Und langweilig sowieso nicht

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Wer die folgenden Randnotizen aus meinen Protokollen der Gespräche mit Anrufern zwischen zehn und zwölf gelesen hat, wird mir vielleicht nachsehen, wenn ich zum Abschluss dieser Woche mal etwas persönlich werde und leise anstimme: Wochenend und Sonnschein, auf dem Rad und ganz allein.

Episode 1: Ein interessantes Gedankenspiel hat mir ein Leser vorgetragen und damit erreicht, dass ich für mehr als nur ein paar Minuten mir überlegt habe, was daran nicht stimmig ist und warum es nicht einmal zur Hypothese taugt, aber das Ergebnis meines Nachdenkens behalte ich für mich, jeder selbst möge einen solchen Ansatz für sich ergründen, hier ist des Lesers erdachte Experiment: "Die deutliche Mehrheit bei der Bundestagswahl haben auch diesmal mit Sicherheit wieder die Nichtwähler, weshalb es doch eine gute Idee wäre, sie würden sich zusammenschließen, eine Partei gründen und dann ihre eigenen politischen Ziele verfolgen, von denen man ausgehen kann, dass es Themen sind, die bei den etablierten Parteien nirgendwo auftauchen."

Episode 2: Diesem Hinweis eines Lesers habe ich nur uneingeschränkt zustimmen können, denn der Mann hatte ganz einfach Recht, dass meinen Kollegen in diesem Fall tatsächlich etwas nicht aufgefallen und ihnen damit der Witz an der Geschichte entgangen war. Sich bei mir gemeldet hatte er wegen des Artikels "Tunnelbohrer aus München prämiert", darin heißt es: "Studierende der Technischen Universität München haben bei einem weltweiten Wettbewerb im Tunnelbohren in Las Vegas gewonnen. 'Not-a-Boring Competition' nannte sich die Veranstaltung von US-Milliardär Elon Musk – in Anspielung auf das englische Wort to bore, das ins Deutsche übersetzt bohren heißt." Der Leser hat richtig erkannt: To bore heißt nicht nur bohren, sondern auch langweilen, weshalb die Übersetzung des Veranstaltungstitels auch "Kein langweiliger Wettbewerb" heißen könnte oder vielleicht sogar müsste, wenn man bedenkt, dass der US-Milliardär Elon Musk hinter diesem Wettstreit stand.

Episode 3: Ich gestehe: Meine Einschätzung des Denk- und Sprachvermögens von Profifußballspielern ist nicht ganz frei von Vorurteilen. In dieser Hinsicht auf den Punkt gebracht hat es eins Lothar Matthäus, als er sagte: "Ein Wort gab das andere - wir hatten uns nichts zu sagen." Nun fühle ich mich, was ich nicht verschweigen möchte, in meiner Meinung bestätigt, denn ein Leser hat mir mitgeteilt, weil er mit mir über den Gerichtsstreit wegen der Hassplakaate sprechen wollte, dass der ehemalige Fußballspieler Mehmet Scholl im Jahr 1994 gesagt hat, als er nach seinem Lebensmotto gefragt wurde: "Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt." Ich habe recherchiert: Das stimmt, das er tatsächlich gesagt. Bevor mir schlecht wird, nun noch dies:

Episode 4: In dem "Gedicht der Woche" geht es heute um die Debatte über die gendergerechte Sprache, wobei ich allerdings nur die ersten und letzten drei Strophen von insgesamt mehr als 30 wiedergeben möchte, verbunden mit herzlichem Dank an Volker K.:

 

Der Stern des Anstoßes

 

Ein Pro – kein Kontra in der Sache,

doch eines gegen die Verbiegung der Sprache.

Nichts gegen "Sie, Er, Es und mehr",

aber gegen Verstümmlung im Anredeverkehr.

 

Mehr Behutsamkeit in dieser Frage

wäre geeignet als maßvolle Vorgabe.

Der Anstoß zum Denken ist gegeben,

alles Weitere wird die Zeit ergeben.

 

Mit Aktionismus die Sprache zu ändern,

geht nach hinten los beim "Gendern".

Wer hat bloß diesen Begriff gewählt,

der das Sprachbewusstsein quält.

 

(…)

 

Scheindebatten übers angebliche Spalten,

muss man forsch entgegenhalten,

dass sie immer zerstörend sind,

ohne Menschenverstand und Sinn.

 

Ein Gegenpol wäre in der Vernunft gefunden,

wäre sie nicht an die Trägheit der Massen gebunden.

Auch Tugenden verbreiten sich nur schwer,

als ob ihr Besitz ein Makel wär.

 

Schlechte Eigenschaften unbenommen

werden dagegen gern übernommen.

Dieser Widerspruch, so unüberwindbar er scheint,

ist lösbar, wenn sich Verstand mit Mut vereint.

 

Spalten ist Kaminholz vorbehalten,

Menschen sollten zusammenhalten.

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