Lichtenau macht Weg frei für Neuausrichtung des Oliparkes

Ein Drittel der Ladenflächen ist leer. Das liegt daran, dass der Einkaufsmarkt in die Jahre gekommen ist. Jetzt gibt es erste Veränderungen.

Lichtenau.

Leer stehende Läden, unübersichtliche Anordnung der Gebäude und Zufahrtsstraßen sowie der Parkplätze: Im Jahr 1991 als eines der ersten Einkaufs- und Gewerbezentren in der Region eröffnet, hat der Olipark an Attraktivität verloren. Einige Bauten und Anordnungen sind nicht mehr zeitgemäß, Kunden kritisieren die geringe Breite des Angebots. Doch es kann nichts verändert werden, weil die Vorschriften es nicht zulassen.

"Wir sind an Vorgaben im Flächennutzungsplan gebunden", sagt Katrin Grumme, Chefin einer Management-Gesellschaft aus München, die seit 2015 Verwalter des Einkaufsparkes ist. Auf einer Verkaufsfläche von etwa 16.500 Quadratmetern soll ein Branchenmix als Nahversorger für die Gemeinde aufgebaut werden. Zurzeit gibt es 24 Mieter. Elf Ladenflächen stehen leer. Eigentümer Andreas Eisele erarbeitet gemeinsam mit Grumme ein Konzept, um den Einkaufspark zu erweitern und neuen Einzelhandel anzusiedeln. "Wir bereiten einen neuen Mietvertrag mit einem regionalen Anbieter vor", so Grumme. Konkretere Angaben könne sie in wenigen Wochen machen.

Vor knapp einem Jahr war im Lichtenauer Gemeinderat ein neues Einzelhandels- und Zentrenkonzept gebilligt worden. Nach diesem kann der Olipark als zentraler Versorgungsbereich weiterentwickelt werden. Dazu soll an diesem Standort der Einzelhandel künftig um weitere Angebote, Dienstleistungen und Gastronomie erweitert werden. Ein Mix aus Läden sowie gastronomischen und Freizeitangeboten solle insbesondere die Kaufkraft der Lichtenauer im Ort halten, so die Gemeinderäte.

In der jüngsten Ratssitzung entschieden sie zudem, dafür auch den Flächennutzungsplan zu ändern. Das sei wichtig, weil im Plan die Entwicklungsziele der Gemeinde festgelegt seien, sagte Bürgermeister Andreas Graf (CDU). Er plädiere dafür, die Grundlage zu schaffen, um das Areal des Oliparks in ein Sondergebiet Einzelhandel überführen zu können. Am Vorentwurf, den Julian Schwenkglenks vom Chemnitzer Büro für Städtebau vorstellte, gab es aus Sicht der Räte nichts auszusetzen. Sie stimmten einhellig dafür, im nächsten Schritt die Öffentlichkeit zu beteiligen. Die Bürger sollen dafür die Unterlagen zur Planung von Neugestaltung und Entwicklung des Gebietes einsehen und ihre Ansichten dazu äußern können. Ebenso sollen Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereiche durch die Planung berührt werden können, informiert und beteiligt werden.

Schwenkglenks bezeichnete das Vorhaben der Lichtenauer, den Olipark zu stärken und langfristig zu sichern, als Stein des Anstoßes, denn mit dem Konzept sollen bald nur noch an diesem Standort neue Geschäfte erlaubt werden. Er gehe jedoch davon aus, dass keine negativen Auswirkungen wie Kaufkraftabfluss aus umliegenden Städten und Gemeinden zu erwarten seien. Es sei allerdings sinnvoll, vor einem neuen Bebauungsplan das Sondergebiet Handel zu schaffen, sagte er. Danach könnten der Teilrück- und Neubau ausgeführt werden. "Bei diesen Vorhaben wird die Verkaufsfläche nicht vergrößert, sondern reduziert", versicherte Schwenkglenks. Teile des Bestandes sollten aber umgenutzt und an aktuelle Erfordernisse angepasst werden. Dazu gehöre auch eine zeitgemäße Architektur.

Auf die Frage von Gemeinderat Stephan Lazarides (CDU), wie lange es dauern wird, bis tatsächlich gebaut werden kann, gab Schwenkglenks einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Jahren an. "Wir müssen abwarten, ob es Einwände gibt, und was die Nachbarorte und das Landratsamt dazu sagen", erklärte er. Um den Vorgang zu beschleunigen, werde parallel zur Änderung des Flächennutzungsplanes das Bebauungsplanverfahren vorangetrieben, sagte Bürgermeister Graf.

Wie Martin Lohse, der Leiter der Hauptverwaltung im Lichtenauer Rathaus, auf Anfrage sagte, soll der Olipark nicht in einem Zug umgebaut werden. Vielmehr seien mehrere Baugenehmigungen nötig, um das Areal schrittweise zum Fachmarktzentrum zu entwickeln. Modernisierung tue Not, fügte er hinzu. Auch die derzeitige Bausubstanz genüge nicht mehr. Sie stamme oft noch aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Zu dieser Zeit habe es auf dem Gelände eine Rinderzuchtanlage gegeben. Umbauarbeiten und der Einzug der Geschäfte nach 1990 seien nach dem damaligen Recht korrekt gewesen. Heute sei eine Weiterentwicklung jedoch unter anderem davon abhängig, was der Flächennutzungsplan vorgibt.

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