Friseurgeschäfte immer wieder im Visier von Einbrechern

Seit Beginn des Monats werden Haarsalons erneut verstärkt von Kriminellen heimgesucht. Für manche Betreiber ist der Umgang damit schon beinahe Routine.

Wer als Inhaber oder Mitarbeiter eines Friseursalons dieser Tage morgens zur Arbeit geht, tut das oft mit einem unguten Gefühl. Der Grund: Seit Monatsbeginn werden Friseurgeschäfte über Nacht immer wieder zum Ziel von Einbrechern. Erst Anfang dieser Woche waren erneut mehrere Fälle bekannt geworden ("Freie Presse" berichtete).

Die Tatorte finden sich in verschiedenen, in der Regel städtisch geprägten Stadtteilen. Betroffen sind inhabergeführte Salons ebenso wie Filialen größerer Ketten. Und: In erster Linie scheinen die Einbrecher auf Bargeld auszusein. Technische Geräte und Haarpflegeprodukte sind für die Täter offenbar uninteressant.


Doch nicht überall haben die Kriminellen Erfolg. Mitunter werden sie während der Tat gestört oder sie scheitern beim Aufhebeln an besonders robust gesicherten Türen. So wie im Salon von Mandy Schuhmann an der Bergstraße in Schloßchemnitz. Dreimal schon hatte sie in den zurückliegenden Jahren ungebetene Besucher, die sich nachts am Eingang ihres Salons zu schaffen machten. "Zum Glück hatten sie nie Erfolg, die Tür ist sehr gut verriegelt", schildert sie. Dennoch koste es jedes Mal viel Geld, die Beschädigungen wieder beseitigen zu lassen. "Mal sehen, wie lange das die Versicherung noch mitmacht", so Schuhmann.

Danielle Dähnert hat bereits eine erste Erhöhung von Beiträgen hinter sich. Weitere seien von der Versicherung in Aussicht gestellt, erzählt die Mitgeschäftsführerin der Kette "Salon Beauty" (19 Filialen). Sie und ihre Mitarbeiter hätten bereits Routine im Umgang mit Einbrüchen und Einbruchsversuchen entwickelt. "Einige unserer Salons waren schon mehrmals betroffen", so Dähnert. Die zuständigen Polizeibeamten kenne sie mittlerweile persönlich. "Es nervt, dass wegen solcher Sachen dann jedes Mal Termine von Kunden abgesagt werden müssen und Umsatzausfälle entstehen."

Was ihr wie den meisten anderen Betroffenen ein Rätsel ist: Warum wählen sich Einbrecher, die allem Anschein nach vor allem auf Geld aus sind, ausgerechnet Friseursalons zum Ziel ihrer Beutezüge aus? "Viel zu holen ist da in der Regel nicht", heißt es immer wieder.

"Einbrüche in Friseursalons kommen immer mal wieder vor", bestätigt ein Polizeisprecher. Eine solche Häufung von Fällen wie derzeit habe man allerdings über längere Zeit hinweg nicht mehr beobachtet. Ab und an aber gelingt es, Täter dingfest zu machen. So war zuletzt Mitte August in Gablenz ein 34-Jähriger auf frischer Tat im Lagerraum eines Friseurgeschäfts erwischt worden. In seinem Rucksack fand die Polizei zwei Friseur-Scheren, zwei Elektro-Haarschneidegeräte und diverse Haarpflegeprodukte.

Vorfälle wie dieser beschäftigten in den zurückliegenden Monaten auch die Friseur- und Kosmetiker-Innung Chemnitz. Ihr gehören rund 130 Mitgliedsbetriebe mit etwa 150Salons in Chemnitz und Umgebung an. "Aus gegebenem Anlass", so schildert Ulf Bernhardt vom Bildungszentrum der Innung, habe man vor nicht allzu langer Zeit Vertreter der Polizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Chemnitz zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. "Auch um zu schauen, was jeder im eigenen Geschäft gegebenenfalls noch verbessern kann."

Eine hundertprozentige Absicherung freilich gibt es nicht. "Wir haben einen Bewegungsmelder, die ganze Nacht über ist Licht im Geschäft und die Kasse steht gut sichtbar geöffnet und leer", schildert Mandy Schuhmann, die Saloninhaberin von der Bergstraße. "Und trotzdem versuchen sie es immer wieder." Dennoch werde sie sich nun noch einmal mit der Verwaltung des Hauses zusammensetzen, in dem sich ihr Salon befindet, und über mögliche weitere Maßnahmen beraten.

Vielleicht aber hat es zumindest mit der aktuellen Serie auch bald ein Ende. Bei einem Einbruch zu Wochenbeginn am Rosenhof wurde erneut ein Täter auf frischer Tat ertappt. Er konnte zwar mit einem Mountainbike fliehen, die Polizei hat vor Ort aber umfangreiche Spuren gesichert. Auch eine Täterbeschreibung existiert. Weitere Hinweise erhofft sich die Polizei von Zeugen. Ein entsprechender Aufruf war bis Mittwoch allerdings noch ohne Ergebnis geblieben.

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