebsch. Aber die Spinnerei sei vor allem im Sommer belebt. Der Theaterclub dagegen eher ein Wintergeschäft.

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