Zäune sollen Frösche schützen

Während der Amphibienwanderung kümmern sich Helfer darum, dass die Tiere zu ihren Laichgewässern gelangen. Wo nötig, wird auch eine Straße gesperrt.

An der Röhrsdorfer Straße, an der Eubaer Straße und am Stiftsweg haben es Frösche, Kröten und Molche vergleichsweise sicher und komfortabel: Da befinden sich stationäre Amphibienschutzanlagen. Weil dort wie auch am Südring und an der verlängerten Kalkstraße nachgewiesen ist, dass die Amphibien auf dem Weg zu Laichgewässern genau diese Straße queren müssen, wurden entweder schon beim Neubau oder nachträglich Röhren unter den Fahrbahnen eingebaut. Doch das ist nicht die einzige Maßnahme im Interesse der Arterhaltung.

Jedes Jahr im Frühjahr sind auch in Chemnitz Helfer im Einsatz, um mobile Amphibienschutzanlagen zu errichten. Die extra für die Zeit der Laichwanderung aufgestellten Zäune verhindern, dass die Tiere auf die Straße gelangen und überfahren werden können. An den meisten dieser Zäune werden Eimer in die Erde eingegraben, in die die Tiere zwangsläufig hineinfallen und die sie selbstständig nicht wieder verlassen können. An der Stelle setzt die Arbeit der Helfer ein, die die Kröten und Frösche täglich über die Straße tragen.


Darüber hinaus hat die Naturschutzbehörde in der Stadtverwaltung angekündigt, auch in diesem Jahr die Forststraße während der Amphibienwanderung in den Nachtstunden zu sperren. Und nicht zuletzt werden an 39 Stellen im Stadtgebiet Hinweisschilder aufgestellt, die Autofahrer zu einer angemessenen und verantwortungsbewussten Fahrweise verpflichten, heißt es aus dem Rathaus.

Wenn die Länge des Tages Anfang März eine bestimmte Stundenzahl erreicht hat, der Boden frostfrei ist, die Abendtemperaturen fünf Grad übersteigen und Regen dazukommt, ist mit dem Beginn der Amphibienwanderung zu rechnen. Die heimischen Frösche, Kröten und Molche gehören zur Klasse der Amphibien, die ihr Leben sowohl an Land als auch im Wasser verbringen. Alle 15 in Chemnitz vorkommenden Arten sind für ihre Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen. Die Tiere verlassen im Frühjahr ihre Überwinterungsplätze - zum Beispiel Hohlräume unter Wurzeln oder im Boden - und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Damit ist der Straßenverkehr eine der wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Amphibienarten, so die Naturschützer. (fp)

Freiwillige, die die Arbeit unterstützen wollen, melden sich unter 0371 4883602.

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