Nur nicht wundern, sondern staunen

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Eine Leserin hat mich heute angerufen und darüber informiert, dass sie bei dem Besuch eines Testzentrums mit Entsetzen festgestellt hat, dass die von den Leuten zum Ausfüllen des Formulars benutzen Stifte nach Gebrauch nicht gesäubert, schon gar nicht desinfiziert und einfach an den nächsten Wartenden weitergereicht worden wären, was sie als einen Skandal bezeichnete und mich aufforderte, meine Kollegen in der Redaktion darüber zu informieren mit dem Ziel, dass diese Ungeheuerlichkeit in die Zeitung kommt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können. Deshalb hier und jetzt meine Info an die Redakteure: Kümmert Euch mal darum.

Der Rechercheauftrag eines zweiten Lesers heute war nicht von geringerer Brisanz: "Die Bundeskanzlerin reist doch gerade durch die Welt, um sich überall von den Staats- und Regierungschefs zu verabschieden", sagte der Mann in der Leitung und fügte diese Frage hinzu: "Ob Angela Merkel sich wohl auch noch von den Menschen in ihrem eigenen Land verabschieden wird oder meint, dass sei nicht nötig? Haken Sie da doch mal nach, denn wenn sie das nicht vorhat, sollte sie dafür öffentlich kritisiert werden. Das gehört doch auch zu den Aufgaben einer Zeitung, oder nicht?" Kurzinfo an die Redaktion: Merkel im Auge behalten.

Bemerkenswert war heute außerdem noch, dass ich das Gespräch mit einem Anrufer, der mit mir über den Klimawandel und mögliche Maßnahmen, um ihn zu stoppen, reden wollte, an der Stelle aus meiner Sicht zu einem Monolog werden ließ, als der Mann mir erklärte, dass die Überbevölkerung auf der Erde seiner Ansicht nach eine der folgenschwersten Ursachen für den Wandel sei und er deshalb diese Frage an die Klimaaktivisten habe: "Wo bleibt euer Aufschreit, dass in vielen Entwicklungsländern gerade in Afrika jede Frau glaubt, fünf oder mehr Kinder bekommen zu müssen?"

Als ich schon dachte, so um kurz vor zwölf, dass ich nun mich nicht mehr weiter wundern darf über die Gründe, warum Leute mich anrufen, erreichte mich noch eine weitere Frage zur Arbeitsweise meiner Kollegen in der Redaktion. Dem Mann ging es generell um die Polizeimeldungen in der Zeitung, dies war seine Frage: "Warum schreiben Sie immer von Einbrechern und Dieben, wenn es genauso gut auch eine Einbrecherin oder eine Diebin gewesen sein könnte, die irgendwo eingedrungen und Sachen oder Geld gestohlen hat?"

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