Taura will künftig barrierefreie Haltestellen bauen

An der Hauptstraße hat die Gemeinde zwei neue Stationen für den Schülerverkehr aufgebaut. Noch fehlt das Geld aber für eine wichtige Investition.

Taura.

Seit Beginn des Schuljahres gibt es laut Bürgermeister Robert Haslinger (CDU) an der Hauptstraße in Taura zwei neue Bushaltestellen. Sie seien für den Schülerverkehr eingerichtet worden, sagte er. Damit verfügt Taura nun über 30 Haltestellen im Gemeindegebiet.

In den nächsten Jahren will die Kommune jedoch einen Großteil der Haltestellen schrittweise barrierefrei umgestalten. Bisher fehlte dazu aber das Geld, hieß es. Dazu hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen Grundsatzbeschluss verabschiedet. Der Zusatz, dass die Kommune das Geld dafür in die Haushaltspläne für 2021 bis 2024 einstellt, wurde hingegen gestrichen, weil nicht sicher sei, ob das Geld in diesem Zeitraum zur Verfügung stehe.

Laut Bauamtsleiter Hannes Langen ist die Kommune verpflichtet, die 20 Haltestellen in Taura und weitere 10 im Ortsteil Köthensdorf so umzubauen, dass es dort für in ihrer Mobilität eingeschränkte Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs keine Hindernisse mehr gibt. Auf Nachfrage von Gemeinderat Marcel Kroll (Wählervereinigung Kleingärtner) gab er an, dass im Regelfall rund 20.000 Euro für den Umbau einer Haltestelle gebraucht werden. Zudem widersprach er Meinungen im Rat, dass vorrangig stark frequentierte und im Schülerverkehr genutzte Haltestellen behindertengerecht ausgebaut werden sollen. Diese Kriterien spielten im Gesetz, dass die Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr fordere, keine Rolle, sagte er.

Für die Gemeinde geht es somit um Investitionen in erheblichem Umfang. Barrierefreie Mobilität erfordere nach Angaben des Bauamtsleiters einen normgerechten Ausbau. Dieser sei teuer, aber auch förderfähig, sagte er. Da neben den Zuschüssen jedoch ein Eigenanteil verbleibt, soll der Umbau nach dem Wille der Räte "im Rahmen der Leistungsfähigkeit und nach Prioritäten" erfolgen. Hinzu kommen Probleme, von denen die Räte erfuhren, nachdem die Burgstädter Bauverwaltung vor mehreren Monaten die Haltestellen überprüft und auf Möglichkeiten zum behindertengerechten Ausbau untersucht hatte. Damals erschienen nach Angaben der Verwaltung nur 13 der Haltestellen, also weniger als die Hälfte, ertüchtigungsfähig. "An einigen Stellen fehlt der Platz zum Ausbau", erklärte Langen in der Ratssitzung.

Eine Sinnfälligkeitsprüfung für alle Haltestellen stehe bislang allerdings noch aus. Dabei solle geklärt werden, ob neben genug Platz zum Ausbau auch Hangneigung und andere Gegebenheiten des Geländes den Umbau überhaupt erlauben, sagte Langen auf Nachfrage der "Freien Presse". Einen vollumfänglichen Ausbau aller Haltestellen kann Taura nach Ansicht von Bürgermeister Haslinger, Räten und Verwaltung aufgrund der Kosten und des großen planerischen und verwaltungstechnischen Aufwandes in den nächsten Jahren voraussichtlich ohnehin nicht stemmen. "Unsere Haushalt ist immer eng gestrickt", sagte der Ortschef.

Coronabedingte Ausfälle bei den Steuererträgen, insbesondere den Einnahmen aus der Gewerbesteuer, zeichnen sich laut Kämmerin Daniela Berthold bereits jetzt schon deutlich ab.

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