Hüte, Artistik, Comedy und viel Lob

Zu einer Show der Straßenkunst hatte das Hutfestival in die Stadthalle geladen. Ein Besucher outete sich als Chemnitz-Fan.

Wenn Ministerpräsident Michael Kretschmer auf der Bühne der Stadthalle Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig Kuchen serviert, wenn im Großen Saal internationale Straßenkünstler auftreten und unter Applaus der 500 Besucher Beethovens Europa-Hymne "Ode an die Freude" gespielt wird - dann ist Hutfestival. Dann setzen viele Chemnitzer einen Hut auf, flanieren lächelnd und mit Familie und Freunden an der Seite beschwingt durch die Stadt. Das Hutfestival, so Barbara Ludwig, sei eine der besten Ideen für Chemnitz gewesen, die das Team der Chemnitzer Veranstaltungszentren um Geschäftsführer Ralf Schulze je gehabt hätte. "Lächeln, magische Momente und Staunen - das ist das Hutfestival", so die OB.

Wegen des Virus anders als sonst präsentierte sich die dritte Auflage des dreitägigen Straßenfestes in diesem Jahr, das vom Mai in den Oktober verlegt worden war. So gab es keine festen Bühnen in der City, die in den Vorjahren jeweils mehr als 50.000 Besucher angelockt hatten. Stattdessen fanden kleinere Auftritte an 43 Spielorten in Stadtteilen und Orten der Region statt, zu denen insgesamt 8500 Gäste kamen, teilten die Chemnitzer Veranstaltungszentren mit. Der Zuspruch sei unterschiedlich gewesen, auch wegen des Regens, so eine Sprecherin. So kamen am Sonntag etwa 480 Besucher zu einem Auftritt in der Gemeinde Jahnsdorf. Auch in Markersdorf, Siegmar, Wittgensdorf und in der Stadt Thalheim habe man viele Gäste begrüßen können. "Das Hutfestival auf Tour war ein gelungenes Experiment für die Kulturhauptstadt-Bewerbung. Unter Corona-Bedingungen war es eine wunderbare Möglichkeit zu zeigen, dass Kultur trotzdem stattfinden kann", zog Ralf Schulze am Sonntag ein Fazit.

Auch anders als sonst lud das Hutfestival am Samstagabend zu einer Highlight-Show in die Stadthallensaal mit sechs Straßenkünstlern aus Frankreich, der Schweiz, Schweden, Dänemark, Belgien und der in Indien geborenen Artistin Sara Twister. Sie schoss Moderator und Kaosclown Conrad Wawra mit Pfeil und Bogen und mit ihren Füßen einen Luftballonapfel vom Kopf. Ministerpräsident Kretschmer lachte und applaudierte nicht nur mindestens ebenso heftig wie die anderen Besucher. Er zeigte sich auch als Fan der Stadt: "Chemnitz muss Kulturhauptstadt werden. Keine Stadt hat es so sehr verdient." Auch, weil Chemnitz die Stadt sei, deren Stadtbild sich nach der Wende am stärksten zum Positiven verändert habe.

Die Besucher waren nach zwei Stunden Artistik, Comedy und Musik begeistert. "Es war einfach super", sagte Thomas Maier. Vor allem für die Künstler freue es ihn, da sie endlich wieder eine Auftrittsmöglichkeit hatten. Katja Voigt gefielen neben den Auftritten vor allem die "herrlichen" Kulissen, die die Innenstadt mit markanten Gebäuden wie Rathaus und Galerie Roter Turm zeigten - und einer Baustelle. Die gehöre zum originalgetreuen Nachbau der City dazu, so der Moderator.

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