Es gibt nichts, was es nicht gibt, habe ich mal wieder gedacht, als mich heute ein Leser darauf hingewiesen hat, dass er nicht mit dem einverstanden ist, was er heute in dem Artikel "Die Welle" über einen zu einer Buckelpiste ausgebauten Radweg in Bayer gelesen hat. Dies ist der Satz, der ihn in den Zustand des Ärgers versetzt hatte, es ist der erste in dem Bericht: "Gott hat den Bayern jede Menge Berge und Täler geschenkt." Es wisse doch jeder, dass es nicht Gott war, der die Berg und Täler entstehen ließ, sondern dass das Ergebnis natürliche Prozesse seien, weswegen man den Autor darauf hinweisen müsse, dass er nicht für eine Kirchenzeitung schreibt. Spontan fiel mir dazu ein, dass es Leute gibt, die angeblich ihre Hose mit der Kneifzange anziehen, während ich gleichzeitig eine Vorstellung hatte, wozu man einen Klammerbeutel neben seiner ursprünglichen Funktion noch benutzen kann. Noch einen Schritt weiter ging eine andere Leserin, denn sie sprach eine ultimative Drohung aus, jedenfalls aus ihrer Sicht, um den übergroßen Unmut, der sie nach der Lektüre des Artikels "Ist Elternzeit für Väter ein Karrierekiller?" heute auf der Seite "Rat & Leben" befallen hat, besser kompensieren zu können. Schein ihren eigentlich Einwand hatte ich nicht verstanden: "Der Bericht ist eine Diskriminierung der Frau, wie sie schlimmer nicht sein kann", meinte die Frau in der Leitung. Dann sagte sich wörtlich: "Ich werde ihn an das Ministerium schicken und mich über die Zeitung beschweren, denn der Bericht hätte niemals abgedruckt werden dürfen." Der Schreck fuhr mir tatsächlich in die Glieder, weshalb ich meine Angst vor den Konsequenzen ihrer Ankündigen in eine Frage packte: "An das für Staatssicherheit?" Das Ende der Unterhaltung war dann nur noch eine Sache von Sekunden. Abschließend noch dieser Hinweis eines Leser zu den Berichten über die am Wochenende eröffnete neue Landesausstellung, und ich muss zugeben, dass danach beschlossen habe, in den Keller zu gehen, um vielleicht dort noch die Gelegenheit zum Lachen zu haben, denn nach dieser Einschätzung war mir jedenfalls nicht danach zumute: Der Name Boom für die Sächsische Landesausstellung wurde bestimmt nicht von einem waschechten Sachsen ausgewählt. Ein solcher hätte gewusst, dass ein Boom in Sachsen einfach ein Baum ist."

Weitere Blog-Einträge