Stadt Chemnitz will gegen verhindertes Tempolimit vorgehen

Der Freistaat lehnt die vom Rathaus verfügte Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde auf der B 174 ab. Das Stadtoberhaupt will das nicht akzeptieren.

Adelsberg/Reichenhain.

Die Entscheidung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) war Anfang des Monats deutlich ausgefallen: Die Behörde hatte dem Ansinnen der Stadt, die Höchstgeschwindigkeit auf der Zschopauer Straße nach dem Ortsausgang Richtung Erzgebirge von 70 auf 50 Stundenkilometer zu senken, eine Abfuhr erteilt. Die Verwaltung habe keine einschlägigen Gründe dafür vortragen können, hieß es aus dem Landesamt.

Das Rathaus war mit seiner Forderung zur Temporeduzierung einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates gefolgt, der das Tempo am Ortsausgang bis zur Brücke Gornauer Straße beidseitig auf einer Länge von etwa 200 Metern senken wollte. Damit sollte in erster Linie der Verkehrslärm für die Einwohner der Stadtteile Adelsberg, Reichenhain und Kleinolbersdorf-Altenhain reduziert werden. Doch nach einer mehrwöchigen Prüfung erklärte das Landesamt, dass ein Tempolimit aus Lärmschutzgründen zumindest eine Lärmminderung von drei Dezibel bewirken müsse, um den Eingriff in den überörtlichen Verkehr auf der Bundesstraße 174 zu rechtfertigen. Das würde durch die Senkung der Geschwindigkeit jedoch nicht erreicht. Auf der Transitstrecke in Richtung Tschechien und Osteuropa sind täglich zahlreiche Lkw aus dem In- und Ausland unterwegs.


Ähnlich hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung das Wirtschaftsministerium geurteilt. Bei der derzeitigen Verkehrsstärke von täglich rund 29.000 Fahrzeugen mit einem Lkw-Anteil von zehn Prozent auf diesem Abschnitt der B 174 würde eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 Stundenkilometer zu einer Verringerung des Lärms um zwei Dezibel führen, hatte das Ministerium mitgeteilt. Damit sei eine spürbare Verbesserung der Lärmsituation vor Ort aber nicht erreichbar, hieß es aus Dresden.

Dennoch will die Stadtverwaltung wohl gegen die Entscheidung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr und das Nein zum neuen Tempolimit vorgehen. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hatte in einer ersten Reaktion nach der Veröffentlichung des Beschlusses des Landesamtes erklärt, dass die Verwaltung die Entscheidung der Behörde nicht akzeptieren werde. Welche Schritte das Rathaus dagegen konkret unternehmen wird, konnte Ludwig jedoch noch nicht sagen. Dies sei noch offen, erklärte sie. (mit su)

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4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    9
    1371270
    16.05.2019

    Gebt doch den 5 bis 6 Leuten, die sich dort gestört fühlen, einfach Ohrstöpsel - das ist doch die billigste Variante!

  • 13
    1
    Hankman
    16.05.2019

    Wenn es um eine Strecke von nur 200 Metern geht, müsste es andere Möglichkeiten für den Lärmschutz geben: effektive Lärmschutzwände oder -wälle, Flüsterasphalt ... Ich kann mir einfach technisch nicht vorstellen, dass die 20 km/h Unterschied eine spürbare Verbesserung bringen. Es ist dort einfach viel Verkehr, und das wusste man schon vorher bei der Planung des Trassenausbaus.

  • 16
    7
    Langner
    16.05.2019

    50 kmh geht's euch noch gut?

  • 20
    9
    881924
    16.05.2019

    Oh man... macht doch gleich eine Spielstraße daraus.
    Die Strecke ist für 130 ausgelegt und geplant also nutzt sie auch dafür.
    Zur Not muss halt noch Lärmschutz nachgerüstet werden.



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